Iversheimer überraschten mit Viergestirn
Bürgermeister Sebastian Glatzels erste karnevalistische Amtshandlung mit einer Proklamation
- hochgeladen von Manfred Görgen
Iversheimer Karnevalisten überraschten
diesmal mit einem jungen Viergestirn
Bürgermeister Sebastian Glatzels erste karnevalistische Amtshandlung mit einer Proklamation
Motto des Viergestirns: „Dorfkind von Anfang an un em Hätze Eveschem“
Von Manfred Görgen
Bad Münstereifel-Iversheim. Schon in den zurückliegenden Jahren waren die Mitglieder der Iversheimer K.G stets für Überraschungen gut. Das gelang ihnen jüngst auch bei der frühzeitigen Sessions-Eröffnung im vollen Dorfsaal inklusive Proklamation und mit mehrstündigem Programm. Vier junge Mädels, die in die Fussstapfen der Großen klettern möchten.
Eine freudige Überraschung, besonders dank eines für viele bis dato gut gehütetes Geheimnis, dass endlich gelüftet werden konnte. Zwar hatte es Bilder mit vier Personen und die Augen hinter großen Brillen versteckt gegeben, aber wer sich dahinter verbarg, galt als großes „Dorfgeheimnis“.
Erstmals in der Vereinsgeschichte wurde ein „Viergestirn“ proklamiert. Und spätestens beim pompösen Einzug, vorneweg der „Speelmannzoch“ Iversheim mit ihrem musikalischen Leiter Peter Kolvenbach und enorm großem Gefolge stand fest, dass es sich um ein junges Quartett handelt.
Vier Mädels, die sich sofort die Herzen der Saalbesucher eroberten.
Hatten die Wegbereiter des deutschen Hip-Hops „Die Fantastischen Vier“ am gleichen Tag mit dem Titel „Der letzte Bus“ bekanntgegeben, vermutlich ihre große Abschieds-Bühnentour zu starten, starten die vier Mädels aus Iversheim ganz anders durch. Anders im Dorf und zur Stadt Münstereifel gehörendem Iversheim, wo gleich vier wackere junge Mädels nun eine Session lang auf sich aufmerksam machen werden und bravourös durchstarteten.
Als Prinz gekürt wurde Johanna I. (Zweiffel), zum Bauer Elise (Zinken), Jungfrau Leni (Kolvenbach) und zur Adjutantin, Helferin und Freundin für alle Fälle Jana (Hermann).
Mit lockeren Sprüchen und Gesang zeigten sie, wo es „en Eveschem“ lang geht.
Diese vier, eine verschworene Mädel-Freundschaft, allesamt gerne Schülerinnen des St. Angela Gymnasiums, „sorgten mit ihrer Proklamation jüngst für die Überraschung schlechthin em Evescheme Karneval“, so der durch das Programm führend Erik Gasthaus.
Der durfte sich an diesem denkwürdigen Samstag gleich zweimal riesig freuen: Erstens wegen der bislang noch nie bei den Iversheimer Karnevalisten dagewesenen Proklamation eines Viergestirns und zweitens, das am Abend seine Borussia vom Niederrhein das Spiel gegen den 1.FC. Köln für sich entscheiden konnte.
Und zu den sehr freudig strahlenden zählte auch der neue Bürgermeister der Kurstadt, Sebastian Glatzel, dessen erste karnevalistische Amtshandlung mit dem Übereichung der Insignien (Pritsche/Zepter, Spiegel, Flegel und Notizbuch) über die närrische Bühne ging. Das sogar in dem Dorf, in dem auch er zuhause ist. Durfte auch Glatzel das Mädels Quartett mit persönlichen Worten auf der Bühne gratulieren.
War bei den Rednern bis hin zum BDK-Vertreter Michael Dormagen alles nur in höchsten Lobenshymnen zu hören. Von Brauchtum in seiner bestens Form und Art. Hieß es auch mermals: Die Jugend früh mit ins Boot nehmen mit dem Höhner-Hit: "Wenn nicht jetzt, wann dann?" Und genau diesen Weg verfolgen die Iversheimer.
Wurden im Verlauf neben den Darbietungen zahlreicher Tanzgarden von nah und fern, wie mit vier Garden die Houverather angereist, die Mutscheider, die eigenen Iversheimer Tangarden und viele weitere, im Beisein aller Karnevalsgesellschaften aus dem zur Stadt Münstereifel zählenden Orten willkommen geheißen.
Gab es neben zahlreichen Auftritten von Tanzgarden aus Iversheim und vielen anderen Orten, eine besondere für das proklamierte Quartett mit dem Überraschungsauftritt der bekannten Showtanzgruppe High Energy aus Billig. Stunden zuvor hatte eine jüngere Truppe mit dem „Erwachen im Märchenwald“ ihre tänzerische Visitenkarte abgegeben.
Freute sich Sitzungsleiter Erik Gasthaus über einen vollen Dorfsaal. Unter anderem auch, weil die Proklamation mit buntem Rahmenprogramm für Jung und Alt sogar bei freiem Eintritt angeboten wurde.
Leider war es dem vor wenigen Wochen verstorbenen Opa Heinrich (Hein) Zinken aus Roitzheim (war noch auf der letzten Iversheimer Dorfsitzung mit seinem Zwillingsbruder Josef Zinken aus Iversheim für jahrzehntelanges Engagement im Verein geehrt worden), nicht mehr vergönnt, die Proklamation und besonders seine Enkelin als agiler Bauer im erstmaligen Viergestirn des Vereins miterleben zu dürfen.
Schon Monate vorher hatte er so sehr davon geschwärmt, das noch miterleben zu dürfen. Einen mit ihm seit vielen Jahren befreundeten Journalisten aus Houverath hatte er sogar gebeten, diese Proklamtion auch in seinem Sinne und zur späteren Erinnerung zu dokumentieren. Opa Hein von sich aus der große Showtanzgruppe High Energy extra für das Viergestirn geordert.
Konnte seine Enkelin nun nur einen kurzen Blick nach oben werfen und "Danke lieber Opa im Himmel" sagen.
Am kommenden Samstag geht es erneut im Dorfsaal rund. Dann werden reichlich Frauen anwesend sein und auch das Viergestirn sich anlässlich der großen und traditionellen Damensitzung feiern lassen. mg
LeserReporter/in:Manfred Görgen aus Bad Münstereifel |
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