Memori AHR
Blankenheim erinnert mit Stele an Flutkatastrophe im Ahrtal
- Gestaltet wurden die Stelen von Andreas Schmickler, der zur Einweihung auch nach Blankenheim gekommen war.
- Foto: Sven Gnädig, Kreis Eusklirchen
Blankenheim (red). Bei strahlendem Sonnenschein, fast genau vier Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe, wurde im Weiherpark Blankenheim eine Gedenkstele eingeweiht. Sie ist Teil des länderübergreifenden Projekts „MemoriAHR“, das an die Geschehnisse im Ahrtal erinnert.
Zu der feierlichen Enthüllung kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Hilfsorganisationen und der Bürgerinitiative, auf deren Initiative die Stele zurückgeht. Bereits 2022 hatte sich die Gruppe Ehrenamtlicher das Ziel gesetzt, entlang der Ahr – von der Quelle bis zur Mündung – insgesamt 36 Gedenkstelen aufzustellen.
„Erinnerung ist nicht nur wichtig für den zukünftigen Hochwasserschutz, sondern auch ein Akt des Respekts allen Betroffenen gegenüber“, betonte Blankenheims Bürgermeisterin Jennifer Meuren. Dass so viele der Einladung gefolgt seien, zeige die Bedeutung des Moments. Für den Kreis Ahrweiler war Horst Gies MdL in Vertretung von Landrätin Cornelia Weigand vor Ort, für die Verbandsgemeinde Adenau sprach Udo Seifen. Er betonte die Notwendigkeit grenzüberschreitender Solidarität: „So wie sich die Natur nicht an Ländergrenzen hält, sollten wir es auch nicht tun.“
Landrat Markus Ramers erinnerte in seiner Ansprache an die große Hilfsbereitschaft im Kreis Euskirchen und appellierte eindringlich: „Wir dürfen uns nicht dem Vergessen hingeben. Eine Flutdemenz wäre fatal. Wir schulden es den Opfern, ihren Familien und allen Helferinnen und Helfern, dass ihr Mut und ihre Menschlichkeit nicht in Vergessenheit geraten.“
Annette Holzapfel, die die Bürgerinitiative bei der Einweihung vertrat, hob hervor, dass MemoriAHR zwei Kräfte sichtbar mache: die Unberechenbarkeit der Natur – und den Zusammenhalt der Menschen. Besonders wichtig sei ihr, dass der Weg der Erinnerung bis zur Ahrquelle führe, da dies die Verbundenheit im gesamten Tal unterstreiche.
Hintergrund zu MemoriAHR
Die Initiative wird von 31 ehrenamtlichen Mitgliedern getragen. Sie verfassten Texte und sammelten Fotos für die Informationstafeln und die digitale Ausstellung „MemoriAhr – Die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 – Erinnerungen für die Zukunft“. Auf dem Kulturerbeportal Rheinland-Pfalz stehen 28 Zeitzeugenvideos und zahlreiche Fotos zur Verfügung. Alle Stelen verweisen per QR-Code auf die Ausstellung.
Das Projekt wurde durch die hauptamtlichen Bürgermeister im Kreis Ahrweiler, die Kreisverwaltung sowie die Gemeinde Blankenheim ermöglicht. Für die Stele in Blankenheim stellte die Kreissparkasse Euskirchen 3.000 Euro zur Verfügung.
Redakteur/in:Ulf-Stefan Dahmen |