Neu gestalteter Ortskern
Ein weiterer Meilenstein

Anlässlich des Tages der Städtebauförderung brachten Christian Lanzrath, Olivia Dominick und Oliver Ernst (von links) einen Bauzaun am Banner an. | Foto: fes
  • Anlässlich des Tages der Städtebauförderung brachten Christian Lanzrath, Olivia Dominick und Oliver Ernst (von links) einen Bauzaun am Banner an.
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Alfter (fes). In Alfter steht der nächste Schritt bei der Umgestaltung des Ortskerns rund um den Herrenwingert bevor: In den kommenden Tagen soll die marode, nach Einschätzung der Gemeinde nicht mehr sanierungsfähige Turnhalle der Anna‑Schule aus den 1960er Jahren zurückgebaut werden. Über das Projekt und die weiteren geplanten Maßnahmen informierte Bürgermeister Christian Lanzrath beim bundesweiten „Tag der Städtebauförderung“, an dem Kommunen in ganz Deutschland geförderte Vorhaben vorstellen.

Der Rückbau der Turnhalle ist Teil des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) für den Ortskern. Zum Termin hatte Lanzrath gemeinsam mit Oliver Ernst, Amtsleiter Bauleitplanung, und seiner Kollegin Olivia Dominick auch René Nürnberger von der Deutschen Stadt‑ und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH (DSK) eingeladen. Gemeinsam brachten sie symbolisch ein Banner am Bauzaun an, das auf den bevorstehenden Abriss hinweist.

Bereits im Herbst 2024 war als erster Meilenstein die neue Kultur‑ und Sporthalle (KSH) mit der Spielfläche auf dem Dach eröffnet worden. Eigentlich sollte die alte Turnhalle schon im vergangenen Jahr abgerissen werden. Wegen der Haushaltslage verzichtete die Gemeinde jedoch darauf, für 2025 einen Förderantrag zu stellen, und verschob das Projekt auf dieses Jahr. Für den Abriss sind Kosten von 408.000 Euro veranschlagt; 70 Prozent davon werden vom Land gefördert. Den verbleibenden Eigenanteil von 122.400 Euro muss die Gemeinde aufbringen. Auch der neue Spielplatz, für den 310.000 Euro veranschlagt sind, wird zu 70 Prozent aus Düsseldorf gefördert.

Lanzrath verwies darauf, dass das Gesamtprojekt „Herrenwingert“ seit 2021 über eine grundsätzliche Förderzusage des Landes verfügt. Für einzelne Bausteine seien jedoch jährlich neue Anträge erforderlich. Ohne Fördermittel, so Lanzrath, seien solche Vorhaben angesichts knapper Kassen kaum zu realisieren.

Seit Mitte April laufen nach Angaben der Gemeinde bereits Entkernungsarbeiten in der alten Halle. Nach rund fünf Monaten soll der Abriss abgeschlossen sein. „Baujahrestypische“ Schadstoffe sollen „fach‑ und sachgerecht“ ausgebaut und entsorgt werden. Um Belastungen durch Staub und Lärm zu reduzieren, sollen entstehende Staubwolken durch Beregnung gebunden werden.

Im August soll dann der Bau des neuen Spielplatzes beginnen. Lanzrath rechnet damit, dass er im ersten Quartal 2027 eingeweiht werden kann. Danach soll der nächste Baustein folgen: Geplant ist ein Kreisverkehr am Herrenwingert/Ecke Schlossstraße, der unter anderem für den Buslinienverkehr vorgesehen ist. Zudem soll eine Haltestelle vor der KSH eingerichtet werden.

Als weiterer zentraler Punkt der Umgestaltung bleibt der geplante Bau eines Vollsortimenters. Weil es sich um ein gewerbliches Vorhaben handelt, ist dieser Teil nach Angaben der Gemeinde nicht förderfähig. Dafür werde ein Investor benötigt – bislang habe sich das als schwierig erwiesen. Lanzrath zufolge hätten aktuell zwei potenzielle Betreiber im Zuge einer Markterhebung „in unterschiedlicher Tiefe“ Auskunft erteilt. Wie es mit der weiteren Platzgestaltung am Herrenwingert weitergeht, hänge nach seinen Angaben auch davon ab, wie ein künftiger Investor Gebäude und Stellplätze plane. Erst dann könne die weitere Gestaltung – darunter eine „grüne Mitte“ mit Lindenhain sowie ein neuer Dorf‑ und Festplatz – konkret vorangebracht werden. Dafür sollen die derzeitigen Parkplätze auf dem Herrenwingert verschwinden. Lanzrath zeigte sich offen, ob am Ende eine Tiefgarage oder Stellplätze auf dem Dach des Vollsortimenters entstehen.

Redakteur/in:

Frank Engel-Strebel aus Bornheim

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