Köln stellt Müll-Garagen auf
Pilotprojekt bringt 100 neue Groß-Papierkörbe in die City
- Auf der Breite Straße steht eine der neuen Abfalltonnen.
- Foto: Ayhan Demirci
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Mehr Platz für Pizzakartons, Becher und anderen Müll: Köln testet 100 neue sogenannte Papierkorbgaragen in der Innenstadt. Die Behälter sind deutlich größer als normale Papierkörbe und sollen vor allem an stark besuchten Plätzen für weniger Überfüllung sorgen. Das Pilotprojekt läuft zunächst ein Jahr. Danach will die Stadt entscheiden, wie sich das neue System bewährt hat.
Wer in der Kölner Innenstadt unterwegs ist, soll seinen Müll künftig leichter loswerden können. Stadt und AWB stellen im Rahmen eines Pilotprojekts 100 neue Papierkorbgaragen an stark frequentierten Standorten auf. Die erste Anlage wurde am Mittwoch, 9. September 2026, von Oberbürgermeister Torsten Burmester und AWB-Geschäftsführer Thomas Thalau offiziell in Betrieb genommen. Hinter dem etwas sperrigen Namen Papierkorbgarage steckt vor allem eines: deutlich mehr Fassungsvermögen. In jeder Anlage steht ein Abfallbehälter mit 240 Litern Volumen, wie er auch bei Veranstaltungen eingesetzt wird.
Der Behälter steckt in einem robusten Gehäuse. Die Verkleidung ist knapp 80 Zentimeter breit und lang, mehr als 1,5 Meter hoch und wiegt 155 Kilogramm. Besonders auffällig sind die vier großen Einwurföffnungen. Sie sollen groß genug sein, damit auch sperrige Abfälle wie Pizzakartons hineinpassen. Genau an solchen Dingen scheitern kleinere Papierkörbe im Alltag häufiger. Mit den größeren Modellen will die Stadt Überfüllungen an besonders gut besuchten Orten verringern.
Die neuen Papierkorbgaragen sind Teil des sogenannten Masterplans Sauberkeit. Ende 2024 hatte der Rat die Verwaltung beauftragt, das bisherige Papierkorbkonzept zu überarbeiten und stärker auf neue und bedarfsgerechte Modelle zu setzen. Bei der Entwicklung des Masterplans waren nach Angaben der Stadt auch Bürger, Wirtschaft, Vereine und Institutionen beteiligt. Zu den häufig genannten Wünschen gehörten größere Abfallbehälter, besser angepasste Reinigungskonzepte und mehr Sauberkeit an stark besuchten Orten.
Auch für die AWB-Mitarbeiter sollen die neuen Behälter Vorteile bringen. Zur Leerung wird die 240-Liter-Tonne aus dem Gehäuse gezogen und anschließend mit dem Abfallsammelfahrzeug entleert. AWB-Geschäftsführer Thomas Thalau sieht darin eine körperliche Entlastung für die Beschäftigten. Gleichzeitig sollen größere Behälter dafür sorgen, dass weniger Papierkörbe überfüllt sind. Aufgestellt werden die Papierkorbgaragen vor allem dort, wo täglich viele Kölner, Pendler und Touristen unterwegs sind.
94 Exemplare sind für den Innenstadtbereich vorgesehen. Dazu gehören unter anderem der Brüsseler Platz, Rudolfplatz, Neumarkt, Alter Markt, Heumarkt und der Rheingarten. Weitere sechs Papierkorbgaragen kommen ins Umfeld des Doms. Direkt mittig auf der Domplatte sollen sie allerdings nicht stehen, sondern in angrenzenden Bereichen.
Das Ganze ist zunächst ein Test. Ein Jahr lang wollen Stadt und AWB beobachten, wie die neuen Behälter angenommen werden und ob sie tatsächlich einen messbaren Unterschied bei der Sauberkeit machen.
Dabei wird auch getestet, wie auffällig ein Papierkorb sein muss. Die Hälfte der Anlagen wird grau gestaltet, die andere Hälfte bekommt eine auffällige orangefarbene Beklebung. So soll untersucht werden, ob gut sichtbare Behälter stärker genutzt werden. Nach Ende des Pilotprojekts kann die Gestaltung entsprechend angepasst werden. (bn.)
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |