Spatenstich für siebten Kindergarten
Bau auf geschichtsträchtigen Grundstück
- Spatenstich mit (v.li.) Jürgen Kröder (Kreisjugendamt), Bürgermeister Mario Loskill, Investor Sven Hoffmann, Architekt Heinz Hennes, Investor Alina Hoffmann, Verena Dienst (Johanniter) sowie den KiTa-Leiterinnen Olesja Heinitz und Vera Radke.
- Foto: Steimel
Ruppichteroth. Die Gemeinde Ruppichteroth hatte eingeladen zum Spatenstich für einen neuen Kindergarten auf dem 2.400 Quadratmeter großen Grundstück in der St.-Florian-Straße. Die Erdarbeiten waren schon abgeschlossen, die Spaten hatten daher Symbolcharakter. Alle Gäste standen vor einer imposanten Baugrube für den siebten Kindergarten in der Gemeinde - den dritten im Ortskern vom Hauptort Ruppichteroth - und waren voll des Lobes für die bisherige unbürokratische Abwicklung dieses Bauprojektes.
Gestiegene Bedarfszahlen hatten bereits im Vorfeld eine provisorische Lösung gefordert. Das Jugendheim der katholischen Kirche wurde bereitgestellt und baulich auf die Erfordernisse für 40 Kinder gebracht, die Leitung in die Hände der Johanniter Unfallhilfe gelegt. Diese dreigruppige KiTa namens „Döörper Pänz“ ist zwischenzeitlich zertifiziertes Familienzentrum NRW. Neben Kinderbetreuung ist sie auch Anlaufstelle für Familien für Beratung, Bildung- und Gesundheitsförderung. So haben die jüngsten KiTa-Besucher die Chance, mit Jahresfrist dieses neue Gebäude zu beziehen - so die aktuelle, zeitliche Planung.
Baulich ist das neue Gebäude für vier Gruppen konzipiert. Drei Gruppen gehen direkt an den Start, die vierte Gruppe ist heute schon als Reserve gedacht unter anderem für das geplante Neubaugebiet östlich vom Hallenbad. Das neue Gebäude wird zweigeschossig mit eingegrüntem, nachhaltig konzipiertem Flachdach, einem mittigen Aufzug gebaut und ist komplett barrierefrei. Die Kosten werden mit rund 2,6 Millionen beziffert. Der Bau wird über einen Investor realisiert und mit öffentlichen Mitteln in Form einer 100-prozentigen Übernahme der Mietkosten getragen. Sowohl die Investoren als auch der Architekt kommen aus Lohmar. Die Johanniter Unfallhilfe als erfahrener, moderner Betreiber von KiTas, erweitert damit ihr Angebot im östlichen Rhein-Sieg-Kreis. Das Kreisjugendamt arbeitet sehr eng mit dem Träger zusammen und ist froh darüber, dass sich die Johanniter an diesem weiteren Standort engagieren.
Das Grundstück gilt als Zeitzeugnis Ruppichterother Nachkriegsgeschichte. Auf eben dieser Parzelle standen bis vor einigen Monaten noch zwei der letzten Behelfsheime, wie sie nach Kriegsende in ländlichen Gegenden gebaut wurden. Einwohner aus bombardierten Städten konnten diese kleinen Baracken als Evakuierte beziehen. Zwei davon sind übrig geblieben, bis sie umfunktioniert wurden zu Wochenendhäusern. Eines dieser Häuser könnte dann auch noch über persönlich, menschliches Schicksal berichten. Im Ort selber gab es von 1930 bis 2001 das sogenannte Duisburger Schullandheim oberhalb des ehemaligen Huwil Werk II in der alten Farbenfabrik. Kinder aus Duisburg-Meiderich kamen raus aufs Land und waren Wochenweise zur Erholung im Ort. So auch Werner Bleckmann aus Duisburg. Er hatte ein Auge auf Inge Repsch geworfen, ein Dööper Mädchen, welches er auch ehelichte. So konnte Bleckmann dann auch eines dieser Behelfsheime käuflich erwerben und hat hier später seine Wochenenden mit Familie und Freunden verbracht. Man konnte schon von weitem sehen, ob die Duisburger im Ort waren. Bleckmann hatte als Hafenmeister des Duisburger Hafens natürlich vor seinem Häuschen einen Fahnenmast stehen. Bei Anwesenheit waren diverse Signalfahnen der Schifffahrt aufgezogen. Nachbarn berichten noch von nächtlichen, aber angenehmen Gesängen, wenn er mit seinen Sangesbrüdern aus Duisburg ins Dorf kam. Baracken und Parzellen gingen vor einigen Jahren in den Besitz der Gemeinde Ruppichteroth über. Jetzt freuen sich alle auf Grundsteinlegung, Richtfest und Einweihung.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Wolfgang Steimel aus Ruppichteroth |
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