Neue Gutachten für die große Sanierung
Instandsetzung: Severinsbrücke auf dem Prüfstand
- Die Severinsbrücke
- Foto: SimonsArt-PhotoVideo - stock.adobe.com
- hochgeladen von EXPRESS - Die Woche - Redaktion
Die Severinsbrücke steht vor einer umfassenden Prüfung. Bevor Köln die Gesamtinstandsetzung des markanten Brückenzugs vorbereiten kann, sollen zusätzliche Gutachten wichtige Grundlagen liefern. Im November 2026 legt die Stadt den politischen Gremien dafür einen Bedarfsfeststellungsbeschluss vor.
Seit April 2026 wird die Severinsbrücke genau beobachtet. Ein Monitoringsystem mit Sensoren erfasst über rund ein Jahr, wie sich das Bauwerk unter der täglichen Verkehrsbelastung verhält.
Diese Messungen sind ein wichtiger Baustein für die nächsten Entscheidungen. Erst wenn das Monitoring abgeschlossen und die Tragkonstruktion weiter untersucht worden ist, liegen verlässliche Erkenntnisse über den Zustand der Strombrücke vor. Mit Strombrücke ist das Bauwerk über dem Rhein gemeint.
Auf dieser Grundlage können die Unterlagen für die Vergabe der Planungs- und Bauleistungen erstellt werden. Dafür braucht die Stadt zunächst eine vollständige Grundlagenermittlung. Geplant sind deshalb ergänzende fachliche Gutachten – unter anderem ein Baugrundgutachten und materialtechnische Untersuchungen.
Die Rampen müssen neu gebaut werden
Die Severinsbrücke besteht nicht nur aus dem Teil über dem Rhein, sondern auch aus den links- und rechtsrheinischen Rampen. Die bisherigen Untersuchungen zeigen am gesamten Brückenzug altersbedingte Schäden und rechnerische Defizite.
Während die Untersuchungen an der Strombrücke noch laufen, sind die Nachrechnungen der Rampen bereits abgeschlossen. Das Ergebnis ist deutlich: Eine vollständige Ertüchtigung der Rampen ist technisch und wirtschaftlich nicht darstellbar. Die bestehenden Rampen müssen deshalb durch Neubauten ersetzt werden.
Für die Strombrücke selbst steht die Entscheidung über das weitere Vorgehen noch aus. Die laufenden Messungen und Untersuchungen sollen dafür die nötige Sicherheit schaffen.
Statische Prüfung läuft seit 2021
Die Stadtverwaltung wurde bereits mit Ratsbeschluss vom 7. November 2019 beauftragt, das Gesamtbauwerk nachzurechnen. Seit 2021 führt ein Ingenieurbüro diese umfassende statische Prüfung des Brückenzugs durch.
Die nun geplanten Gutachterleistungen sollen die Untersuchungen ergänzen und die spätere Gesamtmaßnahme fachlich vorbereiten. Erst wenn alle wichtigen Daten zu Baugrund, Materialien und Tragverhalten vorliegen, können die Planungen für die Instandsetzung und den Ersatzneubau der Rampen weiter konkretisiert werden.
Verbindung zwischen Altstadt-Süd und Deutz
Seit 1959 verbindet die Severinsbrücke den linksrheinischen Stadtteil Altstadt-Süd mit Deutz auf der anderen Rheinseite. Der Brückenzug prägt seitdem das Kölner Stadtbild. Wegen ihres Alters und der hohen Verkehrsbelastung wurden in den vergangenen Jahren bereits umfangreiche Untersuchungen und Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt.
Mit dem Beschluss für die zusätzlichen Gutachterleistungen will die Stadt nun den nächsten Schritt auf dem Weg zur Gesamtinstandsetzung gehen. Einen konkreten Zeitplan für die späteren Bauarbeiten nennt die Vorlage noch nicht. Zunächst muss die Brücke weiter vermessen, untersucht und statisch bewertet werden. (bn.)
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |