Steinbruch Lindlar
Auf den Spuren des ältesten Waldes der Erde

Die Morsbacher NABU-Gruppe war zu Besuch in einem Steinbruch von Lindlar.  | Foto: NABU Morsbach
  • Die Morsbacher NABU-Gruppe war zu Besuch in einem Steinbruch von Lindlar.
  • Foto: NABU Morsbach

Morsbach/Lindlar. Die Presseschlagzeile machte neugierig: In einem Steinbruch in Lindlar ist ein Fossil vom ältesten Wald der Erde gefunden worden. So brach der NABU Morsbach zur Spurensuche nach Lindlar auf, um den Steinbruch mit den fossilen Waldüberresten in Augenschein zu nehmen. Möglich machte das der Biologe Florian Schöllnhammer, der die 25-köpfige Gruppe am Tor zum Steinbruch empfangen hat.

Er gewährte den Morsbachern einen Einblick in die geologische, botanische und faunistische Erdgeschichte. Anschaulich erläuterte Schöllnhammer den aktuellen Abbau der Grauwackesteine, die als Relikte eines tropischen, 390 Millionen Jahre alten Meeresbodens gelten. Damals entwickelten sich erste Pflanzen am Ufer, so ein Calamophyton, eine Art Farn, der den ältesten Wald bildete. Auch Spuren von Tieren fanden die NABU-Mitglieder im Steinbruch. Überall sahen sie Abdrücke von versteinerten Seelilienstengeln, die jedoch, wie Biologe Schöllnhammer erklärte, keine Pflanzen, sondern Tiere waren, die mit Seeigeln und Seesternen verwandt sind. Fossilien des ältesten Waldes fanden die Morsbacher allerdings an diesem Tag nicht.

NABU-Vorsitzender Christoph Buchen dankte Florian Schöllnhammer für die exklusive Führung. Der versteinerte älteste Baum der Erde ist kürzlich wieder nach Lindlar zurückgekehrt. Der große fossile Steinbrocken mit den Überresten aus der Urzeit soll im Herbst in einem neuen Grauwackemuseum in Lindlar ausgestellt werden.

Das Freilichtmuseum Lindlar war die zweite Station der Morsbacher NABU-Bustagesfahrt. Hier konnte sich alle über die bäuerliche Kultur und Lebensweise von vor 100 Jahren informieren. Als neue Attraktion gilt die Elementarschule von Waldbröl-Hermesdorf aus dem Jahr 1861, die in Lindlar wieder aufgebaut wurde.

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RAG - Redaktion

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