Hohe Auszeichnung
Ein Leben für das edle Glas
- Hohe Auszeichnung: Elfi Scho-Antwerpes (rechts) überreicht den Rheinlandtaler mit Urkunde an Helga Feuser-Strasdas.
- Foto: Frank Engel-Strebel
Rheinbach (fes). „Sie geben unserer Heimat eine kulturelle Tiefe, Ausdruck und Identität“, erklärte Rheinbachs Bürgermeister Daniel Phiesel in seinem Grußwort anlässlich einer Feierstunde im Glasmuseum zur Überreichung des Rheinlandtalers des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) in der Kategorie „Kultur“ an die renommierte Glaskünstlerin Helga Feuser-Strasdas. Für ihr jahrzehntelanges Engagement zur Bewahrung, Weiterentwicklung und Vermittlung der Glaskunst im Rheinland erhielt sie diese Auszeichnung von der stellvertretenden Vorsitzenden der Landschaftsversammlung Rheinland, Elfi Scho-Antwerpes, die auch die Laudatio hielt.
Ihr Weg in die Kunst sei geradezu „glaskar“ vorgezeichnet gewesen, meinte Scho-Antwerpes und es habe, um im Bild zu bleiben, keines Blickes in die Glaskugel gebraucht, um schon früh zu erkennen, wohin ihr Weg führen würde, schließlich war ihr Großvater Hartwig Dittrich Mitbegründer und einer der ersten Lehrer der Glasfachschule, ihr Vater Franz-Josef Feuser war nicht nur Glasmacher, sondern auch erster Leiter des Glasmuseums und ihre Mutter Dorothea arbeitete als Glasgraveurin.
Nach ihrem Studium an der Glasfachschule und einer Meisterprüfung im Glashandwerk machte sich Feuser-Strasdas selbstständig mit ihrem Kunsthandwerk und einem eigenen Atelier, das sie bis heute betreibt. Sie gestaltete Fenster, Türen, Fassadenobjekte und entwickelte Glasobjekte sowie freie Arbeiten wie Schalen, Vasen und Figuren, unter anderem kann man ihre traditionelle Glaskunst im Musikzimmer von Schloss Drachenburg bewundern. Nationale und weltweite Ausstellungen folgten.
Bis heute geht sie dieser Leidenschaft nach, immer eng verbunden mit dem Glasmuseum Rheinbach. Feuser-Strasdas ist zudem Mitbegründerin des jährlichen Frühlingsmarktes, engagiert sich in der offenen Museumswerkstatt und setzt sich intensiv in Netzwerken der Glaskunst ein. Wichtig ist ihr auch die Weitergabe ihres Wissens, etwa als Mitglied des Prüfungsausschusses der Glasmaler bei der Handwerkskammer Köln sowie im Berufskolleg NRW. Ihr sei es zu verdanken, dass die traditionelle Glaskunst auch der kommenden Generation zugänglich gemacht werde. Vize-Landrätin Notburga Kunert, die ebenfalls zu dem Festakt gekommen war, sagte: „Mit dem, was Sie für Rheinbach und den Rhein-Sieg-Kreis geleistet haben, haben Sie diese Auszeichnung mehr als verdient, Sie sind ein Aushängeschild für unsere Region. Feuser-Strasdas bedankte sich sichtlich gerührt für diese besondere Würdigung, ihr großer Dank galt Ehemann Joachim Strasdas, der sie seit Jahrzehnten nicht nur unterstützt, sondern auch seit 40 Jahren Vorsitzender des Fördervereins des Glasmuseums, „Freunde edlen Glases“ ist.
Redakteur/in:Frank Engel-Strebel aus Bornheim |