Wiedereröffnung in Dattenfeld
Ein Bad bleibt über Wasser

Dorothee Hinz gibt seit 1991 Kurse „Wassergymnastik“. | Foto: Schmidt
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  • Dorothee Hinz gibt seit 1991 Kurse „Wassergymnastik“.
  • Foto: Schmidt

Windeck. „Windeck hat sich durchgesetzt, die Bürgermeisterin hat sehr für ihre Gemeinde geworben, die mit 1,2 Millionen Euro einen großen Schluck aus Pulle bekommen hat“, spielte Sebastian Hartmann (SPD) auf das Begehren vieler an, für Schwimmbadsanierung und deren Erhaltung eine Förderung vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung zu bekommen. Er und Lisa Winkelmeier-Becker (CDU) waren als Mitglieder des Bundestages für den Rhein-Sieg-Kreis zur Wiedereröffnung des Dattenfelder Hallenbades gekommen.

Bei dem großen Bedarf werde geschaut, wo das Geld am wichtigsten sei, erläuterte Winkelmeier-Becker. Dazu brauche es auch ehrenamtliches Engagement, das sei ein wichtiger Punkt für die Attraktivität von Dattenfeld und Windeck bei der Auswahl gewesen. Das Hallenbad in Trägerschaft der Gemeinde wird fürs Schulschwimmen, zu Trainingszwecken der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), der Wasserwacht, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie der Feuerwehr und von Bürgern genutzt. Von der DLRG-Ortsgruppe Eitorf organisiert Ausbilder Lars Neubauer immer dienstags von 17.30 bis 20 Uhr das Training für mehrere Gruppen im Hallenbad, bei dem insgesamt acht Ausbilder im Einsatz sind. Der Schwerpunkt liegt auf der frühkindlichen Schwimmausbildung. Mit der DLRG ermöglicht der Gemeinderat kostenlose Schwimmkurse.

Bürgermeisterin Alexandra Gauß dankte dem Gemeinderat für den mutigen Schritt. Gemeinsam habe man in der Corona-Zeit beschlossen, das Bad zu schließen. „Es brauchte die Hälfte des Gasbedarfs von Dattenfeld, das haben wir für den Eigenanteil von 25 Prozent an der Förderung zurückgelegt. Es gibt eine Zweckbindungsfrist von zehn Jahren, bei finanziellen Problemen kann uns das Bad – auch das Freibad – nicht weggenommen werden.“

Im Jahr 1984 war das Hallenbad eröffnet worden und wird seither vielseitig genutzt. Insgesamt wurden 1,5 Millionen Euro in neue Technik investiert. Die Umkleiden wurden so umgebaut, dass nun auch für Menschen mit Beeinträchtigung, die beispielsweise Hilfe vom Ehepartner brauchen, der Badbesuch möglich ist. „Das Bad wurde in einer reinen Bauzeit von einem halben Jahr energetisch mit einer zukunftsfähigen Technik angepasst, die Preise wurden eingehalten“, erläuterte Projektleiter Günther Schuh bei einem Rundgang. „Das Dach ist mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Für die Technik, die vorher unter dem Dach war, wurde ein modernes Technikpodest für Lüftung und zwei Wärmepumpen angebaut.“

Bademeister Ralf Eibach und sein vierköpfiges Team sind dankbar, dass das Bad nicht den Finanzen preisgegeben wird. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DLRG können 58 Prozent der Kinder am Ende der Grundschulzeit nicht sicher schwimmen. Eibach bestätigt, dass ein großer Teil der Kinder in Windeck nicht schwimmen kann.

In den ersten beiden Stunden nach der Wiedereröffnung war das Bad für die Kleinkindwassergewöhnung reserviert. Insgesamt 37 Kinder waren angemeldet. Sie tummelten sich mit Ausbildern, Eltern und unterschiedlichen Schwimmhilfen im Wasser. Moritz Haas und sein fünfjähriger Sohn waren aus Rossel mit dem Fahrrad gekommen. „Mein Sohn ist nicht die größte Wasserratte, Schwimmen ist aber eine grundsätzliche Fähigkeit, die jeder können muss. Er ist jetzt ganz stolz“, berichtete der Vater.

Sich über Wasser zu halten und das Element Wasser zu einem vertrauten Element zu machen, hält auch die ehemalige Grundschullehrerin Dorothee Hinz für unerlässlich. Seit 1991 gibt sie Volkshochschulkurse für Wassergymnastik. „Auch für Kleine gibt es viele Hilfsmittel wie Schwimmnudeln, Gürtel, Bretter, Hanteln.“

Für Bruno Schöneberg, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Eitorf, ist die Eröffnung ein guter Tag. „Gerade hat das Bad in Ruppichteroth geschlossen, wir sind froh über den Erhalt jedes Schwimmbads. Die Kurse sind voll, der Bedarf ist noch größer, aber dazu brauchten wir bei der DLRG mehr Leute.“

Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:

Sylvia Schmidt aus Windeck

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