Bezirksrathaus Rodenkirchen
Rohbau läuft, doch der Einzug verschiebt sich
- Das alte Gebäude des Bezirksrathaus beim Abriss. Eigentlich sollte bis Septemebr 2026 das neue Bezirksrathaus bezugsfertig sein.
- Foto: Archiv: Arton Krasniqi
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Auf der Baustelle in Rodenkirchen geht es sichtbar voran – trotzdem müssen sich die Kölner noch länger gedulden. Der Rohbau für das neue Bezirksrathaus läuft, doch Fertigstellung und Einzug verschieben sich um drei Quartale. Grund sind unter anderem ein langer Vergabeprozess, Planungsanpassungen und archäologische Funde.
Auf der Baustelle für das neue Bezirksrathaus Rodenkirchen wächst der Rohbau. Im Untergeschoss und in der Tiefgarage sind die Arbeiten bereits weit fortgeschritten. Die Bodenplatte und die Außenwände des Hauptgebäudes stehen fast vollständig. Derzeit wird die Decke über dem Untergeschoss betoniert.
Der Zeitplan hat sich dennoch deutlich verschoben. Die bauliche Fertigstellung, die technische Inbetriebnahme, die Übergabe und der Einzug der Verwaltung verzögern sich um drei Quartale. Nach aktuellem Stand sollen die Arbeiten bis zum Ende des dritten Quartals 2028 dauern. Die Politik war über die Verzögerung bereits informiert worden.
Als Grund nennt die Stadt eine Verkettung mehrerer Einflüsse. Die Ausschreibungsunterlagen für die Vergabe an ein Generalunternehmen wurden ungewöhnlich langsam erstellt. Auch der Vergabeprozess dauerte wegen der großen Zahl an Fragen von Bietern länger als geplant. Das Generalunternehmen wurde schließlich im November 2025 beauftragt, nahm die Arbeit sofort auf und erstellte anschließend die sogenannte Ausführungsplanung. Im Juni begannen die Rohbauarbeiten.
Im Projekt gibt es außerdem einen hohen Abstimmungs- und Koordinationsaufwand. Daraus ergeben sich teilweise technisch notwendige Anpassungen an der Planung. Auch archäologische Untersuchungen und Funde auf dem Gelände beeinflussten den Zeitplan für die Baugrube. Dort wurde eine historische Hofanlage aus dem 19. Jahrhundert entdeckt.
Die Gebäudewirtschaft hat nach eigenen Angaben bereits Maßnahmen eingeleitet, um weitere Risiken zu verringern und die Fertigstellung zu stabilisieren. Gleichzeitig wirken sich geopolitische Entwicklungen sowie krisenbedingte Schwankungen bei Preisen und Materialien auf das Projekt aus. Die aktuelle Kostenprognose liegt bei 85,1 Millionen Euro brutto.
Der Rohbau entsteht in vier Abschnitten. Zunächst werden die beiden Verwaltungsgebäude errichtet. Danach wird die Tiefgarage in zwei Bauabschnitten gebaut.
Das neue Bezirksrathaus soll besondere Anforderungen an Nachhaltigkeit erfüllen. Geplant ist eine Bauweise in Anlehnung an den Passivhausstandard. Außerdem soll das Gebäude eine extensive Dachbegrünung und Photovoltaikanlagen auf den Dächern erhalten. Teile des Abbruchmaterials des alten Bezirksrathauses sollen als Recycling-Beton für neue Fassadenelemente verwendet werden.
Das Gebäude soll das erste städtische Gebäude in Köln werden, das vollständig ohne fossile Brennstoffe auskommt. Vor allem die Planung der technischen Gebäudeausrüstung ist dadurch besonders anspruchsvoll. (bn.)
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |