Winterarbeit beim Luftsportclub Erftland e.V.
Bergheimer Segelflieger bereiten ihre Flotte auf die neue Saison vor
- Foto: Luftsportclub Erftland e.V. / Peter Wafzig
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Während die Thermik derzeit noch auf sich warten lässt, wird in der Werkstatt des Luftsportclub Erftland e.V. großer Einsatz an den Tag gelegt: Die Bergheimer Segelflieger nutzen die winterlichen Monate, um ihre Flugzeuge einer umfassenden Wartung zu unterziehen. „Ohne diese Arbeiten könnten wir im Frühjahr nicht loslegen“, erklärt Frank Thies, der Werkstattleiter des Vereins, während Mitglieder Tragflächen und Rümpfe polieren oder Steuerstangen und Instrumente kontrollieren.
Rund 100 Aktive zählt der Verein, der sein Segelfluggelände auf der Wiedenfelder Höhe bei Bergheim betreibt. Über den Winter stehen acht Segelflugzeuge auf dem Programm – erst findet die Grundreinigung statt, dann folgt die gründliche technische Durchsicht nach den Vorgaben der Hersteller. Kleine Macken im Lack, etwas Staub und vertrocknetes Gras – eine Saison voller Schulungs- und Leistungsflüge hinterlässt ihre Spuren an den wertvollen Maschinen. „Wir wollen unsere Flugzeuge nicht nur sicher halten, sie sollen auch gepflegt aussehen“, sagt Thies, während er mit einer speziell für Segelflugzeuge vorgesehenen Politur über die Flächen wischt.
Die Werkstattarbeit ist dabei kein reiner Expertenjob. Unter Aufsicht des Werkstattleiters packen alle mit an – vom Berufstätigen bis zur 15-jährigen Flugschülerin. Für den Luftsportclub Erftland ist das bewusst so: Der Verein möchte junge Menschen nicht nur ans Fliegen, sondern auch an die Technik der Segelflugzeuge heranführen. Wer versteht, wie ein Flieger gebaut ist, fliegt auch verantwortungsvoller.
In diesem Winter steht für eines der Segelflugzeuge sogar eine Komplettbespannung der Tragflächen an – eine Arbeit, die selten anfällt und entsprechend viel Know-how erfordert. Außerdem rüsten die Bergheimer ihre Flotte mit einer neueren Version des Kollisionswarnsystems „FLARM“ aus, das die Pilotinnen und Piloten frühzeitig vor möglichen Zusammenstößen in der Luft warnt.
Ganz ohne Zwischenstopp geht es allerdings nicht: Zur Mittagspause sitzen die Mitglieder an einem großen Tisch zusammen, essen Suppe oder Nudeln und tauschen Geschichten aus der vergangenen Saison aus. Die Atmosphäre ist familiär – da unterscheidet sich die Werkstatt des Clubs dann glücklicherweise doch sehr von der Arbeit in einem Betrieb.
Im März wird es dann ernst: Ein amtlicher Prüfer des Aeroclub NRW begutachtet jedes Flugzeug im Detail, bevor es wieder in den Himmel darf. „Das ist im Grunde unser TÜV – und den nehmen wir nicht auf die leichte Schulter!“, erklärt der Werkstattleiter. Bisher hat der Luftsportclub Erftland jedes Jahr ohne Beanstandungen abgeschnitten – ein Ergebnis des peniblen Blicks und der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.
Bis zur Abnahme bleibt noch viel zu tun. Doch sobald das Wetter mitspielt, wollen die Bergheimer Segelflieger wieder abheben. Und wer selbst einmal mit dem Gedanken spielt, Segelfliegen auszuprobieren, findet auf der Wiedenfelder Höhe eine offene Tür: Ab 14 Jahren kann man in Schnupperkursen einsteigen – und das weitaus günstiger als viele denken. Die Fluglehrerinnen und Fluglehrer arbeiten ehrenamtlich und die Ausbildungsflugzeuge stellt der Club. Jugendliche erhalten darüber hinaus reduzierte Konditionen – damit ist der Sport nicht teurer als ein Abo im Fitnessstudio.
Der Vorsitzende des Luftsportclub Erftland e.V., Thomas Wartha, ordnet das Engagement des Vereins bewusst ein: „Wir sehen das als Verpflichtung gegenüber der Region und dem Nachwuchs“, sagt er. „Viele von uns haben selbst in einem Verein das Fliegen gelernt, und wir geben diese Chance gern weiter. Wenn wir durch ehrenamtliche Ausbildung und faire Konditionen dafür sorgen können, dass Jugendliche ein sinnvolles, anspruchsvolles Hobby entdecken, dann ist das für uns ein Teil dessen, was unseren Verein ausmacht.“
LeserReporter/in:Luftsportclub Erftland e.V. aus Bergheim |