Schützenbruderschaft Biesfeld
Inklusive Wege mit neuer Schießanlage begehen
- Bei der Premiere der Anlage kamen ausschließlich positive Rückmeldungen der Aktiven. Foto: Förderverein Schützen Biesfeld
- hochgeladen von Angelika Koenig
Kürten (hh). Die Schützenbruderschaft Biesfeld beschreitet neue Wege. Der Verein möchte Inklusion leben und das Vereinsleben vielfältiger gestalten, indem beeinträchtigten Menschen, insbesondere Kindern und Jugendlichen, unabhängig von ihrem Alter, die Teilnahme am Schießsport ermöglicht werden soll, sie ins Vereinsleben eingebunden und hierdurch Vorurteile abgebaut werden sollen. Um dies zu ermöglichen, wurde eine neue Schießanlage zur Probe ausgeliehen, die Menschen mit körperlichen oder leichten geistigen Behinderungen, motorischen Einschränkungen oder chronischen Erkrankungen für den Schießsport begeistern soll. Eine Einbindung ins Vereinsleben mit gleichzeitigem Abbau von Vorurteilen sind weitere Ziele des ehrgeizigen Projekts. Der Start vor mehr als 70 Gästen beim „Osterhasenschießen“ verlief vielversprechend:
Die Bildübertragung der Schießwettbewerbe in den Zuschauerraum wurde
sehr positiv aufgenommen; ferner gefiel die Anlage, da mit Diabolos auf
einen geschützten Bildschirm geschossen werden konnte.
Beeindruckend war zudem die schnelle Umschaltmöglichkeit von "Kartenzielen"
auf "Bildziele", wo 140 verschiedene Motive zur Verfügung stehen.
Anlass der Überlegungen zum Umbau der bestehenden Anlage ist deren derzeitige eingeschränkte Barrierefreiheit, da technische Gegebenheiten Personen mit motorischen Einschränkungen eine gleichberechtigte Nutzung erschweren. Gleichzeitig besteht im Rheinisch-Bergischen Kreis indes ein wachsender Bedarf an inklusiven Vereinsstrukturen. Die Bruderschaft strebt daher an, durch technische Anpassungen, etwa einem verbesserten Zugang und der Anpassung der Schießstände an individuelle Bedürfnisse, in Kürze inklusive Trainingsgruppen (auch durch Schulung von Trainern) aufzubauen und das Vereinsleben nachhaltig für neue Zielgruppen zu öffnen.
In einer Gedankenschrift betont die Schützenbruderschaft Biesfeld e.V. ihre seit Generationen existierenden Werte „Glaube – Sitte – Heimat“, die auch zur Verantwortung gegenüber unterstützungsbedürftigen Menschen verpflichten. „Heimat ist dort, wo Menschen dazugehören. Gerade im ländlichen Raum ist der Schützenverein häufig Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Wenn Menschen mit Behinderungen hiervon ausgeschlossen bleiben, bleibt Heimat unvollständig. Durch das Projekt ermöglichen wir echte Zugehörigkeit, wirken sozialer Isolation entgegen, stärken Familien und fördern generationsübergreifende Begegnung. Mit dem geplanten Projekt öffnen wir unsere Gemeinschaft bewusst für Menschen mit Behinderungen, ermöglichen gleichberechtigte Teilhabe, schaffen Räume der Begegnung und fördern Würde sowie Selbstbestimmung. Durch die Einbindung von Menschen mit Behinderungen stärken wir den inneren Zusammenhalt unserer Bruderschaft, leben Kameradschaft neu und bewahren das Schützenwesen als verbindende Kraft unserer Gesellschaft.“ Hinsichtlich der Vereinsentwicklung hofft die Bruderschaft, dass die neue Anlage auch zur Zukunftssicherung des Vereins beiträgt, indem neue Zielgruppen angesprochen, die Jugend- und Nachwuchsarbeit gestärkt und sie als sozial engagierter Traditionsverein wahrgenommen wird. Die Realisierung der inklusiven Anlage soll ferner Modellcharakter für andere Bruderschaften entwickeln, Impulse für die Weiterentwicklung des historischen Schützenwesens geben und deutlich machen, dass Tradition und Inklusion keine Gegensätze bedeuten. „Die Schützenbruderschaft Biesfeld e.V. ist überzeugt, dass dieses Projekt Tradition und Zukunft in vorbildlicher Weise miteinander verbindet. Mit der Unterstützung verschiedenster Gruppen kann ein Leuchtturmprojekt entstehen, das zeigt: Schützenwesen bedeutet Gemeinschaft – für alle.“
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
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