Gedenken an NS-Verbrechen in Köln
Deutz, 1940: Erinnerung an Deportation von Sinti und Roma
- Die Messingplatte erinnert an den großen Transport von Sinti und Roma quer durch Köln vom Schwarz-Weiß Platz in Köln Ossendorf in das Messegelände in Köln Deutz am 16.Mai 1940. Von dort aus kam es fünf Tage später zur ersten Massen-Deportation nach Polen.
- Foto: Alexander Roll
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Es ist ein Datum, das Köln nicht vergessen darf: Am 21. Mai 1940 wurden etwa tausend Sinti und Roma vom Bahnhof Deutz aus nach Polen deportiert. Viele wurden ermordet, andere starben an Krankheiten, Hunger und den Folgen schwerster Zwangsarbeit. 86 Jahre später erinnert eine Veranstaltung in Köln an dieses Verbrechen – und daran, dass der „Samudaripen“ bis heute zu wenig im Bewusstsein vieler Menschen verankert ist.
Köln blickt auf ein dunkles Kapitel seiner Geschichte. Vor 86 Jahren, am 21. Mai 1940, wurden etwa tausend Sinti und Roma vom Bahnhof Deutz aus nach Polen deportiert. Dort mussten sie in Lagern schwerste Zwangsarbeit leisten. Viele von ihnen wurden ermordet, andere starben an Krankheiten und Unterernährung.
Bis heute ist der „Samudaripen“, das Wort aus dem Romanes für „vollständigen Mord“, kaum im gesamtgesellschaftlichen Bewusstsein verankert. Gerade deshalb geht es bei der Gedenkveranstaltung nicht nur um einen Blick zurück. Es geht auch um historische Verantwortung in Köln, um Erinnerung und um ein klares Zeichen gegen antiziganistischen Rassismus.
Zum Gedenken an die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma während der NS-Zeit findet am Donnerstag, 21. Mai 2026, um 19 Uhr die Veranstaltung „Gedenkveranstaltung an den Völkermord an Rom:nja und Sinti:zze. Historische Verantwortung auch in Köln“ statt. Ort ist das VHS-Forum am Neumarkt in der Kölner Innenstadt.
Oberbürgermeister Torsten Burmester wird sich mit einem Grußwort an die Anwesenden richten. Damit soll auch ein Zeichen der Solidarität gesetzt werden. Auf dem Programm stehen außerdem ein Impulsvortrag über die NS-Verfolgung in Kroatien sowie eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Roma-Organisationen. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zum Austausch. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung ebenfalls.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation von NS-DOK, Kölner Volkshochschule, Amt für Integration und Vielfalt der Stadt Köln, Verein EL-DE-Haus, Melanchthon-Akademie Köln und Rom e.V. Die Teilnahme ist kostenlos.
Unterstützt wird die Veranstaltung durch die Evangelische Kirche Köln und Region, Carmen e.V., den Bundesromaverband, Romani Phen e.V., das Rautenstrauch-Joest-Museum, die Kölnische Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, das Katholische Bildungswerk Köln, DOMiD, die Interkulturellen Zentren Köln, Germania Judaica, die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus und den Verein ikult. (bn.)
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |