Bunker-Tour lässt Vergangenheit lebendig werden
Zeitreise unter Beton
- Bei einer „Bunker-Tour“ durch Opladen führte Roland Schaper (r.) rund 20 Teilnehmer zurück in die Vergangenheit einer Stadt, die vom Luftkrieg gezeichnet wurde. Foto: Gabi Knops-Feiler
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Leverkusen (gkf). Es war eine Führung, die nachwirkt: Die „Bunker-Tour Opladen – Steinerne Zeugen des 2. Weltkriegs“ führte nicht nur zu historischen Orten, sondern mitten hinein in die Vergangenheit einer Stadt, die vom Luftkrieg gezeichnet wurde. Gerade in Zeiten aktueller kriegerischer Auseinandersetzungen, bei denen auch die Zivilbevölkerung massiv betroffen ist, gewinnt der Blick zurück zunehmend an Bedeutung. Die Tour verdeutlichte, wie wichtig Schutzräume einst waren und welche Leiden die Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus ertragen mussten. Auch in Opladen brachte diese Epoche tiefgreifende Veränderungen mit sich. Massive Bombardierungen zerstörten große Teile der Stadt. Bis heute sind die Spuren sichtbar: Ab Ende 1940 entstanden an zentralen Orten Hochbunker aus Stahlbeton mit bis zu zwei Meter dicken Wänden und Decken. Beispiele dafür finden sich noch in der Karlstraße, im Kreuzbruch, am Max-Holthausen-Platz und an der Bahnhofstraße.
Rund 20 Interessierte begleiteten Gästeführer Roland Schaper auf der mehr als zweistündigen Tour. Gleich zu Beginn rückte ein selten gewordenes Relikt in den Fokus: ein Einmannbunker nahe des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerks. Solche kleinen Schutzräume verdeutlichten, wie allgegenwärtig die Bedrohung damals war und wie selbst einzelne Personen im Ernstfall Schutz suchen mussten. Einen deutlichen Kontrast dazu bildete der Hochbunker in der Karlstraße. Mit seinen massiven Mauern bot er Platz für bis zu 1600 Menschen. Auffällig ist seine ungewöhnliche Architektur: Die kirchenähnliche Gestaltung sollte den Bau aus der Luft tarnen. Nach dem Krieg wandelte sich seine Nutzung grundlegend. Heute ist er ein Ort für Kunst, Kultur und kreative Projekte.
Auch die weiteren Stationen zeigten die Vielfalt der Bunker. Während im Kreuzbruch ein kleiner Hochbunker vor allem den Anwohnern diente, wurde der Bau am Max-Holthausen-Platz nach dem Krieg zu Wohnraum umgebaut. Der Bunker an der Bahnhofstraße erlebte ebenfalls eine wechselvolle Geschichte – bis hin zur Nutzung als Weinlokal. Der Bunker „Himmelsleiter“ an der Wupper, ein unvollendeter Stollenbunker, bildet bis heute einen besonderen Ort. Der Zugang ist verschlossen, nicht zuletzt, weil sich dort Fledermäuse angesiedelt haben.
Am Ende zeigte sich: Bunker sind weit mehr als Relikte aus Beton. Sie sind Mahnmale und erinnern daran, wie wichtig es ist, Geschichte nicht zu vergessen.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |