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Zwischen Chanson, Schlager und Charme
Charlène de Verre begeisterte zum dritten Mal das Publikum in Mines Spatzentreff

In der Pause ging Mine Murzoglu mit dem Hut für die Künstlerin herum. Danach entstand dieses Foto - zu Beginn des zweiten Programmteils.  | Foto: Anita Brandtstäter
  • In der Pause ging Mine Murzoglu mit dem Hut für die Künstlerin herum. Danach entstand dieses Foto - zu Beginn des zweiten Programmteils.
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Wesseling. Bereits zum dritten Mal hatte Mine Murzoglu zur Travestie-Show in ihren beliebten Spatzentreff eingeladen – und wie schon in den vergangenen Jahren war Charlène de Verre der Stargast des Abends. Gastgeberin und Künstlerin hatten auf einen lauen Sommerabend gehofft. Stattdessen zeigte sich der Sommer von seiner heißesten Seite. Doch selbst die hochsommerlichen Temperaturen konnten etliche Fans nicht davon abhalten, sich im gemütlichen „Spatzengarten“ einen Platz zu sichern und einen unterhaltsamen Open-Air-Abend zu genießen.

Mit einem Glas Roséwein in der Hand eröffnete Charlène de Verre ihr Programm – stilvoll, elegant und mit jener natürlichen Ausstrahlung, die sie seit Jahren auszeichnet. Die Sängerin und Moderatorin präsentierte sich als lebenserfahrene, junggebliebene Vollblut-Lady, modisch-elegant gekleidet und mit einem Garderobenwechsel in der Pause. Sie verstand es einmal mehr, sich gekonnt in Szene zu setzen, ohne dabei auf schrille Effekte zu setzen. Charlène de Verre verbindet musikalischen und künstlerischen Anspruch mit einer offenen, ehrlichen und ausgesprochen charmanten Bühnenpräsenz. Statt greller Travestie stehen Persönlichkeit, Humor und Gefühl im Mittelpunkt. Mit ihrer leicht rauchigen Stimme interpretiert sie ihre Titel zu Playback-Instrumentals und nimmt ihr Publikum auf eine nostalgische Reise durch mehrere Jahrzehnte Musikgeschichte mit.

Ihr liebevoll zusammengestelltes Repertoire spannte einen weiten Bogen von Jazz-Balladen und Chansons über internationale Evergreens bis hin zu beliebten Schlagern. Den Auftakt machte Tony Orlandos „Tie A Yellow Ribbon Round The Ole Oak Tree“, gefolgt von Telly Savalas' „Some Broken Hearts Never Mend“ und John Paul Youngs „Love Is In The Air“. Bei Neil Diamonds „Sweet Caroline“ sangen die Gäste begeistert mit. Besondere Farbtupfer setzte Charlène mit den humorvollen Liedern „Oh Märilyn“ und „Anna Chi“ von Pausch/Glaubitz alias „Die Attentäter der Liebe“, bevor sie mit „King Of The Road“, den maritimen Klassikern „Seemann, deine Heimat ist das Meer“ und „La Paloma“ sowie John Denvers „Take Me Home, Country Roads“ weitere musikalische Stationen ansteuerte. Mit „Tage wie diese“ von den Toten Hosen bewies sie, dass auch moderne Klassiker hervorragend in ihr Programm passen. Den stimmungsvollen Schlussteil bildeten Ireen Sheers „Heut abend hab ich Kopfweh“, Mary Roos' „Einmal um die Welt“ und schließlich Hildegard Knefs unvergänglicher Klassiker „Für mich soll's rote Rosen regnen“. Passend zum letzten Lied überraschte Jaroslaw Oko die Künstlerin mit einer rosafarbenen Rose – ein stimmungsvoller Schlusspunkt unter einen gelungenen Sommerabend.

Hinter Charlène de Verre verbirgt sich das Alter Ego des Schriftstellers, Fotografen und vielen auch als Roisdorfer Ortsvorsteher bekannten Karl-Heinz Nauroth. Gemeinsam mit der Gesangslehrerin Michaela Ische aus Hannover entwickelte er zwischen 2010 und 2012 das Charlène-Programm, das seither kontinuierlich gewachsen ist. Dass der Auftritt in Wesseling für ihn beinahe Heimspiel war, erzählte er immer wieder mit Freude: Im Kinderchor von St. Germanus sang der junge Charly einst bei Cordula und Wolfgang Krane. Bemerkenswert ist auch, dass Charlène de Verre ihre Auftritte vollständig selbst organisiert. Vom professionellen Make-up über die Garderobe bis hin zur Tontechnik und dem Start der Playback-Titel am Laptop liegt alles in ihren eigenen Händen.

Zum Abschluss bedankte sich Charlène herzlich bei Gastgeberin Mine Murzoglu für die Einladung. Nach der dritten erfolgreichen Travestie-Show steht fest: Charlène de Verre und Mines Spatzentreff sind längst zu einer liebgewonnenen Sommertradition geworden.

LeserReporter/in:

Anita Brandtstäter aus Köln

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