Engelmann zu Gast in Brionne
Geschenk der Geschichte
- Bürgermeister Sven Engelmann betonte in seiner Rede die heute enge Freundschaft zwischen den beiden Städten.
- Foto: Kerstin Klein
Lindlar. Ein Besuch ganz im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft: Lindlars Bürgermeister Sven Engelmann war zu Gast in der französischen Partnerstadt Brionne. Höhepunkt des Besuchs war seine Teilnahme an der Gedenkfeier zur Befreiung Brionnes am 25. August 1944. In seiner auf Französisch gehaltenen Ansprache erinnerte Engelmann an die Opfer von Krieg und nationalsozialistischer Gewaltherrschaft und betonte zugleich die besondere Bedeutung der heute engen Freundschaft zwischen Lindlar und Brionne.
„Für mich war es eine große Ehre, an dieser Gedenkveranstaltung teilnehmen und die Gedenkrede auf Französisch halten zu dürfen“, erklärt Engelmann. Unter den Gästen der Feier waren die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der umliegenden Gemeinden.
Mit Blick auf die Befreiung Brionnes durch kanadische Truppen im August 1944 erinnerte Engelmann an die Soldaten, die für die Freiheit ihr Leben ließen, an die Mitglieder der Résistance und an die vielen zivilen Opfer des Krieges. Dabei schlug er bewusst die Brücke von der Erinnerung an die Vergangenheit zur gemeinsamen Verantwortung für die Zukunft.
Besonders eindringlich formulierte Engelmann den heutigen deutsch-französischen Austausch als ein „Geschenk der Geschichte“: „Das, was uns heute hier zusammenführt, ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist ein Geschenk der Geschichte. Es ist auch das Ergebnis einer historischen Versöhnung, für die wir niemals dankbar genug sein können.“ Dass ein deutscher Bürgermeister heute gemeinsam mit seinem französischen Amtskollegen an einem solchen Erinnerungsort stehen könne, sei ein eindrucksvolles Zeichen dafür, was aus Versöhnung und jahrzehntelanger Zusammenarbeit entstehen könne.
„Wir können die Vergangenheit nicht auslöschen. Aber wie wir die Zukunft gestalten, liegt in unseren Händen“, so Engelmann. Die Städtepartnerschaft zwischen Lindlar und Brionne sei ein lebendiger Beweis dafür, dass aus ehemaligen Feinden verlässliche Partner, Nachbarn und enge Freunde werden könnten.
Verantwortung für die kommenden Generationen
Für Bürgermeister Engelmann hat die deutsch-französische Freundschaft gerade mit Blick auf die jüngeren und kommenden Generationen eine besondere Bedeutung. Erinnerung dürfe sich nicht allein auf einen Blick zurück in die Geschichte beschränken. Vielmehr müsse sie Auftrag für die Zukunft sein.
„Indem wir gemeinsam an die Leiden des Krieges und an den unschätzbaren Wert der Freiheit erinnern, bekräftigen wir unseren unerschütterlichen Willen, Frieden, Brüderlichkeit und Demokratie in Europa zu bewahren“, betont Engelmann. Die Partnerschaft zwischen Lindlar und Brionne könne jungen Menschen dabei ein wichtiges Fundament geben: Sie zeige, dass Verständigung, gegenseitiger Res-
pekt und persönliche Begegnungen Grenzen überwinden könnten. Gerade in einer Zeit, in der Frieden und Demokratie in Europa keine Selbstverständlichkeiten seien, komme Städtepartnerschaften deshalb eine wichtige Rolle zu. Sie machten europäische Verständigung im Alltag erfahrbar und schafften persönliche Verbindungen zwischen Menschen beider Länder.
Lindlarer Band begeistert das Publikum in Brionne
Die Lindlarer Folk-Rock-Band Anduril sorgte für einen musikalischen Höhepunkt des Besuchs. In der Salle des Fêtes in Brionne begeisterte die Band das sehr zahlreich erschienene Publikum.
Besonders gut kam an, dass die Musik nicht nur für Lebensfreude und gemeinsames Feiern stand, sondern auch Themen wie Frieden und Versöhnung aufgriff. Sänger Tim Roderwiese erläuterte die Hintergründe und Inhalte der Liedtexte auf Französisch. Dadurch entstand schnell eine unmittelbare Verbindung zwischen Band und Publikum - der musikalische Funke sprang rasch über und die Begeisterung entflammte.
Zusammenarbeit auch auf Verwaltungsebene vertiefen
Gemeinsam mit Bürgermeister Valéry Beuriot hat Engelmann Möglichkeiten einer vertieften Zusammenarbeit zwischen den Verwaltungen beider Städte besprochen. Damit soll die Partnerschaft nicht nur auf persönlicher und kultureller Ebene weiterentwickelt werden. Der Austausch zwischen den Verwaltungen soll intensiviert werden. Ziel ist, voneinander zu lernen, Erfahrungen auszutauschen und die Zusammenarbeit ausbauen.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |