„Kramerhaus“-Restaurierung
Historisches Gebäude in neuer Nutzung
- Schlüsselübergabe im Kramerhaus (v.l.) Michael Corts (TriCafé e. V.), Nathalie Kelder, Förderverein Stadtbücherei Burscheid e.V., Bürgermeister Dirk Runge, Frieder J. Heinz und Daniel Hein vom Architekturbüro Frieder J. Heinz und Sebastian Solbach vom Amt für Gebäudemanagement. Foto: Stadt Burscheid
- hochgeladen von Angelika Koenig
Burscheid (hh). Einst wurden im „Kramerhaus“ Schuhe repariert, doch zukünftig wird das geschichtsträchtige Fachwerkhaus am Burscheider Markt Heimstätte eines Cafés sowie als offener Lernraum genutzt, der eine räumliche und programmatische Erweiterung der Stadtbücherei darstellt. So manchem Einheimischen ist das zweigeschossige, verschieferte Fachwerkhaus, das 1981 unter Denkmalschutz gestellt wurde, noch als Schuhmacher-Werkstatt der Familie Kramer bekannt. Bis vor einigen Jahren noch bewohnt, erwarb es die Stadt vor vier Jahren, um das Gebäude in einen öffentlichen Treffpunkt umzugestalten. Nun konnte das Architekturbüro Frieder J. Heinz den Schlüssel an Bürgermeister Dirk Runge und Sebastian Solbach vom städtischen Gebäudemanagement übergeben.
Alle Beteiligten zeigten sich während der offiziellen Schlüsselübergabe zufrieden, dass auch nach dem Umbau der Charme des historischen Hauses noch deutlich zu spüren sei. Doch dieser war wahrlich eine Herausforderung. Zunächst mussten unsachgemäße und dem Denkmalschutz nicht entsprechende Einbauten entfernt sowie verfaulte Fachwerkbalken nach fachlicher Begutachtung saniert oder ausgetauscht werden. Nach Ausmauerung der Gefache mit Lehmziegeln erfolgte eine Sanierung der gesamten inneren Wandoberflächen mit einem Lehmputzauftrag. Im Erdgeschoss erlaubt jedoch ein Sichtfenster weiterhin den Blick auf einen Teil des Fachwerks. Auf insgesamt 115 qm stehen hier nun verschiedene Räume, eine Küche und eine behindertengerechte Toilette zur Verfügung. Im Obergeschoss erfolgte ein Wanddurchbruch zur benachbarten Stadtbücherei; der Höhenunterschied zwischen den Gebäuden wird durch einen Lift ausgeglichen. So kann über die Stadtbücherei auch ein barrierefreier Zugang zum 102 qm großen Obergeschoss des Kramerhauses und dem dort bald stattfindenden Seminar- und Veranstaltungsbereich gewährleistet werden.
Wie das städtische Presseamt mitteilt, wurde zudem die Straßenfassade des Gebäudes auf Grundlage historischer Fotografien und vorgefundener, noch in Teilen vorhandener Holzelemente rekonstruiert und ergänzt. Das Obergeschoss erhielt eine ursprüngliche fünfachsige Fenstergliederung und die neuen Eichenholz-Denkmalfenster weisen die historische Sprosseinteilung auf. Im Erdgeschoss konnten Teile der einstigen Schaufensteranlage und der Holzfassadenbekleidung erhalten und in die sanierte Fassadengestaltung integriert werden. Schließlich wurde auch die Haustechnik erneuert und energiesparende LED-Leuchten wurden eingebaut. Die Beheizung des Kramerhauses erfolgt über die neue Heizungsanlage der benachbarten Stadtbücherei.
Hauptnutzer des Gebäudes ist nun das ehrenamtlich organisierte „Tri-Café“, das mit seinem Team, den Angeboten (darunter auch ein Reparatur-Café) und verschiedenen Gruppen einziehen wird; weitere Angebote sind bereits in Planung. Im Obergeschoss erweitert der Förderverein der Stadtbücherei das Angebot der Bücherei um den offenen Lernraum („MakerSpace“) mit Workshops zum 3D-Druck, Nähen oder auch Malen.
Für den Erwerb und Umbau des Gebäudes konnte die Stadt auf zwei Förderprogramme zurückgreifen, unter anderem erhielt sie Mittel aus der Städtebauförderung „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“. Am Sonntag, den 3. Mai, kann sich die Öffentlichkeit ab 14 Uhr im Rahmen des Burscheider Umwelt- und Familienfestes anlässlich der feierlichen Eröffnung selber einen Eindruck vom „neuen alten Haus“ machen. Weitere Informationen unter: www.kramerhaus.de
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.