Volksbühne Bergisch Neukirchen
Diesmal eine bissige Schulsatire

Mit sieben Darstellern setzt die Volksbühne auf eine vergleichsweise kleine Besetzung. Das verstärkt die Intensität des Spiels und rückt scheinbar zwischenmenschliche Konflikte stärker in den Fokus. Foto: Gabi Knops-Feiler
  • Mit sieben Darstellern setzt die Volksbühne auf eine vergleichsweise kleine Besetzung. Das verstärkt die Intensität des Spiels und rückt scheinbar zwischenmenschliche Konflikte stärker in den Fokus. Foto: Gabi Knops-Feiler
  • hochgeladen von Angelika Koenig

Bergisch Neukirchen (gkf). Die Volksbühne Bergisch Neukirchen beweist abermals, dass Amateurtheater weit mehr sein kann als bloße Unterhaltung. Mit der neuen Inszenierung von „Eingeschlossene Gesellschaft“ nach der Vorlage von Jan Weiler gelingt dem Ensemble ein eindringlicher Theaterabend, der Humor und gesellschaftliche Brisanz geschickt miteinander verknüpft. Zu sehen ist die Komödie am Samstag, 9. Mai, sowie am Sonntag, 10. Mai, im Kulturausbesserungswerk (KAW), Kolberger Straße 95a, in Opladen. Weitere Vorstellungen folgen im Kinder- und Jugendzentrum Megafon, Montanusstraße 15, in Burscheid am Samstag, 23. Mai, und Sonntag, 24. Mai 2026. Beginn ist jeweils um 17 Uhr. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 9 Euro für Schüler, Studierende sowie Menschen mit Schwerbehinderung. Karten und weitere Infos auf www.vbnlev.de
Das Stück, das durch die Verfilmung von Sönke Wortmann zuvor ein breiteres Publikum erreichte, wird in dieser Fassung bewusst reduziert und auf die Bühne zugeschnitten. Die Handlung spielt ausschließlich in einem Lehrerzimmer. Ausgangspunkt ist eine eskalierende Situation: Ein Vater sieht die Zukunft seines Sohnes durch eine verpasste Abiturnote gefährdet und setzt die Lehrkräfte massiv unter Druck. Was als Diskussion über Bewertungskriterien beginnt, entwickelt sich schnell zu einem vielschichtigen Streit über Gerechtigkeit, Verantwortung und die Grenzen schulischer Autorität. Dabei gelingt es, ernste Themen mit pointiertem Witz zu verbinden. Immer wieder lockern humorvolle Dialoge die angespannte Situation auf, ohne die inhaltliche Tiefe zu verlieren. Gerade dieser Wechsel zwischen Leichtigkeit und Ernst verleiht dem Stück seine besondere Wirkung.
Seit Beginn des Jahres arbeiten Georgios Politis, Anja Färber, Adrian Abtahi, Dominik Seibel, Matthias Kramer, Yasmin Mika und Martin Geibert intensiv an der Umsetzung. Ihr Zusammenspiel ist präzise abgestimmt und trägt maßgeblich zur Glaubwürdigkeit der Inszenierung bei. Die Dialoge wirken lebendig und authentisch, die Emotionen sind jederzeit nachvollziehbar. Für Regisseurin Dana Fischer steht nicht die einzelne Note im Mittelpunkt, sondern die grundlegende Frage nach Chancengleichheit und Bewertungssystemen. Die Kernaussage bringt sie so auf den Punkt: „Man ist mehr als sein Schulabschluss.“

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RAG - Redaktion

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