Das grüne Rückgrat
Low Line mit Raum für Freizeit zwischen den Veedeln

Die neue Radfahrer- und Fußgängerbrücke über die Weinsbergstraße wurde 2022 als wichtige Voraussetzung für die „Low Line“ geschaffen. | Foto: Hermans
  • Die neue Radfahrer- und Fußgängerbrücke über die Weinsbergstraße wurde 2022 als wichtige Voraussetzung für die „Low Line“ geschaffen.
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von Hans-Willi Hermans

Bäume, Beete und Sträucher am Wegesrand, dazu Raum für Sport, Erholung, Kinderspiele und Kreativität – und das alles in dem derzeit noch vor allem gewerblich genutzten Gebiet zwischen Widdersdorfer Straße und Alsdorfer Straße. Hört sich gut an und ist als „Low Line“ Teil eines Gesamtkonzepts, das eine aus vier Planungsbüros bestehende Arbeitsgemeinschaft namens „Studio Weststadt“ im Auftrag der Stadt entwickelt hat. Die „Low Line“ wird darin als „Schlüsselprojekt für die nachhaltige Entwicklung der Weststadt“, gar als deren „Rückgrat“ bezeichnet.
Die Älteren werden sich erinnern: Ein Rad- und Fußweg ist schon seit 2004 Teil des Rahmenplans für Ehrenfeld, Braunsfeld und Müngersdorf und wurde wenige Jahre später von Sabine Voggenreiter, Kulturmanagerin und Chefin des damals an der Heliosstraße ansässigen Design Quartiers Ehrenfeld (DQE), zur Idee eines „Low Line Linear Parks“ ausgebaut. In Anlehnung an die New Yorker „High Line“, eine rund sieben Meter über dem Boden liegende frühere Zugtrasse in Manhattan, sollte ein schmaler, ebenerdiger Rad- und Fußweg Ehrenfeld, Braunsfeld und Müngersdorf verbinden. Mit Bäumen und Sträuchern an den Seiten, die Urban Gardening ermöglichen.
In den aktuellen Planungen von „Studio Weststadt“ soll die „Low Line“ am Ehrenfelder Bahnhof beginnen, in Südrichtung über den Grünen Weg weiterführen und dann, einer ehemaligen HGK-Trasse folgend, Weinsbergstraße und Oskar-Jäger-Straße überqueren. Sodann wird sie im Gebiet zwischen Widdersdorfer Straße und Stolberger Straße in Ost-West-Richtung verlaufen und schließlich nahe den Grünflächen an der Militärringstraße enden.
Unter veränderten äußeren Bedingungen wurden die Akzente wiederum leicht verschoben. Betont wird nicht nur, dass hier eine noch fehlende sichere Wegeverbindung für den stetig anwachsenden Radverkehr geschaffen wird. Auch der Schutz, den Bäume entlang einer etwa drei Kilometer langen grünen Achse vor den heißer werdenden Sommern bieten können, wird nun hervorgehoben. Auch soll die „Low Line“ nun Freizeit-aktivitäten aller Art ermöglichen. Wo es sich anbietet, wird sie mit bestehenden Freiflächen verbunden, wie dem ebenfalls geplanten Hybridpark südlich der Mercedes-Benz-Allee.
Die Planer gehen von einer „Idealbreite“ von 20 Metern für die „Low Line“ aus, wissen aber, dass dies nicht überall realistisch ist. Denn nur die Grundstücke von gut der Hälfte der Strecke sind in städtischer Hand, vor allem westlich der Oskar-Jäger-Straße klaffen große Lücken. Da muss noch mit den Eigentümern verhandelt werden, notfalls müsse man in einigen Abschnitten eben mit der Mindestbreite von vier Metern für Rad- und Fußweg zurechtkommen, heißt es.
Vorgeschlagen wird auch, auf einigen der schon im städtischen Besitz befindlichen Grundstücke „Reallabore“ einzurichten und mit den Anwohnern auszuprobieren, was auf einer „Low Line“ alles machbar ist. Die Ehrenfelder Bezirksvertreter regten an, damit möglichst „zeitnah“ zu beginnen. Der Stadtentwicklungsausschuss votierte, wie auch die Bezirksvertretungen Ehrenfeld und Lindenthal, einstimmig dafür, mit dem „Low Line“-Konzept weiterzuarbeiten.

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EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln

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