DLRG Großübung
Trainieren für den Ernstfall
- Auch verschiedene Szenarien der Wasserrettung wurden geprobt.
- Foto: DLRG Nordrhein
Oberberg (red). Stark- und Dauerregen, beschädigte Infrastruktur, unpassierbare Straßen und angenommene Deichbrüche: Mit diesem Szenario wurden rund 200 Einsatzkräfte bei einer mehrtägigen Katastrophenschutzübung konfrontiert. Der DLRG Landesverband Nordrhein führte die Übung Anfang Oktober in Abstimmung mit den Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln im Rhein-Sieg-Kreis durch. Auch Wasserrettungseinheiten aus dem Oberbergischen Kreis waren beteiligt.
Für die oberbergischen Kräfte begann die Vorbereitung bereits einige Tage vor der eigentlichen Übung. Nach einem Voralarm wurden persönliche Ausrüstung sowie Fahrzeuge und Boote überprüft und für einen möglichen Hochwassereinsatz zusätzlich beladen. Rund 100 Mitglieder der DLRG im Oberbergischen Kreis engagieren sich im Katastrophenschutz. Dazu gehören drei Zugführer, der Führungstrupp aus Bergneustadt, die Tauchergruppe Oberberg am Standort Gummersbach, Bootstrupps aus Hückeswagen, Wipperfürth und Gummersbach, der Strömungsrettungstrupp aus Waldbröl sowie der Logistiktrupp aus Wipperfürth. Gemeinsam mit Kräften aus weiteren Regionen werden die oberbergischen Einsatzkräfte in zwei von insgesamt 20 Wasserrettungszügen in Nordrhein-Westfalen eingesetzt. Diese Formationen dienen der überörtlichen Hilfeleistung und können bei Bedarf regionsübergreifend zusammengeführt werden.
Während der Großübung mussten die Einsatzkräfte verschiedene Aufgaben unter den Bedingungen einer angenommenen großflächigen Überflutung bewältigen. Trainiert wurden unter anderem die Rettung und Versorgung eingeschlossener Menschen, Taucheinsätze zur Menschenrettung und technischen Hilfeleistung sowie die Bergung von Fahrzeugen aus dem Wasser. Hinzu kamen großflächige Such- und Rettungseinsätze nach plötzlich eintretenden Überflutungen. Neben den eigentlichen Rettungsaufgaben standen die Führungsorganisation, die Kommunikation und die Zusammenarbeit innerhalb der Wasserrettungszüge im Mittelpunkt. Die Übung sollte dabei helfen, bestehende Abläufe unter realitätsnahen Bedingungen zu überprüfen und Verbesserungspotenziale für künftige Einsätze zu erkennen. Entsprechende Übungen zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft und Zusammenarbeit finden zweimal jährlich statt.
Die oberbergischen DLRG-Kräfte waren bereits bei Einsätzen in Magdeburg, Erftstadt und Bayern gefordert; weitere Voralarme gab es unter anderem 2023 und während der Fußball-EM 2024.
Der DLRG-Bezirk Oberbergischer Kreis sucht zudem Verstärkung unter anderem in den Bereichen Schwimmausbildung, Rettungsschwimmen, Bootsführung, Tauchen und Strömungsrettung. Interessierte können sich per E-Mail unter personal@bez-oberberg.dlrg.de informieren.
Redakteur/in:Kristina Franke aus Sankt Augustin |