Anwohnerproteste
Umleitungsverkehr donnert durch‘s Dorf

Mit einem Warnschild wollen Gundi Pauly-Röhrig und Dieter Patt den Durchgangsverkehr in Locksiefen beruhigen.
  • Mit einem Warnschild wollen Gundi Pauly-Röhrig und Dieter Patt den Durchgangsverkehr in Locksiefen beruhigen.
  • Foto: Röhrig
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Saal/Locksiefen - Auf die Barrikaden gehen die Anwohner an der früheren Kreisstraße 7,
die von Leuscheid über Saal und Locksiefen zu den Rosbacher
Ortsteilen Lindenpütz und Roth führt. Der Grund: Nach der
Vollsperrung der neuen K 7 wegen Ausbesserungsarbeiten nimmt fast der
gesamte Durchgangsverkehr zwischen Rosbach und Leuscheid die kürzere
Umleitung über die enge und gefährliche Dorfstraße, statt die
ausgeschilderte Umleitung über Ehrenhausen und Imhausen zu nutzen.

Auch schwere Lastwagen, die diese Strecke eigentlich gar nicht fahren
dürften, sowie Busse donnern über die Dorfstraße. Dadurch werden
die Anlieger an der früheren Kreisstraße massiven Belästigungen
ausgesetzt. Die 160.000 Euro teuren Bauarbeiten für die Erneuerung
der Fahrbahndecke sollen über einen Monat dauern, sagt der
Rhein-Sieg-Kreis.

„Und das ist schon die dritte Vollsperrung der K 7 in drei oder vier
Jahren“, betont Gundi Pauly-Röhrig, die mit ihrem Mann an dieser
Rosbacher Straße in Locksiefen wohnt. Sie protestiert im Namen aller
Anwohner von Locksiefen und hat sich die Mühe gemacht,
stichprobenartig die Autos zu zählen, die jetzt über die Dorfstraße
fahren. Mittags zählte sie in einer halben Stunde 112 Autos plus drei
große Lastwagen und auch noch einen Bus, abends waren es sogar 142
Autos in 30 Minuten plus sechs Lastwagen und zusätzlich Motorräder.

Nachbar Dieter Patt, ebenfalls Anlieger an der nicht offiziellen
Umleitungsstrecke, sieht zudem noch weitere Gefahren. Er hat
beobachtet, dass jeder zweite Autofahrer auch noch während der Fahrt
mit dem Handy telefoniert. Der starke Verkehr sei vor allem für
Schulkinder und ältere Bürger gefährlich, sind sich die Anwohner
einig.

Auch eine schon seit Jahren nur für den land- und
forstwirtschaftlichen Verkehr freigegebene Straße zwischen Saal und
Herchen wird seit der Sperrung stark befahren, und zwar nicht nur von
den Ortskundigen. Auf der Fahrbahn der K 7 zwischen Leuscheid und
Roth/Lindenpütz sind auf den ersten Blick allerdings kaum gravierende
Straßenschäden zu erkennen.

Mehr als eine Umleitung ausschildern könne der Rhein-Sieg-Kreis nicht
tun, erklärte dessen Pressesprecherin Rita Lorenz auf Anfrage. Bei
allen Baumaßnahmen gebe es immer wieder Verkehrsteilnehmer, die sich
widerrechtlich verhalten, sagte Lorenz zur Benutzung durch Lastwagen.
Da seien Polizei und Ordnungsamt gefragt. Nicht möglich sei es, auf
der K 7 anstelle der Vollsperrung eine einseitige Sperrung mit
Ampelschaltung durchzuführen. Lorenz: „Dafür ist die Straße nicht
breit genug. Auch aus Gründen der Arbeitssicherheit geht das
nicht.“

Dass viele Bürger der Meinung sind, die Schäden seien nicht so
schlimm, kann Lorenz nachvollziehen. Schon vor zwei Jahren sei aber an
Brückenkonstruktionen festgestellt worden, dass die Abdichtungen
über einer Betonschicht nicht richtig isoliert seien. Deshalb drohten
Dauerschäden, wenn dies nicht repariert werde.

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RAG - Redaktion

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