Närrische ehemalige Papierfabrik
Kostüme und Luftschlangen
- Nicht Spitzen aus Politik und Verwaltung, sondern Karnevalisten, Bands und Künstler*innen sollen auf der Bühne in der Alten Zentralwerkstatt auftreten. Foto/Archiv: Axel König
- hochgeladen von Angelika Koenig
Bergisch Gladbach (kg). Die Stadt richtet die Alte Zentralwerkstatt in der ehemaligen Zanders-Papierfabrik für Veranstaltungen ein. Die Arbeiten sollen Mitte Dezember abgeschlossen sein und aus Haushaltsmitteln bewerkstelligt werden. „Die Kosten sind noch nicht vollständig ermittelt“, erklärt die Stadt auf Anfrage.
Die Nutzung ist begrenzt auf die Zeit zwischen dem zweiten Januar- und ersten Februar-Wochenende. Karnevalsgesellschaften wie die Grosse Bensberger werden dort feiern, weiterhin die Schlader Botze, die Närrischen Sander und die Fidele Böschjonge Bärbroich.
Die Stadt lässt den rheinischen, beziehungsweise bergischen Frohsinn in das 1.769 Quadratmeter große Gebäude mit Denkmalschutz einziehen, weil etwa 80 Prozent der 65 Halleneinheiten, die noch nicht auf den neuesten Stand gebracht wurden, saniert werden müssen. Hauptsächlich Einbauten und Anlagen um Elektronik, Wasser, Heizung und Lüftung, die aus den Jahren von 1960 bis 1980 stammten, sind die Auslöser, aber auch Schadstoffe.
Durch das Strukturförderprogramm Regionale 2025 kann in der ehemaligen Papierfabrik die Alte Zentralwerkstatt laut Plan in ein soziokulturelles Quartierszentrum verwandelt werden. Der Umbau des tempelartig hohen Gebäudes (laut Stadt ist die Höhe in den Plänen nicht angegeben) wird mit rund 7 Millionen fixer Mittel aus dem Städtebauförderprogramm NRW gestemmt.
Damit der Frohsinn feiern kann, wird zum Beispiel ein alter Heizungsverteiler demontiert, spitze oder störende Gegenstände an Wänden werden entfernt, darunter scharfkantige Heizungsrohre. Auch eine Schutzwand aus OSB-Platten, eine Art Spanplatte, die im Bausektor häufig Verwendung findet, soll historische Maschinen nach den Auflagen des Landschaftsverbands Rheinland schützen und dieselbe Art von Platten soll im denkmalgeschützten Eingangsbereich verlegt werden. Darüber hinaus dienen sie zum Verschließen alter Versorgungskanäle. Das alles zur Sicherheit der Besucher*innen, für die bis zu 630 Sitzplätze zur Verfügung stehen sollen. Die große Halle der Alten Zentralwerkstatt misst 64,04 Meter Länge und 16,16 Meter Breite. Auch hier ist in den Plänen keine Höhe verzeichnet.
Nach den jecken Sitzungen kommen die OSB-Platten, die die historischen Maschinen schützen wieder heraus, gleichfalls wird der Boden im Eingangsbereich wieder entfernt.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
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