St.-Katharinen-Hospital
Innovativ und hocheffektiv
- Die Kardiologen und Intensivmediziner am Frechener St.-Katharinen-Hospital sind selbst beeindruckt von der Effektivität des neuen mechanischen Verfahrens bei der Entfernung von Blutgerinnseln in der Lunge: (v.l.) Prof. Dr. Schuh, Funktionsoberärztin Dr. Roberta Florescu und Oberarzt Dr. Dorin Goia.
- Foto: St.-Katharinen-Hospital
Die Kardiologie im Frechener St.-Katharinen-Hospital hat das Leistungsspektrum der intensivmedizinischen Notfallbehandlung in der Herz- und Gefäßmedizin erweitert. Das „Inari-System“ wird sein einem halben Jahr erfolgreich bei Patienten mit Lungenembolie eingesetzt.
Frechen (lk). „Bei einer akuten Lungenembolie verstopfen Blutgerinnsel die in die Lunge führenden Arterien. „Es besteht dann je nach Ausprägung und Schweregrad höchste Lebensgefahr“, erklären Chefarzt Professor Dr. Alexander Schuh und Dr. Dorin Goia, zum neu eingeführten Verfahren. Dr. Schuh: „Eine bisher gängige Methode zur Behandlung einer fulminanten lebensgefährlichen Lungenembolie ist die sogenannte Lyse-Therapie.
Dabei lösen blutverdünnende Medikamente, die sich im Gefäßsystem im ganzen Körper verteilen, das Blutgerinnsel auf oder verkleinern es relevant. Da sich bei manchen Patienten jedoch nicht der gewünschte Effekt auf die konventionelle Methode einstellt, Kontraindikationen hierfür bestehen oder gar schwere unerwünschte Nebenwirkungen wie Blutungen - bis hin zur Hirnblutung - auftreten, haben wir für diese Fälle nun eine interventionelle Methode etabliert.“ Mit dem sogenannten „Inari-System“ habe man in Frechen im letzten Halbjahr bei mehreren Patienten im Alter zwischen 40 und 75 Jahren „erstaunliche Erfolge“ erzielt. Dr. Goia: „Bei diesen Patienten haben wir einen Spezial-Katheter über die Leistenvene in die Lungenarterien eingeführt und die Gerinnsel durch Unterdruck nach und nach herausgesaugt. Unser Fazit lautet: Wenn Patienten mit ausgeprägter Lungenembolie und großen Blutgerinnseln Gefahr laufen, schwerwiegende Folgeschäden zu erleiden oder gar zu versterben, können wir die Gefahr über dieses Katheter-Verfahren massiv eingrenzen. Der Blutdruck normalisiert, beziehungsweise verbessert sich in der Lunge nach dem Absaugen umgehend.“ Gerade bei Notfällen des Herz-Lungen-Kreislaufs mache das schnelle und kompetente Handeln den großen Unterschied, ob jemand unbeschadet bleibe, als Pflegefall oder gar als Todesfall ende. „So früh wie möglich muss man die richtige Therapieentscheidung treffen“, weiß der erfahrene Intensivmediziner mit Blick auf die gute Behandlungsmöglichkeit in der Frechener Kardiologie. „Dann kann der Patient im Idealfall sein Leben ohne bleibende Einschränkungen weiterleben – das ist unser Ziel und unsere Motivation im Team.“
Das St.-Katharinen-Hospital Frechen sei als eine von wenigen Kliniken in Nordrhein-Westfalen in der Lage, Gerinnsel mit diesem speziellen Katheter schonend aus der Lunge zu saugen, um Patienten damit wieder ,,Luft zu verschaffen ´´.
Redakteur/in:Lars Kindermann aus Rhein-Erft |