Proklamation von Ralf I.
Den Stadtschlüssel hat er abgelehnt

Was für ein Prinz! Ralf I. gab bei seiner Proklamation alles. | Foto: Montserrat Manke
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Wesseling. „UK“ – das kennt man in der Stadt am Rhein als Abkürzung für „Union Kraftstoff“, der heutigen Shell. Doch spätestens seit der Rede des Bürgermeisters zur Proklamation von Prinz Ralf I. stehen diese zwei Buchstaben für etwas ganz anderes: für den Urfelder Karneval.

Denn nicht nur unsere neue Hoheit, sondern auch seine drei Adjutanten – Alfred Schlappa (persönlich), Sprit-Adjutant Ulli Keilhau und Finanzadjutant Helmut Schallenberg – sind im alten Rheinanliegerdorf südlich von Wesseling beheimatet und hier als Jecke bestens bekannt. Allen voran Schlappa: Ihn nennt man im über 4.000 Einwohner zählenden Dörfchen schlicht den „Fastelovendspräsidenten“ oder „-kapitän“.

„Fastelovend wie im Märchen“ lautete das Motto der Prunksitzung in der Kronenbuschhalle – und passend dazu sah man im „Wesselinger Gürzenich“ so viele Kronen wie sonst nur bei royalen Großereignissen.
Wie immer bei der GroWeKa hatten sich die Gäste dem aktuellen Motto entsprechend wunderbar verkleidet: Vom Schneewittchen über gestiefelte Kater, Froschkönige, Feen, Ritter, Sultane und Prinzessinnen – die gesamte Fabel- und Märchenwelt präsentierte sich in der ausverkauften Halle.

Auftakt war der Einmarsch des Elferrates unter GroWeKa-Präsident Andreas Mertin, vorneweg flankiert von den Treuen Husaren aus Köln. Nach der Begrüßung wurde zunächst die nun ehemalige Prinzessin Moni I., Monika Ignacy, verabschiedet. Und wie schon bei ihrer Vorstellung im vergangenen Jahr im Rathaus – damals waren es rote Schuhe – erhielt die erste große Prinzessin, die Wesseling jemals hatte, ein ganz besonderes Geschenk zur Aufnahme in den Kreis der Ex-Prinzen: ein Damen-Ex-Prinzessinnen-Schiffchen (für alle Nicht-Rheinländer: eine Kopfbedeckung).

Foto: Montserrat Manke

Moni ließ ihre Prinzessinnenzeit kurz Revue passieren und gab ihrem Nachfolger etwas mit auf den Weg, das in dieser Turbosession mehr als zutrifft: „Genieß die Zeit – sie geht viel schneller vorbei, als man denkt.“
Und mit dem Genießen begann Ralf sofort: Mit sichtlicher Freude und Stolz badete er auf dem Weg zur Bühne in der Menge und verteilte Rosen und Bützchen im Saal.

Doch im Scheinwerferlicht wurde es vor der eigentlichen Proklamation zunächst noch einmal ganz ruhig. Bürgermeister Ralph Manzke bat die Anwesenden um eine Schweigeminute für den kurz nach Weihnachten verstorbenen ehemaligen Bürgermeister Erwin Esser – eine Geste, die vom Publikum dankbar angenommen wurde.

Es folgte ein herrlicher Schlagabtausch zwischen Bürgermeister und Prinz samt Gefolge, in dem insbesondere auf die vielfältigen Aktivitäten der vier Urfelder sowie deren Alter angespielt wurde. Außerdem hatte das Stadtoberhaupt etwas besonders Cleveres vor: Er wollte dem Prinzen den großen Stadtschlüssel – einst von Auszubildenden der Evonik gefertigt – „unterjubeln“ und damit die Verantwortung für das Rathaus abgeben: „Dann könnt ihr ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen.“ So etwas habe zumindest ich in 30 Jahren Wesselinger Karnevalsberichterstattung noch nicht erlebt.

„Mit dem Schlüssel kannst du mir keinen Gefallen tun“, kam es prompt zurück von Prinz Ralf. Verständlich: Schließlich ist er Mitglied der Geschäftsführung von DOM Sicherheitstechnik in Brühl – einem weltweit führenden Hersteller mechanischer und elektronischer Schließsysteme. Trotzdem erhielt Ralf die offizielle Prinzenkette vom Bürgermeister umgehängt und schließlich von FWK-Präsident Andreas Over die „Pritsch“. Goldene Pyrotechnik-Fontänen sorgten dabei für ein besonders glanzvolles Bild.

Nach seiner schwungvollen Rede tanzte die neue Hoheit noch mit seinen Fändelschwenkern – und eine eigene Musiknummer gab es ebenfalls: Aus „Bütze Ralf“ von den Bläck Fööss war mit Bandeinverständnis „Pütze Ralf“ gedichtet worden, gesungen von seiner Hoheit höchstpersönlich.

Singen und tanzen kann er auch, unsere neue Hoheit. | Foto: Montserrat Manke
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Im Anschluss feierte die Große Wesselinger eine rundum gelungene Sitzung, gespickt mit Größen des rheinischen Karnevals – stellvertretend seien hier die Domstürmer, Kasalla und die Bläck Fööss genannt. Zum Abschluss wurde noch ausgelassen im Foyer der Kronenbuschhalle weitergefeiert.
Fazit: Wesselings älteste KG ist fantastisch in ihre 130. (!) Jubiläumssession gestartet. Prinz Ralf und sein Gefolge sowie Wesselings 75. Jubiläums-Kinderprinz werden der Stadt am Rhein sicher einen schwungvollen Karneval servieren. Oder wie es FWK-Präsident Over zum Abschluss der Proklamation formulierte: „Es wird eine schöne Session mit euch allen zusammen – wir werden viel Spaß haben.“

Redakteur/in:

Montserrat Manke

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