Ticket für die PDC Q-School
Ebmeier holt dritten Stadtmeistertitel

Leon Ebmeier (in der Mitte mit Pokal) gewann im Finale der 5. Stadtmeisterschaft des Junggesellenvereins Olef mit 3:0 gegen Adrian Hoffmann (zweiter von links) und sicherte sich somit das Ticket für die PDC Q-School 2027. | Foto: Maren Müller
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  • Leon Ebmeier (in der Mitte mit Pokal) gewann im Finale der 5. Stadtmeisterschaft des Junggesellenvereins Olef mit 3:0 gegen Adrian Hoffmann (zweiter von links) und sicherte sich somit das Ticket für die PDC Q-School 2027.
  • Foto: Maren Müller

Trotz Startschwierigkeiten setzt sich der 18-jährige Urfter in Schleiden durch und löst das Q-School-Ticket

Unverhofft kommt oft – ein Sprichwort, das häufig zutrifft. So auch im Fall von Leon Ebmeier, der aufgrund eines Sehnenanrisses in seinem Finger in diesem Jahr eigentlich gar nicht an der Stadtmeisterschaft in Schleiden teilnehmen wollte und sich am Ende das Q-School-Ticket fürs nächste Jahr sicherte.

Zunächst aber von Anfang an: Am 3. und 4. Januar startete die 5. Stadtmeisterschaft im Darten in Schleiden – organisiert vom Junggesellenverein Olef und durchgeführt im Bürgerhaus Herhahn. 224 Darter hatten sich für die fünfte Auflage des Turniers angemeldet und waren bereit, in 32 Gruppen mit je sieben Spielern gegeneinander anzutreten. Unter diesen Teilnehmern war zunächst der Titelverteidiger und zweifache Champion Leon Ebmeier nicht zu finden. Aufgrund einer Verletzung wollte der 18-Jährige eigentlich nur zuschauen, entschied sich dann aber spontan noch zur Teilnahme. „Ich war am Sonntag zufällig vor Ort und wollte mir das Turnier eigentlich nur mit ein paar Leuten aus meinem Verein angucken. Aber da ein paar Spieler abgesagt haben, spielte ich doch noch mit – das war schließlich besser, als den ganzen Tag rumzusitzen“, sagte Ebmeier.

Ohne Erwartungen – aber mit Erfolg

Die Vorrunde schaffte der Urfter ohne Probleme und zog ohne Niederlage in die Runde der letzten 96 ein. Dass er kurzfristig eingesprungen war, hat ihm eher geholfen: „Dadurch war es nicht wie in den vergangenen Jahren, ich hatte keine Erwartungen und wollte einfach nur Spaß haben.“

Somit startete er am Samstag, 10. Januar, in die Endrunde. Dort wurden die Spieler erneut in 32 Gruppen unterteilt, in denen jeweils der Gruppenerste weiterkam. In der Gruppenphase wurde noch im Best-of-3-Legs-Modus gespielt, was bedeutet: Wer als Erster zwei einzelne Spiele gewonnen hat, gewinnt das Match – zum Sieg musste ein Doppelfeld getroffen werden, ganz wie bei den Profis. Bis zum Viertelfinale wurde dann im Best-of-5-Legs-Modus gespielt, ehe das Viertel- und Halbfinale im Satzmodus ausgetragen wurde. Wer zuerst drei Partien gewinnt, gewinnt den Satz, und der Erste mit zwei Sätzen zieht eine Runde weiter. Im Finale waren dann drei Sets zum Sieg notwendig.

Nervenstärke im Achtelfinale

Doch der Finaltag verlief zunächst gar nicht nach Plan. Bereits in der Gruppenphase drohte das Ausscheiden, als er gegen Oliver Franz zwei Matchdarts überstehen musste, da dieser sonst den Gruppensieg bereits innegehabt hätte. Doch am Ende setzte sich der Sieger der beiden Vorjahre in Gruppe 28 durch und zog in die Runde der letzten 32 ein. Dort bezwang er Mirko Lepartz noch souverän mit 3:0, doch das Achtelfinale gegen Tim Ritter erwies sich als besonders schwierig. „Da hätte ich eigentlich schon rausfliegen müssen“, betonte Ebmeier. Ritter legte los wie die Feuerwehr und gewann prompt die ersten beiden Legs, dann bekam der Titelverteidiger einen Fuß in die Tür und verkürzte auf 1:2. Doch das Match blieb weiterhin sehr ausgeglichen. „Im vierten Leg musste ich ungefähr zwölf Matchdarts hinnehmen und dachte mir bereits: ‚Jetzt ist es vorbei‘. Doch dann konnte ich das Spiel irgendwie noch ziehen. Als ich im letzten Leg dann noch 40 Rest hatte und die Halle etwas lauter wurde, dachte ich mir nur: ‚Irgendwie rein da und dann ist gut‘ – das war schon ziemlich cool.“

Finale nach Maß

Danach fand Ebmeier immer mehr zu seinem Spiel und zog durch Siege über Paul Nippel (2:0) und Sebastian Bey (2:0) ins Finale ein, wo er auf Adrian Hoffmann traf. „Adrian und ich haben bereits mehrere Finals gegeneinander bestritten, daher wusste ich genau, dass ich alles geben muss, um zu gewinnen, da er ein guter Gegner ist, der mich schlagen kann“, so Ebmeier. Und gesagt, getan: Der noch junge Dartspieler startete furios, spielte im zweiten Leg des ersten Satzes einen Drei-Dart-Durchschnitt von 93,9 Punkten pro Aufnahme und zog schnell davon. Am Ende sicherte er sich die 5. Stadtmeisterschaft mit einem sogenannten „White Wash“, einem Sieg, ohne auch nur ein einziges Spiel zu verlieren. Sein Gesamtschnitt (Average) im Finale betrug 75,2 Punkte, womit er sich seinen dritten Titelgewinn in Folge sicherte. „Es hat sich im Finale fast so angefühlt, als würde ich ohne Verletzung spielen“, zeigte er sich selbst verwundert.

Durch den Sieg bei der Stadtmeisterschaft feierte der 18-Jährige, der noch zur Schule geht, nicht nur den Pokalgewinn, sondern auch das Ticket für die PDC Q-School 2027 – das Qualifikationsturnier für die Profi-Events, das immer zum Jahresbeginn ausgespielt wird und über das sich Dartspieler für zwei Jahre die Tourcard sichern können.„Das bedeutet mir wirklich sehr viel. Die Q-School ist schon sehr teuer, und diese bereits so früh innezuhaben, gibt einem Sicherheit. Nun kann ich mich besser auf andere Turniere konzentrieren und habe nicht die ganze Zeit im Hinterkopf, dass ich noch irgendwie zur Q-School muss – so lässt es sich entspannter aufspielen.“

Leon Ebmeier (in der Mitte mit Pokal) gewann im Finale der 5. Stadtmeisterschaft des Junggesellenvereins Olef mit 3:0 gegen Adrian Hoffmann (zweiter von links) und sicherte sich somit das Ticket für die PDC Q-School 2027. | Foto: Maren Müller
Die beiden Finalteilnehmer Leon Ebmeier (r.) und Adrian Hoffmann (l.). | Foto: Maren Müller
Der 18-jährige Leon Ebmeier ist bereits zum dritten Mal Stadtmeister von Schleiden. | Foto: Maren Müller
Bereits zum fünften Mal organisierte der Junggesellenverein Olef das Turnier und erfreute sich über immer mehr Teilnehmer. | Foto: Maren Müller
Redakteur/in:

Ruben Bartsch aus Köln

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