Kein Sport bis Januar
Alte Nägel legen die Sporthalle lahm
- So sieht das aus, wenn die Kronenbuschhalle Karneval feiert. Und damit das auch in 2027 klappt, ist der „Wesselinger Gürzenich“ dicht. Seit Montag sind Foyer, die Halle und der Boxraum im Keller der Kronenbuschhalle gesperrt.
- Foto: Archiv/Montserrat Manke
Keine akute Gefahr, aber eine veraltete Befestigung: Die Kronenbuschhalle bleibt bis Weihnachten geschlossen. Die Sicherung der Unterdecke kostet voraussichtlich zwischen 50.000 und 100.000 Euro.
Wesseling. Keine Risse, keine beschädigten Dachträger, nicht einmal ein akuter Gefahrenfall: Ausgerechnet Nägel aus den 1950er Jahren legen die Kronenbuschhalle für Wochen lahm. Mit ihnen ist die Unterdecke befestigt. Diese Bauweise war zur Errichtungszeit der Halle zulässig, entspricht nach Angaben der Stadt heute jedoch nicht mehr den Anforderungen.
Eigentlich sollten nur Röhren getauscht werden
Entdeckt wurde die Konstruktion beim Austausch der Leuchtstoffröhren. Dafür wurden Löcher in den gesamten Aufbau der Unterdecke geschnitten. Erst dadurch konnte dieser vollständig in Augenschein genommen werden. Zuvor blieb die ursprüngliche Befestigung hinter schallschluckenden Zementfaserplatten verborgen, die in den 1990er Jahren zusätzlich angeschraubt worden waren. Bei einer Prüfung der Deckenkonstruktion in 2019 waren die Nägel hinter den Platten verborgen.
Laut Gutachte keine akute Gefahr
Die Stadt hatte zunächst von notwendigen „Ausbesserungsarbeiten an der Deckenkonstruktion“ geschrieben, auf Nachfrage stellte sie klar: Schäden seien nicht festgestellt worden. Betroffen sei ausschließlich die Unterdecke, nicht die Dachkonstruktion. Laut Gutachten bestehe derzeit keine akute Gefahr für die Nutzer. Empfohlen werde jedoch, die nicht mehr zeitgemäße Konstruktion kurzfristig zusätzlich zu sichern.
Kurzfristige Umsetzung
Dazu sollen Holzlatten mit den Dachträgern verschraubt werden. Die Stadt rechnet mit Kosten zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Fördermittel von Bund oder Land sollen nicht beantragt werden. Dazu die stellvertrende Pressesprecherin der Stadt, Sarah Hihn: „Da die Maßnahme kurzfristig umgesetzt werden muss, kann die Stadt nicht auf Fördermittel von Bund oder Land setzen. Für die Stadt hat es jetzt Priorität, die notwendigen Arbeiten zügig umzusetzen, um die Halle so schnell wie möglich wieder den Schulen, Kitas und Vereinen zur Verfügung stellen zu können.“
Vereine und Schulen betroffen - Eröffnung ungewiss
Seit Montag, 19. Oktober, sind die Kronenbuschhalle, das Foyer und der Box-Raum im Keller geschlossen. Betroffen sind Vereine, Karnevalsgesellschaften, eine Kita und zwei Schulen. Die Arbeiten sollen spätestens zum Jahreswechsel abgeschlossen sein, damit der Aufbau für die Karnevalssitzungen beginnen kann. Einen verbindlichen Wiedereröffnungstermin nannte die Stadt nicht.
Redakteur/in:Montserrat Micaela Manke |