Arbeiten am Kurfürstenbad
Große Kunst am Haken
- Nur wenige Minuten hing jeder der beiden Mosaik-Hälften am Kranhaken.
- Foto: AS
Bad Godesberg (as). Es kommt wohl selten vor, dass ein tonnenschweres Mosaik-Kunstwerk nach seiner endgültigen Positionierung wegen seiner Bedeutung aus einem Bauwerk entfernt und anschließend wieder in einen Neubau integriert wird. Für das Paul-Magar-Mosaik „Heiterer Tag am Wasser“, bislang in der großen Schwimmhalle des Kurfürstenbads installiert, war nun der Umzug in ein Lager erforderlich.
Das Mosaik aus dem Jahr 1964 zählt seit Jahrzehnten als bedeutendes künstlerisches Element des Kurfürstenbads. Es zeigt eine idyllische Szene am Wasser mit Badenden, Booten und Bäumen.
Das seit einem Jahrzehnt wegen erheblicher Mängel stillgelegte Schwimmbad wird nach einer Entscheidung des Bonner Stadtrats neu gebaut. Vor der Fertigstellung soll das Mosaik-Kunstwerk des Bad Godesberger Künstlers Mager wieder im Neubau des Kurfürstenbads installiert werden. Für den Transport durch das offengelegte alte Hallenbad bis auf einen Tieflader benötigte der Schwerlastkran nur wenige Minuten. Zahlreiche Zaungäste verfolgten die Arbeiten.
Vertreter der Nesseler Bau GmbH, dem Totalunternehmer des Schwimmbad-Neubaus, erläuterten vor Ort, dass das Kunstwerk für den Krantransport in zwei Teile geteilt werden musste. Stefan Günther, Leiter des Sport- und Bäderamtes, Uwe Härtel, Geschäftsbereichsleiter beim Städtischen Gebäudemanagement Bonn, sowie die Nesseler Bau GmbH informierten über den Ausbau des Mosaiks und den Fortschritt der Baustelle. Das Projekt liegt aktuell im Zeitplan. Der vollständige Abriss des alten Gebäudes soll bis Ende November 2026 abgeschlossen sein. Der Rohbau ist bis Ende 2027 geplant, der weitere Ausbau bis Ende 2029. Die Erstinbetriebnahme ist für das Jahr 2030 vorgesehen.
Die Gesamtkosten liegen bei 53,4 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt vollständig aus der Bäderpauschale. Darin enthalten sind auch der Ausbau, die Lagerung und der spätere Wiedereinbau des Paul-Magar-Mosaiks.
„Der Ausbau des Mosaiks ist ein Meilenstein, den wir mit großer Sorgfalt und Respekt angegangen sind. Es war von Anfang an klar: Das Kunstwerk soll Teil des Kurfürstenbades bleiben – auch im Neubau“, sagte Stefan Günther.
Da das Mosaik fest in der Wand verbaut war, handelte es sich um ein komplexes Vorhaben. Umfangreiche Vorarbeiten waren notwendig: Das Mosaik wurde vorab zum Schutz verpackt, mit Stahlrahmen gesichert und für den Hub vorbereitet. In den Wochen vor dem finalen Ausbau wurden präzise Schnitte in den Beton gesetzt. Das Mosaik wurde aufgrund seiner Größe von 12,50 mal 2,08 Metern in zwei Teile getrennt. Die finalen Schnitte, die das Werk von der Betondecke trennten, erfolgten kurz vor dem Herausheben aus der Schwimmhalle.
„Kunstwerke in dieser Größenordnung zu sichern, ist auch für uns als Baufirma etwas Besonderes. Es ist eine Herausforderung, aber wir sind froh, dass alles nach Plan lief und wir das Mosaik erfolgreich ausbauen konnten. Ich danke allen beteiligten Firmen – nur gemeinsam lässt sich ein solches Projekt realisieren“, sagte André Neumann, Bauleiter der Nesseler Bau GmbH.
Jede Mosaikhälfte mit Stahlrahmen wog etwa 13 Tonnen.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Alfred Schmelzeisen aus Bad Godesberg |