Kosten steigen, Förderfrist läuft ab
Museum Selma: Entscheidung unter Zeitdruck
- Die Hallen 70 und 71 auf dem ehemaligen Gelände der Klöckner-Humboldt-Deutz-Werke an der Dillenburger Straße. Dort sollte das Migrations-Museum Selma realisiert werden,
- Foto: Nabil Hanano
- hochgeladen von EXPRESS - Die Woche - Redaktion
In Köln-Kalk soll ein Museum entstehen, das die Migrationsgeschichte Deutschlands sichtbar macht. Doch das Projekt „Museum Selma“ steht unter Druck: Die Baukosten sind deutlich gestiegen, zugleich läuft eine wichtige Frist für Bundesmittel. Jetzt soll ein Runder Tisch helfen, das Vorhaben doch noch auf Kurs zu bringen. Für Köln geht es um ein Kulturprojekt, das viele Lebensgeschichten in dieser Stadt betrifft.
Das geplante „Museum Selma“ sorgt in Köln weiter für Gesprächsstoff. In den vergangenen Wochen wurde öffentlich und politisch intensiv darüber diskutiert, wie es mit dem Vorhaben weitergehen kann. Das Museum soll die Migrationsgeschichte Deutschlands in Köln sichtbar machen. Für viele Kölner ist das ein Thema, das nah am Alltag liegt: Familiengeschichten, Neuanfänge, Arbeit, Nachbarschaft und die Frage, wie diese Stadt geworden ist, was sie heute ist.
Der Grund für die aktuelle Debatte sind veränderte Rahmenbedingungen. Bei der Projektträgerin DOMiD gGmbH, dem Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland, führten erhebliche Steigerungen der Baukosten dazu, dass die bisherigen Standortfragen neu bewertet werden müssen. Hinzu kommt Zeitdruck: Die Fördermittel des Bundes können nur noch bis Ende des Jahres abgerufen werden. Deshalb braucht es nun kurzfristige Entscheidungen.
Die Stadt Köln begleitet diesen Prozess nach eigenen Angaben intensiv und in enger Abstimmung mit den Fördermittelgebern. Sie unterstützt das Vorhaben im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Damit das Großprojekt trotz der engen fördermittelrechtlichen Vorgaben nicht gefährdet wird und eine zügige Umsetzung möglich bleibt, hat Oberbürgermeister Torsten Burmester am Freitag, 5. Juni 2026, die zentralen Akteure zu einem Runden Tisch eingeladen.
An diesem Austausch nahmen neben DOMiD und Vertretern der Kölner Stadtverwaltung auch Repräsentanten der zuständigen Landesministerien, der Bezirksregierung Köln sowie Mitglieder der Kommunal- und Bundespolitik teil. Ziel des Treffens ist es, trotz gestiegener Kosten einen Weg zu finden, das Museum in Köln-Kalk zu realisieren.
Der Runde Tisch soll ausdrücklich dazu dienen, im direkten Austausch tragfähige Lösungen zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht eine pragmatische und schnelle Umsetzung unter den neuen Bedingungen. Für Köln geht es damit nicht nur um Baukosten und Förderfristen, sondern auch um die Frage, ob ein wichtiges Kulturprojekt für die Stadt und das Land gesichert werden kann. (bn.)
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |
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