Verkehrsausschuss möchte Linie 4 verlängern
Ein erheblicher Eingriff in die Natur

Die Pläne zur Vollendung des Äußeren Grüngürtels halten Inge Klein von der Grünen-Fraktion und Günter Fritsche vom Förderkreis hoch.
  • Die Pläne zur Vollendung des Äußeren Grüngürtels halten Inge Klein von der Grünen-Fraktion und Günter Fritsche vom Förderkreis hoch.
  • Foto: Hermans

Bocklemünd/ Widdersdorf (hwh). Landwirt Martin Krist ist sich ziemlich sicher: „Wenn die Linie 4 über Widdersdorf nach Niederaußem verlängert wird, verlieren wir einiges an Ackerflächen.“ Der Verwalter des Guts Vogelsang neben dem Max-Planck-Institut (MPI) im Landschaftspark Belvedere hatte sich mit einigen Vertretern des Freundes- und Förderkreises zur Vollendung des Äußeren Grüngürtels sowie der Grünen-Fraktion in der Lindenthaler Bezirksvertretung (BV) an der Einmündung des Lövenicher Wegs in die Freimersdorfer Straße getroffen, um die neue Lage zu diskutieren.

Denn eine Mehrheit im Verkehrsausschuss hat beschlossen, eine Machbarkeitsstudie zur Verlängerung der Stadtbahnlinie 4 in Auftrag zu geben. Sollte diese Studie keine erheblichen Probleme ans Licht bringen, wäre damit die ebenfalls seit Jahrzehnten diskutierte Alternative einer Verlängerung der Linie 1 von Weiden-West über Widdersdorf nach Niederaußem praktisch vom Tisch. Diesem Vorgehen hatte schon die Lindenthaler Bezirksvertreter auf ihrer Dezember-Sitzung widersprochen. Sie votierten dafür, auch eine mögliche Verlängerung der Linie 1 im Rahmen der Machbarkeitsstudie zu untersuchen. Das Argument, die Widdersdorfer seien gegen eine Anbindung durch die Linie 1, weil die Fahrt in die Innenstadt dann wesentlich länger dauere als mit der größtenteils unterirdisch geführten Linie 4, wollte man nicht gelten lassen: Eine Taktverdichtung auf der Linie 1 könnte diesen Einwand entkräften.

Die Freunde- und Förderer des Äußeren Grüngürtels haben ein weiteres Problem mit der Verlängerung der Linie 4, das bei den jetzigen Plänen nicht beachtet werde. „Das wäre ein erheblicher Eingriff in den Landschaftspark Belvedere“, sagt Roland Schüler, der auch der Grünen-Fraktion in der BV angehört. Zur Begründung zeigte er den möglichen Querschnitt der künftigen Stadtbahntrasse Richtung Widdersdorf: Inklusive der Fahrbahn der Freimersdorfer Straße, an der sie entlang führen soll, sowie den zugehörigen Geh- und Radwegen sei eine Breite von 30 Metern denkbar: „Dann würden viele Bäume verloren gehen, die jetzt die Straße und den Landschaftspark säumen, aber auch viele Ackerflächen.“

Günter Fritsche vom Förderkreis Äußerer Grüngürtel bekräftigte dies. Derzeit sei die Freimersdorfer Straße inklusive Geh- und Radwegen elf Meter breit, ein knappes Drittel der künftigen Breite. „Eine Lösung wäre vielleicht, die Stadtbahn in der Mitte der Straße zu verlegen. Dass man damit viel Platz sparen kann und auch in engen Straßen zurechtkommt, beweist ja die Zülpicher Straße.“ Ein starker Eingriff in die Natur wäre schon der Tunnel, der zwingend von der Haltestelle Bocklemünd bis hinter die Gleise der Bahntrasse Köln-Mönchengladbach führen müsste, weil auch Militärringstraße und Venloer Straße kaum oberirdisch gekreuzt werden könnten. „Dann werden gern Ersatzpflanzungen angeboten, aber in der Umgebung des Landschaftsparks ist dafür nirgends genug Platz“, sagte Martin Krist.

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RAG - Redaktion

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