Stadt prüft Warnsysteme ab 12 Uhr
Köln testet am Samstag Sirenen, Apps und Werbetafeln
- Beim Warntag sollten sich auch mobile Endgeräte angehen.
- Foto: Symbolfoto: Frank H. - stock.adobe.com
- hochgeladen von EXPRESS - Die Woche - Redaktion
Am Samstagmittag wird es in Köln kurz ungemütlich laut: Die Stadt testet ihre Warnsysteme. Sirenen heulen, Warn-Apps melden sich, Werbetafeln zeigen Hinweise. Für Kölner ist das kein Grund zur Sorge, sondern ein wichtiger Test für den Ernstfall. Wer weiß, was die Töne bedeuten, kann im Notfall schneller richtig reagieren.
Am Samstag, 6. Juni 2026, um 12 Uhr wird es in Köln laut: Die Stadt testet ihre Warnsysteme. Insgesamt 136 Sirenen im Stadtgebiet werden ausgelöst. Gleichzeitig melden sich die Warn-Apps „NINA“, die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, sowie „KATWARN“, das Warn- und Informationssystem für die Bevölkerung. Auch auf rund 130 privaten Werbetafeln in Köln erscheinen kurze Informationen mit Verhaltenshinweisen. „Cell Broadcast“ wird beim kommunalen Warntag allerdings nicht ausgelöst.
Für die Kölner bedeutet das: Wer am Samstagmittag Sirenen hört, muss nicht erschrecken. Der Ablauf ist klar geregelt. Zuerst ertönt ein einminütiger Dauerton zur Entwarnung. Nach fünf Minuten Pause folgt ein auf- und abschwellender Ton, der im Ernstfall einen Katastrophenschutzalarm anzeigen würde. Wieder fünf Minuten später ist erneut ein einminütiger Dauerton zur Entwarnung zu hören.
Die Feuerwehr Köln bittet um Rückmeldung, falls Sirenen im Stadtgebiet nicht auslösen. Denn genau darum geht es bei dem Test: Die Stadt will prüfen, ob die Warnwege funktionieren und ob die Menschen in Köln im Ernstfall zuverlässig erreicht werden können.
Wichtig für alle Kölner ist, was im Ernstfall zu tun wäre. Wenn Sirenen auslösen, sollen Menschen geschlossene Räume aufsuchen, Passanten bei sich aufnehmen, Türen und Fenster schließen, Lüftungsanlagen ausschalten und das Radio einschalten. Sirenen werden grundsätzlich in einem Radius von drei Kilometern um den Gefahrenbereich ausgelöst.
Welche Warnmittel in Köln eingesetzt werden, hängt immer vom jeweiligen Schadensereignis ab. Nicht bei jedem Vorfall ist es nötig oder sinnvoll, alle verfügbaren Warnwege zu aktivieren. Entscheidend ist unter anderem, wie viele Menschen betroffen sind und um welche Gefahr es geht. Neben der Einsatzleitung der Feuerwehr können auch das Amt für öffentliche Ordnung, das Gesundheitsamt, das Umwelt- und Verbraucherschutzsamt der Stadt Köln sowie in besonderen Situationen die Stadtentwässerungsbetriebe Warnsignale auslösen lassen. Die Leitstelle der Feuerwehr Köln kann außerdem im Auftrag der Polizei und anderer Kommunen warnen.
Sollte im Ernstfall ein Warnmittel ausfallen, können andere Warnwege einspringen. Bei akuter Gefahr kann sich die Leitstelle der Feuerwehr direkt in das laufende Programm von Radio Köln aufschalten und Verhaltenshinweise geben. Diese Durchsagen werden dann alle 15 Minuten wiederholt. Auch die Internetseite der Stadt Köln kann im Warnfall automatisch angesteuert werden, sodass Eilmeldungen auf der Startseite erscheinen. Zusätzlich wird ein RSS-Feed erzeugt, den Interessierte abonnieren können.
Über das modulare Warnsystem des Bundes, kurz MoWaS, werden vorhandene Warn-Apps wie NINA ausgelöst. Außerdem erscheinen auf rund 130 privaten Werbetafeln im Stadtgebiet kurze Hinweise, wo Verhaltensempfehlungen abrufbar sind. Die App NINA bietet verschiedene Einstellungsmöglichkeiten. Nutzer können einen oder mehrere Orte auswählen, für die sie Warnmeldungen erhalten möchten. Jede Warnmeldung enthält eine Beschreibung der Gefahrensituation und konkrete Verhaltensempfehlungen.
Zusätzlich kann die Leitstelle der Feuerwehr über eine Warn-E-Mail rund 80 verschiedene Empfänger informieren. Dazu gehören unter anderem das Bürgertelefon der Stadt Köln, die Leitstelle der Kölner Verkehrs-Betriebe, Radio Köln und andere regionale Medienanstalten.
Für die Menschen in Köln ist der Warntag damit vor allem eine Erinnerung: Warnungen sind nur dann hilfreich, wenn man sie erkennt und weiß, was zu tun ist. Am Samstag wird genau das geprobt. (bn.)
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |