CO2-Ampeln in Kitas
Hygiene neu denken

Kita-Abteilungsleiterin Vanessa Dehler mit den Initiatoren Benedikt Grütz und Marcell Jansen sowie dem Vorsitzende des VfsD, Friedhelm Julius Beucher (v.l.), an der Hygienestation im Familienzentrum Marie Schlei in Bergneustadt.
  • Kita-Abteilungsleiterin Vanessa Dehler mit den Initiatoren Benedikt Grütz und Marcell Jansen sowie dem Vorsitzende des VfsD, Friedhelm Julius Beucher (v.l.), an der Hygienestation im Familienzentrum Marie Schlei in Bergneustadt.
  • Foto: Michael Kleinjung/© Verein für soziale Dienste in Bergneustadt e.V.

Bergneustadt. Die Initiative des Ex-Nationalspielers und derzeitigen HSV-Präsidenten Marcell Jansen und des Bergneustädters Benedikt Grütz sorgt durch Spendengelder bundesweit für einen neuen Hygienestandard in Kinder- und Jugendeinrichtungen. Die beiden waren zu Gast im Familienzentrum Marie Schlei VfsD in Bergneustadt, Zum Dreiort.

Friedhelm Julius Beucher, Vorsitzender des Verein für soziale Dienste (VfsD), und Vanessa Dehler, Abteilungsleitung für Kindertageseinrichtungen beim VfsD, bedankten sich bei Jansen und Grütz für die Ausstattung der acht VfsD-Kitas mit intelligenten CO2-Ampeln und Hygienestationen.

Beucher betonte, das Projekt im Oberbergischen Kreis zu unterstützen, um durch weitere Spenden möglichst viele Einrichtungen ausstatten zu können.

Jansen und Grütz haben die Initiative, die mittlerweile ein gemeinnütziges Unternehmen ist, im Jahr 2020 ins Leben gerufen, um Kindern und Jugendlichen spielerisch den Umgang mit Hygiene beizubringen.

„Wir haben in vielen Gesprächen mit Kita-Leitungen, Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Hausmeistern, aber auch mit dem Pflegepersonal in Seniorenheimen gesprochen, weil wir wissen wollten, wo für sie die eigentliche Herausforderung im Bereich der Hygiene liegt“, erläuterte Marcell Jansen. Herausgekommen ist, dass viel Nachholbedarf im Hygiene-Management besteht.

Kostenlos

Gemeinsam mit einem Wiehler Unternehmen haben Grütz und Jansen sich dann an die Arbeit gemacht und aus dem Input des HygieneCircle hat die Firma um Geschäftsführer Torsten Klawunder technologische Lösungen geschaffen, die es den Einrichtungen erleichtern Hygiene-

maßnahmen zu überwachen und so für einen besseren Infektionsschutz zu sorgen. Ebenso gut: Alles wird durch Spendengelder finanziert und ist für Einrich-

tungen kostenlos.

Wie funktioniert das System?

Sieht aus wie eine kleine Tischleuchte, doch ist dies die intelligente CO2-Ampel, die in eine Cloud meldet, wie die Luftqualität in dem jeweiligen Raum ist. Eine Hygienestation (Desinfektionsmittelspender) meldet der selben Cloud, wie der Füllstand des Desinfektionsmittels ist und gibt damit Aufschluss über die Benutzung.

Hygiene als Alltagsroutine

„Uns kommt es aber nicht nur auf das Hygiene-Management für das Personal an, sondern wir möchten ganzheitlich einen neunen Standard in der Hygiene-Pädagogik setzen“, sagt HygieneCircle-Geschäftsführer Bene-

dikt Grütz. „Kinder sollen sich nicht aus Angst vor Corona die Hände waschen, sondern spielerisch Routinen entwickeln, damit Hygiene schon früh zum Alltag dazugehört und nichts Besonderes mehr ist. Völlig unabhängig von Grippewellen oder einer Pandemie.“

Daher sei es wichtig gewesen, die Technologie so zu entwickeln, dass sie erweiterbar auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zugeschnitten und zu pädagogischen Zwecken eingesetzt werden kann.

„Es geht nicht darum irgendwelche CO2-Ampeln bei .... zu kaufen, sondern ein neues System in Kitas und Schulen zu etablieren. Wir wollen Hygiene in Schulen und Kindergärten neu denken“, sagt Marcell Jansen.

Auch Friedhelm Julius Beucher gibt zu bedenken, dass eine gelebte Hygiene in Kitas zu weniger Infektionen führe, die Kinder weniger zu Hause bleiben müssten, Eltern und letztendlich auch die Arbeitgeber dadurch entlastet würden.

CO2-Ampel bislang nur für Einrichtungen

Auf die Frage, ob auch Privatleute und Unternehmen diese Technik erwerben können, gibt sich Marcell Jansen positiv: „Der HygieneCircle ist weiterhin nur für Kinder- und Jugendeinrichtungen da. Wir bekommen aber immer mehr Anfragen aus der Wirtschaft, die diese Technik für ihre Räumlichkeiten einsetzen wollen. Dem sind wir bislang nicht gefolgt. Wenn wir aber den Weg in die Wirtschaft gehen, dann nur unter der Prämisse, dass bei jedem Projekt wieder Spenden in den HygieneCircle zurückfließen und somit weitere Einrichtungen kostenlos ausgestattet werden können.“ „Wir haben in einem Jahr zirka 100 Einrichtungen ausstatten können und der Weg wird noch lange weitergehen“, freut sich Grütz.

Infos: www.hygiene-circle.com

Redakteur:

RAG - Redaktion

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