Hilfe, Halt und Hoffnung
Kölner Rat berät über neues Suchthilfezentrum am Perlengraben
- Großes Interesse hatten Bürger an der Infoveranstaltung zum geplanten Suchthilfezentrum am Perlengraben in der Aula des Berufskollegs Perlengraben im Januar.
- Foto: Michael Bause
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Am Perlengraben steht eine wichtige Entscheidung an: Köln will schwer suchtkranken Menschen künftig gezielter helfen. Gleichzeitig geht es um ein Thema, das viele Kölner im Alltag beschäftigt: Sicherheit, Sauberkeit und ein verträgliches Miteinander im öffentlichen Raum. Der Rat soll am 12. Mai über den Bau des neuen Suchthilfezentrums entscheiden. Klar ist: Das Projekt soll Hilfe anbieten, aber auch das Umfeld im Blick behalten.
Der Rat der Stadt Köln entscheidet am 12. Mai 2026 über den Bau eines neuen Suchthilfezentrums am Perlengraben und an der Wilhelm-Hoßdorf-Straße. Das Angebot richtet sich an drogengebrauchende, schwerstabhängige und damit schwerstkranke Menschen. Für Köln ist das ein Vorhaben, das zwei Seiten zusammenbringen soll: mehr konkrete Hilfe für Betroffene und eine Entlastung des öffentlichen Raums.
Geplant ist eine Einrichtung mit Drogenkonsumraum. Dabei soll es je einen Raum für inhalativen und intravenösen Konsum geben. Hinzu kommen ein Kontaktladen, ein Ruheraum, ein Raum für medizinische Behandlungen sowie Räume für persönliche Beratung und Vermittlung. Auch niedrigschwellige Beschäftigung soll möglich sein. Außerdem sind ein Raum zum Erwerb von Nahrung und Getränken, eine Kleiderkammer, Duschen, Waschmöglichkeiten und Toiletten vorgesehen.
Nach der aktuellen Planung soll das Suchthilfezentrum in Modulbauweise entstehen. Ein Grund dafür ist die im Vergleich zum Containerbau höhere Energieeffizienz. Vorgesehen ist ein zweigeschossiges Gebäude mit insgesamt 910 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Im Außenbereich soll eine Aufenthaltsfläche mit Umzäunung und Sichtschutz entstehen. Fertig werden soll das Zentrum im zweiten Quartal 2027. Den Betrieb soll später ein externer Träger übernehmen.
Der Bau kostet nach aktueller Vorlage rund 8,72 Millionen Euro und soll an einen Totalunternehmer vergeben werden. Oberbürgermeister Torsten Burmester verbindet mit dem Projekt mehrere Ziele. Schwerstsuchtkranke Menschen sollen dort besser unterstützt werden. Gleichzeitig solle der öffentliche Raum entlastet und dem Wunsch der Kölner nach mehr Sicherheit und Sauberkeit Rechnung getragen werden. Burmester sagte, er sei froh, dass der Rat nach dem Planungsbeschluss nun auch den Baubeschluss fassen werde und das Zentrum damit schnellstmöglich eröffnet werden könne.
In derselben Sitzung soll der Rat außerdem die Fortschreibung der „Grundlagenanalyse Sicherheitskonzept“ beschließen. Dabei geht es unter anderem darum, die öffentliche Sicherheit rund um das Suchthilfezentrum zu gewährleisten. Im Blick stehen Anwohner, Gewerbetreibende, Schüler auf ihrem Schulweg und andere schutzwürdige Personen. Das Vorhaben soll so verträglich wie notwendig und möglich umgesetzt werden
Die Beschlussvorlage steht im Ratsinformationssystem der Stadt Köln bereit unter: Suchthilfezentrum am Perlengraben Baubeschluss
Weitere Informationen gibt es hier. (bn.)
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |