GBO warnt vor wachsendem Druck
Wohnungsbau im Fokus
- Das rote Backsteinhaus an der Schillerstraße in Opladen (im Hintergrund) steht derzeit im Fokus der Öffentlichkeit. Der GBO plant dort einen neuen Gebäudekomplex mit bis zu 75 Wohnungen. Foto: Gabi Knops-Feiler
- hochgeladen von Angelika Koenig
Opladen (gkf). Der Druck auf dem Wohnungsmarkt in Leverkusen nimmt weiter zu. Bezahlbarer Wohnraum ist knapp, gleichzeitig steigt die Nachfrage ungebrochen. Besonders Normalverdiener, Familien und ältere Menschen spüren die angespannte Lage. Für viele wird die Suche nach einer geeigneten Wohnung zunehmend zur Geduldsprobe. Der Gemeinnützige Bauverein Opladen (GBO) beobachtet diese Entwicklung mit Sorge. Die Verantwortlichen sehen dringenden Handlungsbedarf und fordern, den Wohnungsbau stärker in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion zu rücken. Der technische Leiter Alexander Dederichs und die kaufmännische Leiterin Meral Tosun werben ausdrücklich für eine sachliche und ausgewogene Debatte. Aus ihrer Sicht geraten zentrale Fragen zunehmend aus dem Blick. Während einzelne Bauprojekte intensiv diskutiert und kritisch begleitet würden, trete der grundlegende Bedarf an zusätzlichem Wohnraum häufig in den Hintergrund. „Wir müssen uns ehrlich fragen, ob alte Gebäude den Anforderungen von heute noch gerecht werden“, betont Dederichs.
Im Fokus steht derzeit unter anderem ein Projekt an der Schillerstraße in Opladen. Dort plant die Genossenschaft einen neuen Gebäudekomplex mit bis zu 75 Wohnungen. Für das Vorhaben soll eine Villa aus der Gründerzeit abgerissen werden – ein Punkt, der bereits im Vorfeld für kontroverse Diskussionen gesorgt hat. Die Investitionssumme liegt bei rund 18 Millionen Euro. Für den Bauverein überwiegen jedoch die Vorteile des Neubaus. An dieser Stelle könnte dringend benötigter Wohnraum entstehen, so Dederichs. Der Bebauungsplan ist aktuell in Vorbereitung, die Offenlage nach der Sommerpause vorgesehen. Sollte alles planmäßig verlaufen, könnte ein Abriss noch im Laufe dieses Jahres folgen.
Auch an anderen Standorten setzt der GBO auf sogenannte Ersatzneubauten. In der Fritz-Henseler-Straße sowie in der Ewald-Flamme-Straße sollen ältere Bestandsgebäude modernen Wohnanlagen weichen. Insgesamt sind dort rund 85 neue Wohnungen geplant. Ergänzt wird das Projekt durch eine vierzügige Kindertagesstätte. Die neuen Gebäude sollen vor allem durch größere Wohnflächen und eine barrierefreie Bauweise überzeugen. Damit reagiert der Bauverein auf veränderte Anforderungen an zeitgemäßes Wohnen. Insbesondere für ältere Menschen spielt Barrierefreiheit eine immer wichtigere Rolle. Die Umsetzung solcher Projekte bringe allerdings erhebliche Herausforderungen mit sich, so Dederichs. Ein zentrales Problem sei die Unterbringung der bisherigen Mieter. Sie müssten Ersatzwohnungen in einem ohnehin angespannten Markt für die Dauer der Bauarbeiten finden. Die Zahlen verdeutlichen die Situation: Rund 3.500 Menschen stehen aktuell auf der Warteliste des Bauvereins. Gleichzeitig ist die Fluktuation gering. Pro Jahr gibt es lediglich etwa 120 reguläre Wohnungswechsel. „Da ist es schwierig, kurzfristig Ersatz zu finden“, erklärt Dederichs.
Neben Neubauprojekten investiert der GBO gezielt in den Bestand. Wohnungen in mehreren Quartieren werden modernisiert und anschließend wieder in die Mietpreisbindung überführt. Auf diese Weise sollen rund 200 Unterkünfte langfristig bezahlbar bleiben. Darüber hinaus plant die Genossenschaft weitere Bauvorhaben. Im Bereich der Kanalstraße und der Bracknellstraße könnten etwa 50 zusätzliche Wohnungen entstehen. Auch langfristige Entwicklungen, beispielsweise an der Menchendaler Straße, stehen auf der Agenda, werden jedoch vorerst zurückgestellt.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
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