Radsportclub „Alpenrose“ Weiden/Kürten 1926 e.V.
100-Jähriges Bestehen
- Mitglieder des RSC Alpenrosen präsentieren in den Anfängen Blumenreigen und verschiedene Vorführungen auf dem Fahrrad. Foto: RSC Alpenrose
- hochgeladen von Angelika Koenig
Kürten. Der Radsportclub Radsportclub „Alpenrose“ Weiden/Kürten 1926 e.V. feiert ein Jubiläum: Am 9. Mai 2026 blickt der Verein auf 100 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Ein Jahrhundert voller sportlicher Erfolge, ehrenamtlichen Engagements und gemeinsamer Erlebnisse prägt die Geschichte des Vereins. Der sportliche Schwerpunkt des RSC Alpenrose liegt seit vielen Jahrzehnten auf dem Kunstradfahren. In dieser besonderen Radsportdisziplin präsentieren Athletinnen und Athleten turnerische und akrobatische Figuren auf speziell konstruierten Fahrrädern.
Die Anfänge im Jahr 1926
Gegründet wurde der Verein am 9. Mai 1926 in der Gaststätte Pohl im Ortsteil Weiden. Bei der Gründungsversammlung wurden der erste Vorstand gewählt und der Vereinsname festgelegt. Der Name „Alpenrose“ entstand aus einer besonderen Tradition: Die Sportler schmückten ihre Fahrräder gerne mit Blumen. In den ersten Jahren präsentierten die Mitglieder vor allem sogenannte Blumenreigen und verschiedene Vorführungen auf dem Fahrrad. Da Turnhallen damals kaum zur Verfügung standen, fanden diese Aufführungen häufig in Gasthaussälen statt. Mit der Zeit entwickelte sich aus den Showdarbietungen der heutige Wettkampfsport im Kunstradfahren.
Neubeginn nach dem Krieg
Der Zweite Weltkrieg brachte das Vereinsleben nahezu zum Erliegen. Viele Mitglieder kehrten nicht zurück. Erst 1947 erhielt der Verein vom Hauptquartier der Militärregierung die Genehmigung, seine Tätigkeit wieder aufzunehmen. Wenige Jahre später konnte der RSC Alpenrose sein 25-jähriges Bestehen mit einem großen Festzug feiern, an dem zahlreiche Orts- und Gastvereine teilnahmen.
Entwicklung zum Leistungssport
Mit dem Beitritt zum Bund Deutscher Radfahrer in den 1950er-Jahren begann eine neue Phase der sportlichen Entwicklung. Neue Kunsträder wurden angeschafft und durch die Eröffnung der Turnhalle in Bechen im Jahr 1963 verbesserten sich die Trainingsbedingungen erheblich. Das Training wurde zunehmend professioneller. Ab 1970 verlagerte sich der Schwerpunkt verstärkt auf das Einer- und Zweier-Kunstradfahren. 1974 öffnete sich der Verein auch für Mädchen, kurze Zeit später kam das Einradfahren in Reigenformationen hinzu.
Breitenradsport und neue Angebote
Neben dem Leistungssport entwickelte sich auch der Breitenradsport. 1981 gründete der Verein eine Radtouristik-Abteilung. Auf Initiative von Dieter Rathmann entstand eine Gruppe radsportbegeisterter Männer und Frauen, die sich dem Straßenradsport widmete. Bereits 1984 fand die erste Radtouristikfahrt „Von Kürten zur Nordhelle“ statt, die schnell zu einer beliebten Veranstaltung wurde. Seit 1985 ergänzt außerdem die Skigymnastik das sportliche Angebot des Vereins.
Erfolge bis in die jüngste Zeit
Auch in den 1990er- und 2000er-Jahren blieb der Verein sportlich erfolgreich. Jennifer Kirchen und Marion Berghaus nahmen mehrfach an Deutschen Meisterschaften teil. Gleichzeitig konnte der Verein auch im Einradfahren beachtliche Leistungen erzielen. Der größte Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte gelang 2011: Das Zweierpaar Maren Haase und Carina Rappenhöner erreichte zunächst den dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften und wurde im selben Jahr bei der Europameisterschaft der Juniorinnen in Österreich Europameister.
Ehrenamt als Fundament des Vereins
Ein wesentlicher Grund für die Beständigkeit des RSC Alpenrose ist das große ehrenamtliche Engagement seiner Mitglieder. Besonders prägend war Hermann Josef Berghaus, der den Verein über mehr als 70 Jahre begleitete – zunächst als aktiver Sportler, später als Trainer, Vorstandsmitglied und technischer Ansprechpartner für die Kunsträder. Bis zu seinem Tod im Jahr 2023 war er regelmäßig in der Sporthalle aktiv und kümmerte sich mit großer Leidenschaft um die Räder der Sportlerinnen und Sportler. Sein Engagement wird fortgeführt: Klaus Berghaus als 1. Vorsitzender, Sabine Rappenhöner als Geschäftsführerin und Trainerin, Conny Selbach als Sozialwartin und Trainerin sowie Monika Häker als Vertreterin der Skigymnastik-Übungsleiterin Anita Klein. Auch Silke Walder als 2. Vorsitzende sowie Anita und Hans-Peter Klein haben über viele Jahre entscheidend zum Vereinsleben beigetragen.
Blick in die Zukunft
Der Verein befindet sich aktuell in einer herausfordernden Phase: Die Zahl der aktiven Sportlerinnen und Sportler ist geringer geworden und auch im Trainer- und Vorstandsbereich wird Nachwuchs gesucht. Dennoch gibt es auch positive Perspektiven: Das Zweierpaar Alica Arens und Neela Rodenbach startete seit 2025 erstmals auf nationaler Ebene. Auch in diesem Jahr ist ihr Ziel wieder, sich für die Deutsche Meisterschaft der Juniorinnen zu qualifizieren.
Jubiläumsfeier am 9. Mai 2026
Das 100-jährige Vereinsjubiläum wird am Samstag, 9. Mai, ab 17 Uhr, in der Turnhalle Bechen gefeiert. Die Gäste erwartet eine Reise durch die Vereinsgeschichte mit sportlichen Darbietungen. Die RSC-Sportlerinnen Neela Rodenbach und Alica Arens zeigen ihr Programm im Zweier-Kunstradfahren. Als besondere Gäste treten außerdem die Weltmeisterinnen im Zweier-Kunstradfahren des Jahres 2025, Henny Kirst und Antonia Bärk, auf. Zusätzlich präsentiert Antonia Bärk eine Radsportshow. Musikalisch umrahmt wird der Abend von der Musikgemeinschaft Bechen. Anschließend besteht die Möglichkeit, sich bei Getränken und „Häppchen“ über die „alten Zeiten“ zu unterhalten und auszutauschen.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
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