Clogging
Wenn die Schuhe Musik machen
- Die Dragon Rock Cloggers präsentieren sich und ihre Leidenschaft regelmäßig in der Öffentlichkeit.
- Foto: Verein
Bonn-Duisdorf (red). Wer an Tanz denkt, dem fallen oft Ballett, Hip-Hop oder klassischer Stepptanz ein. Doch es gibt noch eine weitere Form, die in Deutschland bislang eher ein Geheimtipp ist: Clogging. Am Sonntag, 7. September, lädt die Gruppe „Dragon Rock Cloggers“ von 17.15 bis 19 Uhr zu einem Tag der offenen Tür in die Duisdorfer Toni-Mai-Halle (Schmittstraße) ein – mit Vorführungen, Mitmachmöglichkeiten und ersten Schritten in einem Tanz, bei dem die Füße nicht nur den Rhythmus halten, sondern auch den Sound liefern.
Von Volksliedern zu Popmusik
Clogging ist ein Tanz mit Geschichte. Seine Ursprünge liegen in den Volkstänzen der europäischen Einwanderer, die im 18. und 19. Jahrhundert nach Amerika kamen. Iren, Schotten und Engländer brachten ihre eigenen Tanztraditionen mit, die sich mit afroamerikanischen Rhythmen und der Lebensrealität in den Appalachen vermischten. Daraus entstand ein Schritt- und Klopftanz, der zunächst „Freestyle“ war – jeder interpretierte die Musik individuell mit den Füßen.
Über die Jahrzehnte entwickelte sich daraus eine bunte Mischung. Heute ist Clogging stark beeinflusst von modernen Tanzstilen wie Jazz Dance, Hip-Hop oder Irish Dance. Auch aktuelle Popsongs aus den Charts dienen als musikalische Basis. Das Ergebnis: ein Tanz, der Tradition und Moderne verbindet und durch seine Energie Zuschauer wie Tänzer gleichermaßen mitreißt.
Der Klang der doppelten Eisenplatten
Das Besondere am Clogging ist das Schuhwerk. Während im klassischen Stepptanz einfache Metallplatten für den markanten Klang sorgen, setzen Clogger auf doppelte Eisenplatten: eine fest montierte und eine lose aufgenietete. Je nachdem, ob Spitze oder Ferse den Boden berühren, entstehen unterschiedliche Klänge. So wird jeder Schritt Teil einer eigenen perkussiven Komposition. „Man spielt die Musik mit den Füßen“, erklären die Dragon Rock Cloggers – und das macht jede Choreografie zu einem akustischen Erlebnis.
Mehr Gemeinschaft als Wettbewerb
In den USA gibt es längst Meisterschaften und große Shows. In Deutschland hingegen steht beim Clogging der gemeinschaftliche Aspekt im Vordergrund. Man tanzt meist in sogenannten Line Dances – jeder für sich, aber doch in der Gruppe. Partner- oder Formationstänze sind ebenfalls möglich, doch wichtiger ist der Spaß und das Miteinander. Auftritte wie beim Derletalfest oder bei der Convention in der Hardtberghalle in diesem Sommer zeigen, dass auch das Publikum Freude an dieser Mischung aus Tanz, Klang und Rhythmus hat.
Ein offenes Angebot für Neugierige
Die „Dragon Rock Cloggers“ sind eine Untergruppe der „Bonn Square Dance Group“. Sie treffen sich regelmäßig an jedem ersten, dritten und fünften Sonntagabend in der Duisdorfer Mehrzweckhalle. Wer neugierig ist, kann beim Tag der offenen Tür am 7. September ganz unkompliziert vorbeischauen – ohne Vorkenntnisse, ohne Anmeldung. Die Trainer geben Einblicke in Grundschritte, zeigen typische Choreografien und laden zum Mitmachen ein.
Für alle, die Gefallen am Clogging finden, beginnt am 21. September ein neuer Anfängerkurs. Die Gruppe betont: „Man muss weder Tanzprofi noch besonders sportlich sein – wichtig ist nur, Spaß an Musik und Bewegung mitzubringen.“
Clogging ist mehr als ein Nischentanz – es ist eine rhythmische Reise von alten europäischen Volkstänzen bis hin zur Popkultur der Gegenwart. Und wer den Klang der „sprechenden Schuhe“ einmal live gehört hat, versteht schnell, warum die Dragon Rock Cloggers von ihrer Leidenschaft begeistert sind.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |