ESA-Chef: Erster Europäer auf dem Mond
Fliegt 2028 ein Kölner zum Mond?
- Zugegeben, da ist die KI ein wenig mit uns durchgegangen. So würde „Astro-Alex“ sicherlich nicht über den Mond spazieren (aber schön wäre es schon).
- Foto: KI/Google Gemini 3
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von Alexander Kuffner
Die Nachricht schlug Ende vergangener Woche ein wie ein Meteorit: Josef Aschbacher, der Chef der europäischen Raumfahrtbehörde ESA, erklärte: „Ich habe entschieden, dass die ersten Europäer, die auf einer Mondmission fliegen werden, ESA-Astronauten deutscher, französischer und italienischer Nationalität sein werden.“ Zudem betonte er, dass Deutschland zuerst an der Reihe sei. Das saß. Spaziert also schon bald ein Deutscher auf dem Mond? Und wie stehen die Chancen, dass es Alexander Gerst (49) wird – ein kölscher Immi und Deutschlands bekanntester Astronaut?
Wir dröseln das einmal für Sie auf …
1. Die Mission
Das Artemis-Programm der NASA mit Beteiligung internationaler Partner verfolgt das Ziel, erstmals seit Apollo 17 (1972) wieder Menschen auf den Mond zu bringen und anschließend regelmäßig bemannte Landungen durchzuführen.
Langfristig dient das Programm der Vorbereitung eines Flugs zum Mars, wobei der Mond als Basis fungieren soll. Neben der NASA und der ESA sind auch Kanada und Japan beteiligt. Den Auftakt machte 2022 Artemis I, ein unbemannter Testflug, bei dem Rakete und Raumkapsel den Mond umrundeten. Im nächsten Jahr soll Artemis II folgen: ein bemannter Flug mit männlichen und weiblichen Astronauten, die in einer rund zehn Tage dauernden Mission den Mond umrunden. Eine Landung ist dabei noch nicht vorgesehen. Für 2027 ist Artemis III mit einer bemannten Mondlandung geplant, Artemis IV – ebenfalls mit Mondlandung – soll 2028 folgen. Artemis II und III werden ausschließlich mit NASA-Astronauten besetzt, das steht bereits fest. Europa kommt ab Artemis IV zum Zug – frühestens also 2028.
Ob der Mond in den kommenden Jahren tatsächlich so viele Besucher sehen wird, steht aber noch in den Sternen: Bereits Artemis II wurde mehrfach verschoben, zuletzt von 2024 auf 2026.
2. Jetzt kommt Köln ins Spiel
Und zwar zum einen durch das 2024 eröffnete Luna-Zentrum, eine vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der ESA betriebene Anlage, die auf 700 Quadratmetern Kölner Bodens eine möglichst realistische Mondoberfläche simuliert. Ideal, um Einsätze auf dem Erdtrabanten zu trainieren.
Zum anderen durch Alexander Gerst, einen der erfahrensten europäischen Astronauten. Mit zwei ISS-Missionen – eine davon als Kommandant – verbrachte er insgesamt ein Jahr im All. Seit Beginn seiner Astronautenausbildung 2009 am Europäischen Astronautenzentrum (EAC) nahe dem Flughafen Köln/Bonn lebt und arbeitet „Astro-Alex“ in der Domstadt. Seit rund drei Jahren leitet er im EAC die Abteilung „Astronaut Operations“ und kennt das europäische Astronautenkorps daher bestens. Vergangene Woche sagte Gerst im „Deutschlandfunk“, dass derzeit nur fünf bis sechs europäische Astronautinnen und Astronauten überhaupt für Artemis infrage kämen – darunter sein deutscher Kollege Matthias Maurer (55), der 2022 rund ein halbes Jahr auf der ISS verbrachte, sowie er selbst.
3. Ein Kölner auf dem Mond
Artemis IV könnte frühestens 2028 starten und wäre die erste Mission zum Mond mit europäischen Astronauten. ESA-Chef Aschbacher hat festgelegt: Der erste Europäer an Bord wird ein Deutscher sein. Realistisch betrachtet gelten Alexander Gerst und Matthias Maurer als die mit Abstand bestqualifizierten Kandidaten. Und Gerst lebt und arbeitet sogar direkt neben dem „Probe-Mond“. Da müsste es doch schon 11 schlagen, wenn nicht er als erster Europäer – und Kölner – auf dem Mond spazieren geht. Und falls doch der immerhin sechs Jahre ältere Maurer den Zuschlag erhält? „Nicht schlimm“, sagte „Astro-Alex“ im Deutschlandfunk. Man spiele in einem Team. Und es seien ja außerdem nach Artemis IV noch weitere Missionen geplant. Auch das Alter sei laut Gerst kein Problem: Sein US-Kollege Don Pettit habe kürzlich mit knapp 70 Jahren acht Monate auf der internationalen Raumstation ISS verbracht – da habe er selbst ja noch 21 Jahre Zeit.
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |