Lichterorden
Aschermittwoch geboren und trotzdem ein Karnevalsjeck

Stolz und sichtlich bewegt präsentiert Marcel Vandewalle die Urkunde, die ihn als Träger des Lichterordens ausweist. Mit ihm freuen sich Michael Neugebauer (l.), Gabriele Engelhard und Thomas Rendenbach (r.). 
  • Stolz und sichtlich bewegt präsentiert Marcel Vandewalle die Urkunde, die ihn als Träger des Lichterordens ausweist. Mit ihm freuen sich Michael Neugebauer (l.), Gabriele Engelhard und Thomas Rendenbach (r.). 
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Euskirchen - Marcel Vandewalle hatte nichts geahnt. Noch zum Ende der Laudatio
von Michael Neugebauer, dem Vizepräsidenten der Euskirchener
Narrenzunft, schüttelte der neue Träger des Lichterordens der
Euskirchener Narrenzunft, immer wieder ungläubig den Kopf. „Ihr
seid doch bekloppt“, sagte Vandewalle am Ende von Neugebauers
Rede.

Er habe bis zum Nachmittag noch arbeiten müssen, sagte der neue
Lichterorden-Träger. Da am Abend allerdings ein Auftritt mit dem
Spielmannszug der Feuerwehr anstand, habe er sich am Nachmittag um
eine Vertretung bemüht. „Das hat problemlos geklappt. Das war schon
außergewöhnlich und außerdem waren alle so freundlich. Jetzt ist
mir auch klar wieso“, sagte der 58-jährige Berufsfeuerwehrmann. Die
kleine Anstecknadel, deren Bedeutung so viel größer ist, erhielt er
von der Schatzmeisterin der Narrenzunft, Gabriele Engelhard, ans
Revers geheftet.

Vandewalle erblickte ausgerechnet an einem Aschermittwoch das Licht
der Welt und ist praktisch seitdem ein Karnevalsjeck und seit 47
Jahren Mitglied des Spielmannszugs. Seit 2009 ist er zudem Träger des
Feuerwehr-Ehrenabzeichens in Gold des Landes NRW. „Der Lichterorden
bedeutet mir sehr viel und ich freue mich sehr“, so der
Brandoberinspektor.

Er war aber nicht der einzige, dem im Euskirchener Parkhotel während
des Abends in Rot und Gold eine große Ehre zu Teil wurde. Aus den
Händen des Senatspräsidenten Bert Deuster erhielt Charly Habeth die
Ehrenmitgliedsurkunde der Narrenzunft. Habeth ist seit 30 der
Küfervater des Euskirchener Karnevalsnachwuchses. Am Ende der
laufenden Session geht er nach drei Jahrzehnten treuer Dienste in die
karnevalistische Rente - oder vielleicht auch nicht...

Euskirchens Bürgermeister Dr. Uwe Friedl sagte, dass er sich durchaus
vorstellen könne, dass Habeths Tochter in der kommenden Session als
Prinzessin an der Spitze der Euskirchener Karnevalisten stehe -
natürlich mit Charly Habeth als Prinzessinnen-Führer. Sollte er aber
tatsächlich in die karnevalistische Rente gehen, ist das nicht nur
aus Sicht von Bert Deuster ein „großer Verlust“.

Habeth selbst sagte zu den vielen Jahren, in denen er als Küfervater
agierte: „Die vergangenen 30 Jahren waren nie langweilig, weil die
Charaktere der Küfer so unterschiedlich waren.“

Und noch jemand ging nicht mit leeren Händen nach Hause:
Bürgermeister Uwe Friedl erhielt vom Vorstand der Narrenzunft neben
dem aktuellen Orden auch die der vergangenen 29 Jahre, die allesamt
historische und aktuelle Gebäude in der Stadt Euskirchen zeigen. Sie
sollen laut Friedl einen Ehrenplatz im Euskirchener Stadtarchiv
erhalten und bei der entsprechenden Gelegenheit im Stadtmuseum
ausgestellt werden. 

- Tom Steinicke

Redakteur:

RAG - Redaktion

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