Schüler im Einsatz für Tiere
Vogelhotels & Igelpension
- Auch Vögel haben unterschiedliche Ansprüche an ihre „Wohnung“.
- Foto: Schmidt
Windeck. Beflügelt von der guten Sache haben in den vergangenen 20 Jahren Schülerinnen und Schüler der Förderschule Rossel im Werkunterricht den „Tourismus“ für allerlei Getier ganz weit nach vorne gebracht.
Längst ist die Anzahl der beliebten Nisthilfen der Rosseler Schule, die in Windecker Gärten und Anlagen hängen, unüberschaubar. Meisen, Spatzen, Stare, Waldläufer und Waldkäutzchen haben ein sicheres Plätz-
chen zum Brüten erhalten. Das Sortiment wird stetig erweitert, denn auch Fledermäuse, Insekten, Igel, Eichhörnchen sollen sich des Lebens erfreuen.
„Unsere Schule hat den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Schülerinnen und Schüler aus sieben Klassen machen mit. Jede Nisthilfe ist also ein Unikat, das liebevoll von den Kindern und Jugendlichen hergestellt wird. Die Bauanleitung mit dem notwendigen Hintergrundwissen stammt vom Naturschutzbund“, beschreibt Werklehrer Guido Barz die Vorgehensweise. Deutlich unterscheide sich das Ergebnis von Nisthilfen, die man etwa im Baumarkt kaufen könne. „Wir arbeiten mit hochwertigem Holz, das uns zwei Windecker Firmen spendieren. Das Ergebnis hält viele Jahre.“
Herbergen werden verkauft
Die selbst gebauten Nisthilfen - „Hotels“ und „Pensionen“ – verkauft die Schule zu sehr zivilen Preisen bei Veranstaltungen oder fertigen auf Kundenwunsch „Traumhäuser“ an. Gerade erst hat der Bürgerverein Schladern für seinen Dorfgarten an der katholischen Kirche ein Insektenhotel in Auftrag gegeben, das aussehen soll wie die Kirche. Barz und seine Schüler lieben solche Aufträge.
Nistkasten-Paten
Gerade beginnt die Brutsaison und der „Friedhof im Siegbogen“ in Rosbach gehört zu den Anlagen, die sich bei der Förderschule tüchtig mit unterschiedlichen „Herbergen“ für flatterhafte Gäste, für possierliche Eichhörnchen und einen aufgepäppelten Stachelhäuter eingedeckt haben. Seit dem vergangenen Winter kümmern sich dort Inge Betzen und Richard Czech als Nistkasten-Paten um ihre tierischen Nachbarn. „Sieben Nisthilfen waren schon auf dem Friehhof, als wir die Aufgabe übernommen haben, drei davon bewohnt“, erzählt Betzen. „Wir machen nun die Häuschen frühjahrsfit und weitere acht Unterkünfte sind auch schon installiert. Einmal im Jahr oder auch seltener werden die Häuschen gesäubert.“ Vorkenntnisse hatte das Ehepaar nicht, es liest sich ein und wird unterstützt von Barz und Gärtnermeister Andreas Ückerseifer, die beide im Friedhofsvorstand mitarbeiten. „Es ist spannend, je mehr man liest, umso komplexer und erstaunlicher ist die Vogelwelt, die sich eröffnet“, findet Czech. Günstig sei die große Fläche mit reichlich natürlichem Umfeld, denn beim Anbringen von so zahlreichen und unterschiedlichen Nisthilfen gebe es einiges zu beachten, beispielsweise die Entfernung zur nächsten, die Ausrichtung der Einflugschneise und die Höhe.
Verkauf
Jedes Jahr werden in der Förderschule 30 bis 40 Nisthilfen im Werkunterricht hergestellt.
Aktuell bietet die Förderschule Nistkästen bei Kochs Backstube in Wilberhofen, in der Gartenbaumschule Ückerseifer und bei Optik Werner in Rosbach sowie im Tourismus-Pavillon in Schladern an. Am 9. Mai nimmt sie mit ihren schönen, bunten Exemplaren von 10 bis 13 Uhr an der Pflanzenbörse der Agenda Naturnaher Garten im Museumsdorf in Altwindeck teil.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Sylvia Schmidt aus Windeck |
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