Corona-Nachrichten
Kann man FFP2-Masken mehrfach verwenden?

Aus hygienischen Gründen sollte man FFP2-Masken nach dem Tragen nicht einfach in die Tasche stecken, sondern zum Trocknen aufhängen. © pixabay.com / TRD/MP
  • Aus hygienischen Gründen sollte man FFP2-Masken nach dem Tragen nicht einfach in die Tasche stecken, sondern zum Trocknen aufhängen. © pixabay.com / TRD/MP
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(BNP/MP) Fast alle Maskenträger verwenden FFP2-Masken mehrfach. Was die Frage aufwirft: Schützen die eigentlich als Einmalprodukte ausgelegten Viren-Blocker bei häufigerem Gebrauch ebenso gut wie beim ersten Tragen? Ein Forschungsteam der Hochschule München (HM) testete 15 handelsübliche FFP2-Masken in einer 22-Stunden-Gebrauchssimulation auf Filterwirkung und Atemkomfort.

Ein Einkauf im Supermarkt, danach noch schnell zur Post, die Kinder von der Kita abholen: alles mit der gleichen Maske. Anschließend bleibt sie im Auto liegen, damit man sie am nächsten Tag gleich wiederverwenden kann. Das ist bequem und spart Kosten.

Aber ist das eigentlich sinnvoll? „Wir haben die Filterwirkung und den Atemwiderstand von 15 in Deutschland erhältlichen FFP2-Maskenmodellen vor und nach einer 22-stündigen Gebrauchssimulation untersucht“, sagt der wissenschaftliche Projektleiter und Professor für Medizintechnik Christian Schwarzbauer. Dazu entwickelte der Ingenieur und Mechatroniker Hamid Azizi einen speziellen Beatmungssimulator. Damit wurden Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Druck und Atemzeitvolumen der menschlichen Atmung bei leichter körperlicher Belastung exakt nachgebildet.

Für die Gebrauchssimulation wurde jede Maske zunächst für 12 Stunden mit dem Simulator „beatmet“ und anschließend für 60 Minuten bei 80 Grad in einen Trockenofen gelegt. Die Wärmebehandlung im Backofen wurde als Hygienemaßnahme bei Wiederverwendung von FFP2-Masken von der FH Münster untersucht und empfohlen. Danach wurde die Maske noch einmal für zehn Stunden an den Beatmungssimulator angeschlossen und dann einer zweiten Wärmebehandlung im Trockenofen unterzogen.

Der Dauertest führte bei acht der 15 untersuchten Masken-Modelle zu einer deutlichen Abnahme der Filterleistung. Und: Der Atemwiderstand der Maskenmodelle hat sich durch die Gebrauchssimulation bei den meisten Maskenmodellen tendenziell verringert. „Die Masken bieten dadurch etwas weniger Atemkomfort, ansonsten ist das aber unproblematisch, da die Schutzwirkung trotzdem gegeben ist“, sagt Schwarzbauer.

Fazit: Zwölf der 15 untersuchten FFP2-Masken-Modelle haben den Labortest bestanden – zwei erfüllten nicht einmal im fabrikneuen Zustand die Anforderungen der Norm. Durch die Gebrauchssimulation waren die Masken für insgesamt 22 Stunden einer Belastung ausgesetzt, wie sie sich durch das Atmen bei leichter körperlicher Aktivität ergeben würde.

Wird eine FFP2-Maske nur für wenige Stunden am Tag bei moderater körperlicher Aktivität getragen, dann sehe ich hinsichtlich der Schutzwirkung und des Atemkomforts kein Problem, wenn diese Maske an mehreren Tagen wiederverwendet wird“, sagt Schwarzbauer.

Leserreporter:

Peter (PETE) Berger aus Köln

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