Fluglärm nimmt zu
Allein im September waren es 1.500 Überflüge

Zu nah. Zulaut. Zu häufig. Zu oft nachts. Bürger der Gemeinde Windeck wünschen sich weniger Fluglärm und hoffen auf konkrete Messergebnisse, die ihre Anliegen untermauern.
  • Zu nah. Zulaut. Zu häufig. Zu oft nachts. Bürger der Gemeinde Windeck wünschen sich weniger Fluglärm und hoffen auf konkrete Messergebnisse, die ihre Anliegen untermauern.
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Windeck - Der Fluglärm in der Gemeinde hat erheblich zugenommen. Das schilderte
jedenfalls Peter Inden aus Dattenfeld, der dort schon seit fast neun
Jahren eine Messstation für den Fluglärm betreibt, in der Sitzung
des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Tourismus, Kultur und
Umwelt.

Inden durfte sich nach der Einwilligung des Ausschusses an der
Diskussion über eine Anfrage der Bündnisgrünen zum Fluglärm
beteiligen.

Der Windecker betonte, das Funkfeuer Cola bei Locksiefen leite nicht
nur die Flieger über das Gebiet der Gemeinde, sondern verhindere dort
auch den Bau von Windkraftanlagen. Er sei aber davon überzeugt, dass
eine Verlegung möglich sei und verwies auf das Beispiel Nörvenich,
wo das geschehen ist.

Im Ausschuss betonte er weiter, allein im September seien 1500
Überflüge zu verzeichnen gewesen, davon eintausend tagsüber. Die
Werte hätten sich also fast verdoppelt, erklärte er.

Außerdem seien die Flieger immer mehr dazu übergegangen, den Steig-
und Beschleunigungsflug vor allem über Windeck zu verstärken. Inden
hat inzwischen auch einen Bürgerantrag an den Gemeinderat gestellt,
eine Fluglärmmessstation des Deutschen Fluglärm Messdienstes auf dem
Rathaus zu installieren.

In dem Antrag erhebt er schwere Vorwürfe gegen den Köln-Bonner
Flughafen.

Der habe seinen Fluglärm-Messwagen vor drei Jahren in Windeck nach
Beschwerden der Bürger aufgestellt. Nachdem die defekte Messtechnik
des Messwagens im zweiten Anlauf vom Flughafenpersonal zum Laufen
gebracht worden sei, hätten die Nachtüberflüge wie durch ein Wunder
nachgelassen. Inden: „Während der Vergleichsmessung wurde Windeck
einfach nicht überflogen.“

Für „illusorisch“ hält dagegen Dr. Richard Grothus von der
Gemeindeverwaltung den Vorschlag, das Funkfeuer Cola zu verlegen, um
den Fluglärm in der Gemeinde zu reduzieren. Grothus betonte, der
Fluglärm im Windecker Ländchen sei wesentlich geringer als in
Kommunen in der Nähe des Airports. Deshalb könne die Gemeinde in
Sachen Fluglärm alleine nichts unternehmen.

Die Bündnisgrünen wollten wissen, wie oft die Grenzwerte für den
Fluglärm im vergangenen Jahr in Windeck überschritten wurden und ob
es Interventionsmöglichkeiten für die Kommune gibt. Die Nachtflüge
über Windeck hätten nämlich zugenommen, betonte ihr Fraktions- und
Ausschussvorsitzender Thomas Ritzer, die Grenzwerte für den Lärm
würden immer häufiger überschritten.

Das sah Grothus ganz anders, nachts sei man noch weit weg von den
Grenzwerten.

Eine Möglichkeit für die Bürger wäre aber, sich über den
Fluglärm zu beschweren. Das hätten bisher bei ihm aber nur drei
Personen getan.

Inden bekräftigte, dass der Fluglärm massiv zugenommen habe und
betonte, dass auch der Fluglärm, wie andere Verkehrssachen, zum
Aufgabenkatalog der Gemeinde gehöre.

Der Ausschuss nahm die Informationen zur Kenntnis.

Ritzer erklärte, die Gemeinde könne Mitglied in der
Lärmschutzgemeinschaft werden. Die Bündnisgrünen setzen sich
weiterhin für ein Nachtflugverbot von 22 bis sechs Uhr, eine
Lärmabgabe, eine Kerosinsteuer und gegen eine Verlängerung der
Nachtfluggenehmigung für den Flughafen Köln/Bonn bis 2030 ein.
Ritzer schlug außerdem vor, sich zu erkundigen, welche möglichen
Auswirkungen der Ausbau des Flughafens für die Windecker haben wird.
Er empfahl, das Thema noch einmal in den Fraktionen zu beraten.

Indes wünschen sich andere Windecker wie Paul Kröfges vom BUND ein
kraftvolleres Signal gegen den Fluglärm.

Redakteur:

RAG - Redaktion

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