Vier Stunden Herzblut, Humor und Hingabe
Karnevalssitzung der kfd St. Andreas begeistert auf ganzer Linie
- Die Spielschar der kfd St. Andreas vor der ersten Karnevalssitzung 2026.
- Foto: Anita Brandtstäter
- hochgeladen von Anita Brandtstäter
Wesseling. Was für ein Nachmittag! Mit unerschöpflicher Kreativität, beeindruckender Spielfreude und ganz viel Wesselinger Herzblut hat die Karnevalssitzung der kfd St. Andreas den voll besetzten Pfarrsaal begeistert. 14 Frauen, unterstützt von zwei Männern, stemmten ein gut vierstündiges Programm, das zum großen Teil selbst geschrieben, auswendig gelernt und mit spürbarer Leidenschaft präsentiert wurde – eine Leistung, die höchsten Respekt verdient.
Schon der Auftakt setzte ein fröhliches Ausrufezeichen: Die Spielschar zog in Maus-Outfits zu „Jetzt geht’s los“ ein, um dann in einem schwungvollen Tanz zur „Karnevalsmaus“ die Bühne zu erobern. Durch das Programm führte Maria Krusius, die das Publikum herzlich begrüßte und mit kurzen, pointierten Moderationen, treffenden Würdigungen und immer wieder lautstarken „Wesseling Alaaf“-Rufen souverän die Sitzung leitete.
Sketche mit Tiefgang, Witz und lokalem Bezug
Einen Schwerpunkt bildeten die zahlreichen Sketche, die mit feinem Humor, klugen Beobachtungen und viel Lokalkolorit punkteten. Dabei wurde viel gelacht – und nicht selten auch nachdenklich genickt. So spielte der Sketch „Im Himmel“ nicht nur mit der Wiedergeburt von Neuankömmlingen, sondern war zugleich ein Dank an Keldenichs Ex-Ortsbürgermeister Paul Hambach für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement in Wesseling.
Bei den „Inklusionsfunken“ ging es augenzwinkernd um die Frage, wie man jemanden „inkludiert“, der aus Westfalen stammt und kein Kölsch kann – ein Sketch mit viel Sprachwitz und karnevalistischem Selbstbewusstsein. Sehr lebensnah wurde es bei „Schwaadschnüss“, wenn zwei Frauen über das Älterwerden plauderten: von der Anmeldung im CBT Seniorenhaus St. Lucia über einen Intelligenztest („Wer wohnt im weißen bzw. Weißen Haus?“) bis hin zur Pflegeversicherung – humorvoll und treffsicher.
Weitere Sketche nahmen das Publikum mit in Erinnerungen und Gegenwartsbeobachtungen: Zwei Frauen verglichen „Pänz – früher und heute“, angestoßen durch das Bläck-Fööss-Lied „Pänz, Pänz, Pänz“, mit dem Fazit: „Die vor 1970 geboren sind, hatten alles!“ Zwei Hausfrauen philosophierten bei Rosé-Sekt über Gott und die Welt – von Hippie-Zeiten über Abnehmspritzen bis zu vollen Lippen. Und bei der Hochzeitsszene mit Pater Jürgen Ziemann drehte sich alles um die entscheidende Frage: Wie lange will man sich eigentlich binden – und wie eindeutig muss ein Ja-Wort wirklich sein?
Ein besonderer Moment war auch die solistische Darbietung des Herbert-Grönemeyer-Klassikers „Männer“ – humorvoll umgedichtet auf „Frauen“ und mit viel Applaus bedacht. Ein weiteres Highlight war die rund 20-minütige Büttenrede der Französin, die sich von internationalen Beobachtungen bis in die Wesselinger Kommunalpolitik vorarbeitete – treffsicher, scharfzüngig und äußerst unterhaltsam.
Tanz, Varieté und Schwanensee mit Schweinchen-Nasen
Abwechslung boten die tänzerischen Beiträge. Die Varietéshow zeigte fantasievolle Ideen, wie sich aus ganz normalen Alltagsgegenständen überraschende Bühneneffekte zaubern lassen. Nach einer Schunkelpause folgte ein echter Hingucker: „Schwanensee“ – einige Damen hatten sich dafür in Tütüs geworfen und trugen Schweinchen-Nasen. Besonders amüsant die Primaballerina mit ihrem Tanzpartner.
Ebenso originell war der Tanz „Spätlese“, bei dem alle sieben Frauen Trikots trugen, die zur Hälfte schwarz und zur Hälfte weiß waren. Besonders wirkungsvoll war, wenn sie abwechselnd nur mit den schwarzen oder weißen Beinen tanzten. Es tanzten außerdem die sechs "Mädche vun de Dränk" in rot geringelten Shirts, zuerst Tanzen im Sitzen, dann als Zugabe Tanzen mit den Stühlen – eine Choreografie mit viel Humor.
Prinzlicher Besuch und ein märchenhaftes Finale
Der einzige Gastbeitrag kam von der Großen Wesselinger Karnevalsgesellschaft 1896 e.V., die mit Kinderprinz Julian I., Prinz Ralf I. und Ex-Prinzessin Moni Ignacy als Vertreterin des Festkomitees Wesselinger Karneval e.V. erschien. Die Mini-Fändelschwenker tanzten mit großer Begeisterung, und Prinz Ralf I. sang – tänzerisch begleitet von den Fändelschwenkern – das Bläck-Fööss-Lied vom „Pütze Hein“, liebevoll umgetextet auf „Pütze Ralf“.
Das große Finale stand unter dem Motto „Schneewittchen“: Jeder Zwerg tanzte zu seinem Lieblingslied und warb um die Königin. Zum Abschluss erschien der "Karnevalsprinz" – doch die Königin entschied sich nicht nur für ihn, sondern nahm gleich die gesamte Spielschar mit auf ihr Schloss. Ein schönes Bild für Zusammenhalt und Gemeinschaft. Zum Abschied erklang das Lied „Im nächsten Jahr kommen wir alle wieder“ von Marita Köllner – und nach diesem Abend war klar: Darauf freuen sich schon jetzt alle.
Dank an alle Beteiligten
Ein herzlicher Dank galt allen Mitwirkenden auf und hinter der Bühne. Besonders gewürdigt wurde auch der Vorstand der kfd, der in die Organisation eingebunden war und während der Veranstaltung auf die Bühne geholt wurde: Doris Franzen, Teamsprecherin, Regina Dombrowsky, Schriftführerin, Martina Donner, Kassiererin, und Theresia Pöllmann, Beisitzerin.
Diese Karnevalssitzung zeigte eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Engagement, Kreativität und Gemeinschaftssinn zusammenkommen – ein Nachmittag, an den man sich gerne erinnern wird. Die Wiederholung ist heute Abend am gleichen Ort.
LeserReporter/in:Anita Brandtstäter aus Köln |
|
| Webseite von Anita Brandtstäter | |
| Anita Brandtstäter auf Facebook | |
| Anita Brandtstäter auf Instagram | |