Stefans Basar
Eine Ära geht zu Ende
- Kränze binden für den guten Zweck: Michaela Lingscheid und ihre Weihnachtselfen gestalten die Weihnachtsdeko auf Wunsch.
- Foto: J. Mager
Mahlberg (red). Seit mehr als zwei Jahrzehnten gehört der Stefans Basar für viele Menschen in der Region zu den vertrauten Ritualen der Vorweihnachtszeit. Was einst in der Scheune der Familie Lingscheid als kleine Geste des Dankes begann, hat sich zu einem der beliebtesten privaten Adventsmärkte entwickelt. In Mahlberg wurde der Basar längst zu einem Dorffest mit Reibekuchen, Apfelsaftduft und Gesprächen, die man nur in dieser besonderen Jahreszeit führt. Wer kommt, spürt schnell, warum Besucherinnen und Besucher teilweise weite Wege auf sich nehmen: Alles ist handgemacht, persönlich, mit Herz und immer für den guten Zweck.
Am Samstag, 22. November, öffnet der Basar nun zum letzten Mal in seiner bisherigen Form die Türen der Bürgerhalle in der Breitstraße 44. Organisatorin Michaela Lingscheid blickt mit großer Dankbarkeit auf die wachsende Resonanz, weiß aber zugleich, welche Belastung hinter dem Erfolg steckt. Bereits Anfang Oktober haben sie und ihr Mann Peter mit den ersten Basteleien begonnen, während Helferinnen und Helfer in den Herbstwochen kiloweise Äpfel zu dem beliebten Saft verarbeitet haben, der exklusiv verkauft wird. Es ist diese Mischung aus Gemeinschaft, Handwerk und Spendenbereitschaft, die den Basar zu etwas Einzigartigem gemacht hat. Im vergangenen Jahr wurde sogar die Marke von 100.000 Euro für den Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche in Bonn überschritten.
Von 9 bis etwa 18 Uhr wartet am 22. November ein Programm, das viele Stammgäste schätzen: kunstvoll gebundene Gestecke, Adventskränze, Marmeladen, Plätzchen, feine Dekorationen und natürlich die Reibekuchen, für die zuletzt vier Zentner Kartoffeln verarbeitet wurden. Wer individuelle Wünsche für einen Adventskranz hat, kann sie vorab per E-Mail an stefans.basar@gmail.com
senden und erhält eine Gestaltung nach eigenen Vorstellungen. Auch musikalisch bleibt es traditionell: Die Band Rhingpirate wird ab 15 Uhr erneut auftreten, weil sie das Engagement hinter dem Basar in besonderer Weise unterstützen möchte.
Der Ursprung dieser Tradition geht auf das Jahr 2005 zurück, als der damals fünfjährige Stefan Lingscheid an Leukämie erkrankte. Die Familie begann zu basteln, zunächst als Ablenkung, später als Zeichen der Dankbarkeit gegenüber dem Förderkreis in Bonn. Was mit einem Bollerwagen und ersten Verkäufen im Freundeskreis begann, entwickelte sich zu einem Markt, der heute von rund 50 Ehrenamtlichen getragen wird und bis zu 500 Gäste erreicht. Jede Schleife, jeder Kranz, jeder Duft nach frischen Reibekuchen erzählt ein Stück dieser Geschichte.
Mit dem Basar 2025 endet eine Ära. Aber er endet nicht ohne Ausblick. Michaela Lingscheid möchte die Idee weiterführen, wenn auch in anderer Form. Künftig soll es keine offene Veranstaltung mehr geben, sondern Abholtermine für individuell bestellte Dekorationen und Reibekuchen. Der gute Zweck bleibt jedoch fest verankert. Für die Organisatoren ist das eine Lösung, die den Geist des Basars bewahrt und zugleich realistische Arbeitsabläufe ermöglicht.
Redakteur/in:Ulf-Stefan Dahmen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.