Schöne Feiertage, stressige Feiertage...
Auf auf in das gute Neue Jahr!
- Cane macchiato
- Foto: Bildrechte: Stefania Herod
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Darauf haben wir uns doch alle gefreut, worauf? Auf die Feiertage!
Endlich ist es soweit, wir können mal so richtig ausschlafen und entspannen vom stressigen Alltag. Wie lange haben wir darauf gewartet, die Erwartungen waren ganz hoch geschraubt, denn sie mußte einfach wunderschön werden die Weihnachtszeit. Ist sie doch gewesen oder? Oder doch nicht?
Aber jetzt! Wir freuen uns auf Neujahr! Das alte Jahr verblasst und geht einfach zu Ende. Das neue Jahr steht schon vor der Tür und würde mit den Füßen scharren, wenn es denn welche hätte. Der Wecker ist jetzt auf stumm geschaltet. Wir vergessen den Alltag, wir schlafen länger, wir können gaaanz in Ruhe frühstücken und den Morgenkaffee genießen. Zu Mittag was kochen? Oder mal eine Pizza bestellen mit Salat und einen latte macchiato, einfach mal sich bedienen lassen?
Und der erholsamste Schlaf aller Zeiten wartet doch nur auf uns! Der Lebensrhythmus wird ein anderer, wir essen zu nicht gewohnten Zeiten, wir lassen vielleicht auch mal das lästige joggen sein, ist ja viel zu kalt dafür und rutschig und mal kann sich ja auch mal zwischendurch gehen lassen oder? Was soll denn immer der gleiche Trott, immer dieser durch und durch strukturierte Arbeitsalltag! Nö, wir faulenzen jetzt einmal so richtig. Es ist ja schließlich an der Zeit, jetzt wo Feiertage sind und wir noch ein wenig Urlaubstage hineingestrickt haben.
Und doch, man glaubt es nicht, warum macht sich eine andere Form des Stresses breit während und an den Feiertagen? Haben wir doch gerade Weihnachten hinter uns gelassen, mit all den hohen Erwartungen an die lieben Verwandten. Dieses Mal wird nicht gestritten, nein der Weihnachtsbaum ist schön, auch wenn er zu klein geraten ist. Ja die Gans ist angebrannt aber auch nur, weil Marianne angerufen hat und Claudia beim Klönen vergessen hatte den Vogel im Backofen zu beobachten. Erst als der Rauch so richtig durch die Wohnung in den Flur gezogen war klingelte Fred von nebenan an der Tür Sturm und wollte schon Feuer löschen. Da standen auch schon die Eltern vor der Tür und Oma mußte ganz schnell aufs Klo und Onkel Friedrich hatte Krach mit Stupsi. Und die kleine Lea hatte in die Windel gemacht und man hatte zu Hause die Windeln vergessen. Jaja. Von Hölzchen auf Stöckchen... Und so war denn Weihnachten nicht so harmonisch abgelaufen, ein Wort gab das andere, der Hund hat das Hackfleisch gegessen und ist dann weggelaufen und Tobi hat ihn gesucht und die Katze hatte sich ins Bett verkrochen usw… usw…
Ja und eigentlich wollten wir doch in Ruhe viel Zeit mit der Familie verbringen, wunderbare Geschenke verteilen und bekommen, ganz entspannt ein Gläschen Wein trinken… Dabei war es ja gar nicht so einfach die richtigen Geschenke zu bekommen, wie denn auch, am letzten Tag vor Weihnachten! Es ist aber auch jedes Jahr das gleiche Problem wieder, da kam man das ganze Jahr über nicht dazu ein Geschenk zu besorgen. Und was sollte man da schon auf die schnelle besorgen? Pralinen wie letztes Jahr? Die Schokolade ist aber teuer geworden! Parfüm? Aber welches? Seife? Socken? Einen Keks für den Hund? Für das Baby ein Strampelchen, am besten drei Nummern größer, wächst ja da rein…
Andere Leute wiederum haben Angst vor dem Alleinsein. Sie werden dann ängstlich bei jedem Geräusch, dass sie sich nicht erklären können. War das ein Sektkorken oder ein Schuß? Bin ich ganz allein im Haus? Und wenn es klingelt, will schon wieder jemand eine Spende haben? Oder ist es der Postbote? Nö, das kann nicht sein, der hat schon Feierabend. Bleibe ich jetzt immer allein? Denkt denn niemand an mich? Hat man mich vergessen? Dann sitzt jemand vor einer Flasche Bier und denkt nach und denkt, da kann man schon richtig depressiv werden. Keine Weihnachtskarte im Briefkasten, kein Anruf auf dem Smartphone. Das kann an Weihnachten und Neujahr besonders schlimm sein, sich alleine zu fühlen und zu sein. An Feiertagen wiegt Einsamkeit doppelt schwer...
Andere wiederum haben zu viele Kontakte und werden einem zu viel, sogenanntes social hangover nennt man das heute wohl. Dauernd muss man in das Ding hineinlächeln, kluge Worte wählen, lieb sein und höflich und man kommt überhaupt nicht weg, die können einen ja sehen. O.k. schicken wir wieder mal ein Foto! Digital ist halt nicht immer supi. Zu viele Kontakte können auch sehr anstrengend sein, zu viel, zu stressig, kommen zum anderen Stress dazu…
Ein guter Rat von einem Freund…. Schalte doch mal einen Gang runter! Habe nicht so hohe Erwartungen, was kommt das kommt halt. Laß dich doch mal gehen, ist doch o.k. auch mal alle zu sein. Man muss nicht immer auf Hochtouren laufen, der Motor kann auch mal einen Gang runtergeschaltet werden. Vielleicht mal ommm... machen, meditieren lernen, mal alles Revue passieren lassen was so gelaufen ist, ein gutes Buch lesen im dicken Sessel oder auf dem Bett, da kann man auch mal zwischendurch dösen.
Wie wäre es mit „ich nehme mir mal eine Auszeit“ oder „ich übe mich in Dankbarkeit für alles was gut geklappt hat“ oder „Kleinhirn an Großhirn: ärgern aufhören, Freude empfinden und Leichtigkeit des seins erleben“.
In diesem Sinne liebe geneigte LeserInnen, hinein in das neue Jahr und alles wird gut, ganz bestimmt.
Ich wünsche Ihnen allen ein gutes gesundes hineingleiten in 2026 und viele gute Gedanken und Wünsche mögen Sie begleiten und erfreuen.
LeserReporter/in:Stefania Herod aus Nümbrecht |
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