An der Urfelder Straße
160Meter Pipeline raus, 190 Meter neue rein
- Ohne die Umverlegung der NATO-Pipeline wären die Voraussetzung für den Bau des Bildungsparks und des Interims-Grundschulgebäudes an der Urfelder Straße nicht gegeben gewesen: Das Foto zeigt einen Teil der 190 Meter langen neuen Pipeline, die etwa 160 Meter alte Pipeline ersetzen wird.
- Foto: Montserrat Manke
Von Montserrat Manke
Wesseling-Urfeld. Es sei ein sehr besonderer Termin meinte Bürgermeister Ralph Manzke an dem Grundstück für den Neubau für das neue Interims-Grundschulgebäude an der Urfelder Straße.
Das dort überhaupt gebaut werden kann, ist der Zustimmung der Bundeswehr zur Verlegung der Nato-Pipeline zu verdanken. Seit den 1950er Jahren durchquert diese – vom Tanklager Altenrath kommend – das Gebiet und geht weiter zum Flughafen Köln-Wahn, wo sowohl der militärische als auch der zivile Teil mit Treib- und Schmierstoffen versorgt wird.
Da solche Leitungen ursprünglich nicht für eine Führung unter bebauten Flächen ausgelegt sind, wird sie aus sicherheits- und bautechnischen Gründen nach dem aktuellen Stand der Technik an anderer Stelle verlegt werden.
Planungen und Genehmigungen konnten in Zusammenarbeit zwischen dem „Kompetenzzentrum Baumanagement Düsseldorf des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr“ (BAIUDBw) als Eigentümer, der Landesbauverwaltung NRW sowie der Stadt Wesseling innerhalb von eineinhalb Jahren abgeschlossen werden.
Da ein militärischer Bedarf für die Umlegung der Pipeline nicht vorliegt und die Landesbauverwaltung NRW, zuständig für Planung und Umsetzung militärischer Bundesbauten aufgrund einer Vielzahl hoher militärischer Prioritäten bis 2028 ausgelastet ist, wurde die Bauherrenträgerschaft erstmals in NRW an die Stadt Wesseling übertragen.
Bürgermeister Ralpf Manzke nannte das beim Ortstermin „ein starkes Zeichen für das Vertrauen in unser Können“.
Der Oberst im Generalstab Stefan Gruhn erläuterte, dass die Bundeswehr solche Großprojekt nicht blockieren wolle, und deshalb aus Zeitgründen die Arbeiten zur Verlegung an die Stadt Wesseling gegeben hätte. Die Umverlegung der NATO-Pipeline soll bis Dezember abgeschlossen werden, die Leitung falle dann höchstens eine Woche aus, hieß es beim Pressetermin vor Ort.
Parallel zu den Arbeiten an der NATO-Pipeline erfolgen weitere Tiefbaumaßnahmen am Standort. Dazu gehört der Bau einer Winkelsteinwand als Teil des Hochwasserschutzes sowie die Modellierung des Geländes. Für die Errichtung der Wand an der westlichen Grundstücksgrenze zum Baggersee sind Baumfällarbeiten notwendig, die durch einen Artenschutzgutachter begleitet werden. Die gefällten Bäume werden durch Ausgleichspflanzungen, teilweise im direkten Umfeld, ersetzt. Die Arbeiten sollen bis Februar 2026 abgeschlossen sein. Anschließend folgen weitere Tief- und Straßenbaumaßnahmen.
Der Bildungspark Urfeld
Der Bildungspark Urfeld ist ein zentraler Baustein des Zukunftsplans Wesselinger Grundschulen. Auf dem Gelände an der Urfelder Straße entstehen eine neue zweizügige Grundschule, eine sechsgruppige Kita, eine Doppelsporthalle sowie ein dauerhaft errichtetes Interims-Schulgebäude. Drei der fünf älteren Grundschulen ziehen in den kommenden Jahren übergangsweise dort ein, während das eigene Schulgebäude saniert und erweitert wird, damit Schule und Baustelle nicht nebeneinander stattfinden müssen. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2027 vorgesehen, sodass der erste Umzug im Rahmen der Interimslösungen im Schuljahr 2027/2028 erfolgen soll.
Redakteur/in:Montserrat Micaela Manke |