Leserreporter*innen veröffentlichen ihre Beiträge nicht als Mitglied der Redaktion.

Texte der Leserreporter*innen sind nicht von der Redaktion beauftragt und geben deshalb auch nie die Meinung der Redaktion oder des Verlages wieder. Beiträge von Leserreporter*innen werden im Sinne der freien Meinungsäußerung von der Redaktion nicht zensiert oder redigiert (redaktionell bearbeitet). Es steht den Usern unserer Portale frei, Beiträge im Sinne der AGB zu kommentieren und/oder die Verfasser*innen der Beiträge direkt zu kontaktieren.

Weiberfastnacht im Pfarrsaal St. Germanus
Ein närrisches Feuerwerk der kfd mit Herz und Humor

Die Hinterhofsänger der kfd St. Germanus sangen zum Abschluss der Karnevalssitzung an Weiberfastnacht.  | Foto: Anita Brandtstäter
  • Die Hinterhofsänger der kfd St. Germanus sangen zum Abschluss der Karnevalssitzung an Weiberfastnacht.
  • Foto: Anita Brandtstäter
  • hochgeladen von Anita Brandtstäter

Wesseling.  Was für ein Nachmittag! Die zweite Sitzung der kfd St. Germanus an Weiberfastnacht verwandelte den Pfarrsaal erneut in eine Hochburg rheinischer Lebensfreude. Der Saal war bestens gefüllt, die Stimmung von Beginn an prächtig – und die Damen der kfd bewiesen einmal mehr, wie viel Kreativität, Witz und Herzblut in ihnen steckt.

Sketche, Büttenreden, Lieder und als aufwendig inszeniertes Mittelstück eine Pantomime zum unvergessenen Bläck-Fööss-Klassiker „Huusmeister Kaczmarek“ – alles auswendig gelernt, mitreißend gespielt und mit viel Liebe zum Detail präsentiert. Den krönenden Abschluss bildete ein stimmungsvolles Gesangs-Potpourri. Ein rundum handgemachtes Programm, das das Publikum immer wieder zu Szenenapplaus hinriss. Charmant, souverän und schlagfertig führte Monika Engels-Welter – 1. stellvertretende Bürgermeisterin und Vorsitzende des Pfarrgemeinderates – auf Kölsch durch das Programm. 

Als erstes sorgte der „Kita-Chat“ für große Heiterkeit: Gabi, Julia, Anika, Annika, Anne und Christa nahmen auf sechs Stühlen Platz und zeigten, wie turbulent es in einer digitalen Eltern-Chatgruppe zugeht. Wer „schrieb“, stand auf, dazu wurden auch schon einmal passende Smileys hochgehalten – eine herrlich treffende Alltagsbeobachtung. Als „Trude vom Land“ brachte Elke Heider mit ihrer Büttenrede den Saal zum Lachen, während im „Hefesong“ die Damen sich selbst und ihre Rundungen augenzwinkernd auf die Schippe nahmen – Bauch- und Hüftpolster aus Matten und Kissen inklusive. 

Im Sketch „Im Theater“ dominierten Elke und Sabine das Geschehen, während sich die übrigen vier Damen staunend wunderten – pointiert gespielt und wunderbar inszeniert. Besonders raffiniert war der „g“-Sketch: Martina und zwei Heikes mussten jedes Wort mit „g“ beginnen – da wurde selbst ein „k“ kurzerhand zum „g“. In der gespielten Szene, in der ein Ehemann seine Frau mit ihrem Liebhaber erwischt, steigerte sich die Sprachakrobatik bis zum dramatischen Griff zum Gewehr. 

Das Mittelstück, die große Pantomime zu „Huusmeister Kaczmarek“ von den Bläck Fööss, war ein wahres Meisterwerk. Mit viel Aufwand hatten die Damen eine komplette Kulisse gebaut: Hauswand mit Fenstern, Klo samt Paravent und Teppich, Herd mit Tisch und Stühlen, Mülleimer – überall spielte sich gleichzeitig etwas ab, ganz im Sinne des Liedes. Der Applaus wollte kein Ende nehmen, so dass die Szene kurzerhand wiederholt wurde – es gab einfach zu viel zu entdecken.

Ein weiterer Höhepunkt war die kölsche Büttenrede von Monika Engels-Welter, die sich als „Frau für alle Fälle“ durch unterschiedlichste Alltagssituationen spielte – lebensnah, humorvoll und mit viel Selbstironie. Musikalisch überraschten die Heikes, Gabi und Monika als Bläserquartett: Sie sangen „Heilig Abend auf dem Dom“ in passenden Kostümen für das winterliche und stürmische Wetter. Auch dieser Sketch wurde als Zugabe wiederholt - der Prinz musste vor der Tür noch etwas warten. 

Nach dem Prinzenauftritt erklang das große kölsche Finale: ein Potpourri der Hinterhofsänger mit allen Damen als Chor sowie den Vorsängerinnen Gabi, Angela und Martina. Heike Fischer begleitete dann die mit viel Applaus erklatschte Zugabe, das Wesseling-Lied, am Klavier : „Et litt wie Jold en Stadt am schöne Rhing, dat es ons Heimat Wesseling. Wesseling, du prächtig Söckche Äd, Wsseling, ding Zukunf es jet wäht..“ 

Neben dem beeindruckenden Eigenprogramm bereicherten einige Gäste die Sitzung. Gleich nach dem Einzug der kfd-Mitglieder mit Akkordeon-Begleitung von Heike Fischer auf das Bläck Fööss Lied "Mer bruche keiner, keiner, dä uns sät, wie mer Fastelovend fiere deit" tanzte eine Kindergruppe zu „Gute Laune“ der Großstadtengel:  "Wir haben oben gute Laune, unten gute Laune...". Die Damen auf der Bühne und im Saal machten selbstverständlich gerne mit. Politisch-historische Töne schlug anschließend ein besonderes Lied an: Monika Engels-Welter sang gemeinsam mit Pater Jürgen Ziemann, begleitet von Anita Brandtstäter am Akkordeon, das Karnevalslied „Die hinger de Gadinge stonn un spingkse“ von Gerhard Jussenhoven aus dem Jahr 1937 – eine subtile Kritik an Überwachung und Denunziation im nationalsozialistischen Staat. 

Natürlich durfte auch der närrische Nachwuchs nicht fehlen: Kinderprinz Julian I. mit den Mini-Fändelschwenkern der Große Wesselinger Karnevalsgesellschaft 1896 e.V. sowie Kinderprinz Leopold I. mit dem kleinen Tanzcorps der Prinzengarde Wesseling-Urfeld 1991 e.V. begeisterten. Beide jungen Tollitäten erzählten – teils gereimt – von ihrem Weg ins Prinzenamt und ihren Hobbys. Besonders schön: Prinz Julian I. legte seinen Federschmuck ab und tanzte mit seinen Mini-Fändelschwenkern mit.

Ebenso eindrucksvoll präsentierten sich das Kinder- und Jugendtanzcorps sowie das Tanzcorps der KG Löstige Postillione von Wesseling 1972 e.V. mit ihren Sessionstänzen – zum Finale sogar gemeinsam auf der großen Bühne des Pfarrsaals - hier proben sie auch das ganze Jahr über. Den glanzvollen Schlusspunkt setzte Prinz Ralf I. mit den Fändelschwenkern der Großen Wesselinger Karnevalsgesellschaft, begleitet vom Festkomitee Wesselinger Karneval e.V. Ganz nach seinem Motto „Schwaade, Singe, Danze – do springk et Hätz, do laach de Siel!“ sprach, sang und tanzte er sich in die Herzen des Publikums.

Am Ende stand fest: Diese zweite Sitzung der kfd St. Germanus war wieder ein voller Erfolg – mit viel Humor, großem Engagement, kölscher Seele und einer ordentlichen Portion Frauenpower. Ein schöner Weiberfastnacht-Nachmittag!

LeserReporter/in:

Anita Brandtstäter aus Köln

Webseite von Anita Brandtstäter
Anita Brandtstäter auf Facebook
Anita Brandtstäter auf Instagram

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

18 folgen diesem Profil

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.