Die Sieg als Energiequelle?
Wärmeversorgung für das Eitorfer Zentrum
- Die Sieg - hier in Eitorf-Alzenbach - kann künftig mit ihrem Flusswasser eine große Rolle spielen bei der Versorgung des Eitorfer Zentrums über eine Großwärmepumpe.
- Foto: Röhrig
Eitorf. Über eine Großwärmepumpe mit Flusswasser aus der Sieg sowie Grundwasser als Energiequelle könnte künftig der Ortskern, der ja in unmittelbarer Nähe der Sieg liegt, mit Wärme versorgt werden. Das betonten die Dortmunder Projektgemeinschaft aconium GmbH in Zusammenarbeit mit Createch Engineering, als sie im Ausschuss für Klima und Bevölkerungsschutz erste Ergebnisse ihrer Untersuchungen vorstellten. Die Gebäude im Zentrum weisen einen hohen und kontinuierlichen Wärmebedarf auf, wodurch gute Voraussetzungen für ein wirtschaftlich tragfähiges Wärmenetz gegeben wären.
Der Ausschuss beschloss zudem auf Antrag der Bündnisgrünen, das Zentrumsgebiet auch noch um den Schul- und Sportkomplex nördlich der Bahnlinie einschließlich Schwimmbad und Siegtal-Gymnasium zu erweitern. Dafür soll allerdings noch eine Machbarkeitsstudie durchgeführt werden. In der soll nämlich geprüft werden, ob dies auch wirtschaftlich wäre. Denn schließlich müssten auch die technischen und wirtschaftlichen Auswirkungen einer Querung der Bahntrasse berücksichtigt werden. Sollte sich herausstellen, dass ein Anschluss an das Wärmenetz des Kernorts technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht vertretbar und dadurch möglicherweise sogar die Realisierung des Gesamtnetzes gefährdet wäre, soll die Verwaltung alternative Versorgungslösungen prüfen. Denkbar wäre zum Beispiel ein eigenständiges Gebäudenetz für den Schulkomplex nördlich der Bahn. Insgesamt 15 verschiedene weitere Maßnahmen für die Kommunale Wärmeplanung wurden von den Fachleuten bei ihrer Präsentation vorgeschlagen. So sollen unter anderem ein Wärmebeirat anstelle der bisherigen Lenkungsgruppe gebildet, ein Industriedialog für das Gebiet Im Auel und eine Onlineplattform mit den Ergebnissen der Wärmeplanung geschaffen werden. Auch ein Bürgerschaftsdialog in allen Orten, die Integration der Wärmeplanung in die Bauleitplanung sowie die Entwicklung von Finanzierungsansätzen für eigene Transformationsprojekte werden angeregt. Zudem soll die Wärmewende sozialverträglich durchgeführt werden.
Die Gemeindeverwaltung teilt grundsätzlich die Einschätzung, dass die Liegenschaften der Gemeinde aufgrund ihres hohen Wärmebedarfs perspektivisch sinnvoll an ein gemeinsames Wärmenetz angeschlossen werden sollten. Das unterstütze ihre klimapolitischen Zielsetzungen, war aus dem Rathaus zu vernehmen, da durch eine künftig zentrale beziehungsweise gemeinschaftliche Wärmeversorgung der Einsatz fossiler Energieträger deutlich reduziert werden könne. Besonders aufgrund des hohen Wärmebedarfs des Schul- und Sportareals beständen erhebliche Potenziale zur Verringerung von Treibhausgasemissionen.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Harald Röhrig aus Siegburg |