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Volkstrauertag
Eiserfey und Weyer gedenken der Kriegsopfer

Bei der Gedenkfeier am Ehrenmal wurde vor allem der Eiserfeyer Kriegstoten beider Weltkriege gedacht. | Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
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  • Bei der Gedenkfeier am Ehrenmal wurde vor allem der Eiserfeyer Kriegstoten beider Weltkriege gedacht.
  • Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Mit klaren Worten und stillen Momenten gedachten Eiserfey und Weyer am Volkstrauertag der Kriegstoten. Gleichzeitig riefen sie dazu auf, Frieden und demokratische Werte zu verteidigen.

Mechernich (rb). Still, würdevoll und mit deutlichen Worten gedachten die Menschen in Eiserfey und Weyer am Volkstrauertag der Opfer von Krieg, Gewalt und Diktatur. Beide Orte verband dabei nicht nur der Blick zurück auf die Toten vergangener Kriege, sondern auch die Sorge um die vielen Konflikte der Gegenwart und der gemeinsame Appell, für Frieden und Demokratie einzustehen.

In Eiserfey erinnerte Ortsbürgermeister Walfried Heinen am Ehrenmal an der Hauserbachstraße an die Kriegstoten der beiden Weltkriege und an die Opfer des nationalsozialistischen Regimes. Gleichzeitig bezog er klar die aktuellen Kriege mit ein. Seit 45 Monaten dominiere der Krieg in der Ukraine die Nachrichten, ebenso die Gewalt im Nahen Osten, so Heinen. Über 400.000 Menschen hätten allein in diesen beiden Konflikten ihr Leben verloren, viele von ihnen unschuldige Frauen und Kinder.

„Wir leben in bewegten, unfriedlichen Zeiten und erleben Veränderungen historischen Ausmaßes“, sagte Heinen. „Es sind Nachrichten, die uns verstören und die wir am liebsten ausblenden würden.“ Gemeinsam mit Diakon Manfred Lang gedachte er in den Fürbitten der Menschen in Kriegs- und Krisengebieten weltweit – von Israel und Gaza über Sudan, Äthiopien, Eritrea und Myanmar bis hin zu Jemen und Kolumbien.

Die Kranzniederlegung wurde begleitet vom Musikverein Weyer und der Freiwilligen Feuerwehr Eiserfey, die mit Pechfackeln Spalier standen. Heinen schloss mit einem eindringlichen Aufruf: „Lasst uns diesen Tag als Verpflichtung sehen. Eine Verpflichtung, wachsam gegenüber Hetze und Ausgrenzung zu sein, für Demokratie und Rechtstaatlichkeit sowie unseren Kindern und Enkeln ein friedliches Europa zu hinterlassen.“

Auch in Weyer versammelten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Ortsvereine, Feuerwehr, Musikverein und die Chorgemeinschaft Kallmuth-Weyer am Ehrenmal. Ortsbürgermeister Björn Wassong mahnte in seiner Ansprache, wie verletzlich Frieden und demokratische Strukturen seien. Er erinnerte an das 80. Jahr nach Kriegsende sowie an das Scheitern der jungen Weimarer Republik vor 95 Jahren – ein mahnendes Beispiel dafür, wie schnell Polarisierung und Radikalisierung in eine Diktatur führen können.

„Demokratie ist nicht bequem, aber sie ist das Gegenteil von Krieg“, zitierte Wassong Thomas Mann und führte aus, wie wichtig Einsatzbereitschaft und Wachsamkeit seien – gerade angesichts neuer Konflikte, wachsender politischer Spannungen, auftretender Gleichgültigkeit und einer schärfer werdenden Sprache. Demokratie beginne im Kleinen: im Gespräch, in der Schule, im Verein, im der Komunalpolitik.

Besonders bewegt zeigte sich Wassong vom jüngsten Gedenkgang zur ehemaligen Mechernicher Synagoge, bei dem eine neue Gedenkstele eingeweiht wurde – gestaltet unter anderem von Schülerinnen und Schülern. „Die Beteiligung junger Menschen zeigt, wie wichtig Erinnern bleibt.“

Nach der Kranzniederlegung segnete Diakon Manfred Lang die Namen der Kriegstoten. Eine lange stille Minute folgte, nur begleitet vom Musikverein. Wassong schloss mit Worten, die seit Jahren das Leitmotiv der Weyerer Gedenkfeier sind: „Nie wieder Krieg. Nie wieder Diktatur. Nie wieder Hass. Nie wieder ist jetzt.“

Beide Gedenkstunden machten deutlich: Der Volkstrauertag ist nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern eine Mahnung für die Gegenwart – und ein Appell an jede und jeden, Frieden zu bewahren und demokratische Werte zu schützen.

Bei der Gedenkfeier am Ehrenmal wurde vor allem der Eiserfeyer Kriegstoten beider Weltkriege gedacht. | Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Ortsbürgermeister Wassong legte einen Kranz am Ehrenmal nieder.   | Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
LeserReporter/in:

Ruben Bartsch aus Köln

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