Mein Garten im Herbst
Ein Refugium für viele Lebewesen
- Herbst Storchenballett
- Foto: Bildrechte: Stefania Herod
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Es ist wieder so weit, der Herbst steht vor der Tür. Oder besser gesagt vor dem Garten? Die ersten braunen Blättchen fallen, war es die Trockenheit? Ist es weil es herbstelt? Schon denken wir daran, dass wir uns auf den Winter vorbereiten müssen. Aufräumen ist angesagt, verblühte Pflanzen müssen beschnitten und entsorgt werden. Blätter und Äste bitte als wertvolles natürliches Material für so manche Tierbehausung ansehen und nicht einfach nur „rein in den Sack und weg damit“.
Klar sind wir ordentlich und lieben einen sauberen Garten, aber so ein bisschen Unordnung ist auch nicht schlimm und dient vielen Lebewesen als Refugium und Schutz vor der kommenden Kälte. Die Insekten, die Vögel und andere kleinere Tiere danken es uns. Hatten wir im Sommer ein kleines Paradiesgärtlein, so können wir im Winter ebenfalls ein wunderbares Zuhause für sie einrichten. Wie wäre es mit dicken Reisighaufen? Totholz unbedingt liegen lassen, darin bildet sich jede Menge Leben. Grünschnitt und sonstige Biomasse ist zudem wertvoller Dünger.
Und sicher haben wir irgendwo eine Gartenecke in der wir Äste und Zweige, die wir als Rückschnitt von Stauden und Bäumen aufschichten können. Da können wir noch das zusammen gerechte Laub drauf schütten, die Igel werden sich darüber freuen und sich dort zum Winterschlaf einfinden. Die eine oder andere Kröte oder einige Eidechsen krabbeln sich dort vielleicht auch ein.
Laub bildet Humus unter Hecken. Empfindliche Gewächse haben dann geschützte Füße. Wir können mulchen, um die Wurzeln zu schützen. Der Boden trocknet dann nicht so schnell aus, es wächst nicht mehr alles durch was nicht wachsen soll. Die Regenwürmer finden dadurch auch Nahrung, den Rest kennen wir, die Regenwürmer, der Humus, die Nährstoffe, ein immer wiederkehrender Kreislauf…
Wir setzen Blumenzwiebeln für das kommende Frühjahr, da wollen wir ja wieder schöne Blümchen sehen. Es sollten ganz viele Blumen sein mit offenen Blüten, damit die Insekten auch an Nektar und Pollen „ran“ können. Wer weiß, wie lange der Winter dauern wird, sind doch die Winter milder geworden, das Frühjahr wärmer, da ändert sich sicher noch mehr in nächster Zeit, das lehrt uns der Klimawandel. Die Wildbienen beginnen suchen schon früh im Jahr Futter. Also rein mit den Blumenzwiebeln, es kann von allem was sein: Schneeglöckchen, Märzenbecher, Krokusse, Winterlinge, Traubenhyazinthen und noch alle kleinen Blüten die wir kennen. Auch Wildstauden und Kräuter sind eine wertvolle Nahrungsgrundlage für Bestäuber wie Schmetterlinge und Wildbienen. Da gäbe es Borretsch, Salbei, Flockenblumen, Natternkopf und Ziest und viele andere mehr… wir können uns jetzt schon das Brummen der Hummelköniginnen vorstellen.
Aber jetzt wird es erst mal wieder Winter, die vielen kalten Nächte stehen uns allen bevor. Also rein ins Haus mit den Bananen und Palmen und den Zitronenbäumchen, sie benötigen einen kühlen Überwinterungsort, vielleicht im Keller oder in der Garage? Auf jeden Fall sollten wir die Pflanzen die nicht „mit rein können“ vor der Kälte schützen. Wir können sie mit einem Vlies umwickeln oder mit einem Reisig Häuflein bedecken. Im Oktober endlich können wir die Hecken zurückschneiden oder aber sie neu anlegen, denn die Vögel benötigen sie nicht mehr als Brutraum. Vielleicht nutzen sie das eine oder andere Vogelhäuschen als Winterquartier?
Es gibt viel zu tun, packen wir es an, ran an den Garten - und stimmen wir uns schon mal ein auf den kommenden Herbst mit seinen vielen Farben mit Vogelzug und seinen ersten Stürmen.
Mollige Decken raus, Teetassen hoch, Kerzen auf den Tisch… Kinder, freuen wir uns auf eine wohlige kuschelige Herbstzeit.
LeserReporter/in:Stefania Herod aus Nümbrecht |
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