Auszeichnung für Filmer und Forscherin
Sie engagieren sich für Heimatgeschichte

Susanne Harke-Schmidt aus Kerpen wird mit dem Rheinlandtaler geehrt. Sie hat über Jahrzehnte lokale Geschichte erforscht und einem breiten Publimkum zugänglich gemacht. | Foto: Rolf Axer
  • Susanne Harke-Schmidt aus Kerpen wird mit dem Rheinlandtaler geehrt. Sie hat über Jahrzehnte lokale Geschichte erforscht und einem breiten Publimkum zugänglich gemacht.
  • Foto: Rolf Axer

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) zeichnet mit Susanne Harke-Schmidt und Heinrich Peter Kleinen zwei Personen aus dem Rhein-Erft für ihr Wirken mit dem Rheinlandtaler in der Kategorie Kultur aus.

Kerpen/Frechen (red). Susanne Harke-Schmidt engagiert sich seit 40 Jahren in der Erforschung der Geschichte der Kolpingstadt Kerpen und ihrer Ortsteile, von denen einige dem Braunkohleabbau zum Opfer gefallen sind. Die Bewahrung und Erforschung der Kerpener Geschichte war für sie als hauptamtliche Leiterin des Historischen Archivs der Stadt vier Jahrzehnte Ehrenamt und Beruf zugleich. Die Ergebnisse ihrer Forschungen präsentierte sie in Aufsätzen, Vorträgen oder Ausstellungen einer breiten Öffentlichkeit. In den „Kerpener Heimatblätter“ gibt es seit 1984 kaum einen Jahrgang, in dem nicht mindestens zwei bis drei Beiträge aus ihrer Feder stammen. Die „Heimatblätter“ werden vom Verein der Heimatfreunde Stadt Kerpen herausgegeben, deren Vorsitzende die pensionierte Archivarin ist. Schon vor Harke-Schmidt waren etliche Persönlichkeiten aus den Reihen des Heimatvereins mit dem angesehenen Rheinlandtaler gewürdigt worden, zuletzt ihr langjähriger Stellvertreter Rolf Axer.

Die Aufarbeitung der Geschichte der jüdischen Gemeinschaft und des Holocausts in der Region lag ihr sehr am Herzen. Viele Jahre pflegte sie enge Kontakte zur jüdischen Gemeinschaft. Bereits 1988, zum 50. Jahrestag des Pogroms, hat sie eine erste Ausstellung zur Judenverfolgung in Kerpen präsentiert. Es folgten Ausstellungen zu den Kerpener Juden im Mittelalter und Deportationen von Juden aus dem Rheinland, zahlreiche Beiträge zu Lebensgeschichten und Schicksalen jüdischer Menschen in Kerpen und ihr jahrelanger Einsatz für Mahnmale und Gedenkorte jüdischer Opfer des Nationalsozialismus, wie beispielsweise die Verlegung von Stolpersteinen.

Seit über 35 Jahren widmet sich Heinrich Peter Kleinen aus Frechen der filmischen und fotografischen Dokumentation seiner Heimatstadt Frechen und ist dabei Chronist, Erzähler, Vermittler und Bewahrer. Damit hat er ein kulturelles Gedächtnis geschaffen, das heutigen und künftigen Generationen zugutekommt. Sein Wirkungskreis umfasst Stadt-, Kirchen- und Vereinsjubiläen, Karnevalsumzüge, Stadtfeste, aber vor allem industriegeschichtliche und heimatkundliche Themen liegen ihm am Herzen. Seine Präsentationen sind für das Publikum grundsätzlich kostenlos und die Säle oft bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Ausstellung „So sehe ich Frechen“ zeigte im Jahr 2004 eine Auswahl aus über insgesamt 6.000 Aufnahmen aus Frechen, kurz darauf begleitete er den Weltjugendtag mit seiner Kamera und dokumentierte die besondere Stimmung während dieses Ereignisses. Es folgten viele weitere Filmpräsentationen: 2019 organisierte Kleinen zwanzig Jahre nach Schließung des bedeutenden Steinzeugwerkes Cremer & Breuer die Film- und Fotodokumentation „Erinnerung an Cremer & Breuer“. Diese wurde von vielen ehemaligen Beschäftigten besucht, die zutiefst berührt waren.

Die Verleihung des Rheinlandtalers an Susanne Harke-Schmidt und Heinrich Peter Kleinen findet am Donnerstag, 7. August, um 17 Uhr im großen Sitzungssaal im Kreishaus in Bergheim statt.

Redakteur/in:

Georg Zingsheim aus Kerpen

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