Abendmarkt vor dem Aus?
Gericht bestätigt Kritik am bisherigen Wochenmarkt-Konzept
- Markt-Treff am Rudolfplatz.
- Foto: Dirk Borm
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Der Abendmarkt auf dem Rudolfplatz steht vor einer ungewissen Zukunft. Die Betreiberin ist mit ihrer Klage gegen die Vorgaben der Stadt gescheitert. Jetzt sollen neue rechtliche und organisatorische Möglichkeiten geprüft werden – damit der Platz auch abends ein Treffpunkt bleibt.
Der Abendmarkt auf dem Rudolfplatz darf in seiner bisherigen Form voraussichtlich nicht weitermachen. Die aktuelle Betreiberin ist mit ihrer Klage vor dem Verwaltungsgericht gescheitert. Sie wollte erreichen, dass sie das klassische Wochenmarktangebot reduzieren darf.
Die Stadt hatte Anfang des Jahres die Ausrichtung eines wöchentlichen Abendmarktes auf Grundlage eines Wochenmarktkonzepts ausgeschrieben. Den Zuschlag bekam die Deutsche Marktgilde, ein bundesweit tätiger Marktveranstalter. Ihr Konzept sah ein ausgewogenes Sortiment vor. Dazu sollten voraussichtlich sechs klassische Wochenmarktstände mit frischen Lebensmitteln für den täglichen Bedarf gehören.
Am 30. April 2026 feierte der Markt unter dem Namen „Markt-Treff Rudolfplatz“ Premiere. Danach stellte die Stadt jedoch fest, dass die Betreiberin ihr Konzept nicht einhalten konnte. Das Angebot entsprach aus Sicht der Stadt außerdem nicht den Anforderungen an einen Wochenmarkt.
Daraufhin erließ die Stadt eine Festsetzung. Danach muss das Angebot zu mindestens 50 Prozent aus unverarbeiteten Lebensmitteln bestehen. Gegen diese Vorgabe klagte die Betreiberin. Ihr Ziel war ein neues Konzept mit einem Warenangebot, das von den Anforderungen aus der Ausschreibung und den gesetzlichen Vorgaben für einen Wochenmarkt abweicht.
Das Gericht stellte im Termin fest, dass der Markt in seiner aktuellen Form nicht den gesetzlichen Vorgaben nach § 67 der Gewerbeordnung entsprechen dürfte. Auf dem Rudolfplatz habe es stellenweise keinen oder höchstens einen Stand mit frischen Lebensmitteln gegeben. Zwar müsse die geforderte Quote nach Auffassung des Gerichts noch konkreter gefasst werden. In der Sache folgte das Gericht jedoch der Auffassung der Stadt.
Wie es auf dem Rudolfplatz weitergeht, ist damit noch offen. Die Stadtverwaltung will nun alternative rechtliche und organisatorische Möglichkeiten prüfen. Ziel ist ein tragfähiges Konzept für einen modernen Abendmarkt oder ein vergleichbares Format. Der Rudolfplatz soll auch in den Abendstunden ein lebendiger und urbaner Ort der Begegnung bleiben. (bn.)
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |